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Futsal

26.08.2020

Deutscher Vizemeister: Dießener Fußballer lacht und weint  

Philipp Ropers war der beste Torschütze beim Finalturnier der deutschen Futsal-Meisterschaft. Doch im Endspiel konnte er sein Team Jahn Regensburg nicht unterstützen.
Bild: DFB

Plus Philipp Ropers erreicht mit Jahn Regensburg bei der deutschen Futsal-Meisterschaft das Finale. Aber im Endspiel ist der 26-jährige Dießener nur auf der Zuschauertribüne.

So nah lagen Freude und Enttäuschung für Philipp Ropers lange nicht mehr zusammen. Der Spielertrainer des MTV Dießen (A-Klasse) ist mit Jahn Regensburg ins Finale der deutschen Futsal-Meisterschaft eingezogen – und dann muss er zuschauen. „Für mich waren es sehr intensive Tage“, erzählt der frischgebackene deutsche Vizemeister dem Landsberger Tagblatt. Und das hatte auch noch einen anderen Grund.

Das Halbfinale war das große Ziel der Futsal-Mannschaft von Jahn Regensburg. „Wir hatten bei der Auslosung ein bisschen Glück“, blickt Ropers, der seit rund drei Jahren für Regensburg spielt, zurück. „Aber wir haben auch eine Top-Teamleistung gezeigt.“ Und so kamen die Dießener sogar bis ins Halbfinale. Daran hatte der Dießner großen Anteil, denn er war bis dahin Topscorer der Endrunde.

Der Schiedsrichter rückt in den Mittelpunkt

Doch das Halbfinale wurde dann zum Schicksalsspiel von Philipp Ropers. Zwei Schlüsselszenen und ein Schiedsrichter, der wenig Fingerspitzengefühl zeigte, brachten ihm die Gelb-Rote Karte ein. „In der ersten Szene hatte ich einem Gegner im Strafraum an die Hand geschossen“, schildert er die Momente. Man hätte Strafstoß geben können, doch es wurde weitergespielt, und Ropers musste den Konter der Gegner mit einem taktischen Foul unterbinden. „Diese Gelbe Karte ging in Ordnung, obwohl man auch Strafstoß hätte geben können.“ Dann kam es zum letztlich entscheidenden Pfiff: Im Angriff wurde Ropers gefoult, „und ich habe nicht alles gemacht, um auf den Beinen zu bleiben“. Doch der Kontakt mit dem Gegner sei da gewesen.

Trotzdem entschied der Schiri auf Schwalbe, und Ropers kassierte damit Gelb-Rot. „Da es ein DFB-Wettbewerb ist, bedeutete das, dass ich im Finale gesperrt war“, schildert Ropers den schlimmen Moment. Denn die Jahnler erreichten durch einen 7:6-Sieg nach Verlängerung gegen den MCH FC Sennestadt das Endspiel – aber ohne Ropers.

Der Dießener sorgt für die Stimmung im Team

„Eigentlich bin ich im Team derjenige, der für gute Stimmung zuständig ist“, sagt Philipp Ropers, doch das sei ihm angesichts der Ereignisse denkbar schwergefallen. „Ich hab’ zu den Jungs dann gesagt, dass mich am Abend keiner mehr ansprechen soll“, gibt er zu. „Das war schon sehr bitter.“

Am Finaltag aber ist Ropers seiner Aufgabe wieder nachgekommen, und tatsächlich haben die Regensburger ein sehr gutes Spiel abgeliefert. „Aber der Gegner Hohenstein-Ernstthal war einfach besser“, räumt er ein. Auch ging Jahn Regensburg, das wegen der Qualifikation bereits ein Spiel mehr in den Beinen hatte, langsam die Kraft aus. Und das Fehlen von Toptorjäger Philipp Ropers machte sich auch extrem bemerkbar. Mit 2:6 musste man sich geschlagen geben.

Das alles musste sich Philipp Ropers von der ansonsten leeren Tribüne ansehen. „Ich durfte wegen der Sperre ja nicht mal auf der Bank sitzen.“ Nach dem Schlusspfiff war es ein Wechselbad der Gefühle: Mit dem Vizemeistertitel hatte die Mannschaft Großartiges erreicht – und zugleich aber ein weiteres Highlight verpasst. Der neue Meister ist nämlich automatisch für die Champions League im Futsal qualifiziert. „Das hat es natürlich nicht besser gemacht“, hört man Ropers die Enttäuschung an.

Philipp Ropers will in die Bundesliga

Aber jetzt richtet sich sein Blick schon wieder nach vorne. Zum ersten Mal soll nämlich im nächsten Jahr eine Futsal-Bundesliga eingeführt werden, und da will er mit Regensburg dabei sein. Bislang hatte es im Futsal als höchste Klassen fünf Regionalligen gegeben, die sich dort für die deutsche Meisterschaft qualifizieren konnten. „Ab Oktober findet jetzt die Qualifikation für die Bundesliga statt, die dann im Herbst 2021 beginnen soll“, sagt Philipp Ropers.

Und damit er mit seinem Team zu den Premiere-Mannschaften gehört, wurde bereits einiges getan: „Wir haben uns gut verstärkt und tun alles für die Qualifikation.“

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