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Floorball Kaufering

09.12.2018

Deutschland tritt aus dem Schatten der großen Nationen

Die beiden Kauferinger Floorballer Maximilian Falkenberger und Marco Tobisch (rechts) durften sich über eine tolle WM freuen.
Bild: Matthias Liebing

Platz sechs bei der Weltmeisterschaft ist für die Floorballer das bislang zweitbeste Ergebnis. Auch  Spieler der Red Hocks Kaufering tragen dazu bei.

Bis zur letzten Sekunde hatte Marco Tobisch noch ein bisschen gehofft. Aber es sollte nicht sein. „Wir lagen knapp zurück, sind auf zwei Reihen gegangen und damit war klar, dass es nicht mehr zu einem richtigen Einsatz reichen würde“, sagte der Kauferinger Floorball-Spieler. In den Katakomben der Prager O2-Arena machte der Verteidiger der Red Hocks am Sonntagmittag aber keine miese Stimmung. Ganz im Gegenteil: Aus tiefstem Herzen lobte er die Leistung, die der deutschen Floorball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Tschechien das zweitbeste Resultat in der Geschichte der jungen Sportart eingebracht hat. Tobisch: „Was wir hier geleistet haben, ist Wahnsinn.“

Mit Kampfgeist Kanada besiegt

Nach einem dritten Platz in der Vorrunde, der nach zwei Niederlagen gegen Tschechien und die Schweiz sowie einem Sieg gegen Lettland zu Buche stand, schaffte Deutschland vergleichsweise leicht den Sprung in die Zwischenrunde. Das 7:2 gegen Kanada danach war zwar kein Floorball-Leckerbissen, sicherte einem der jüngsten Teams des Turniers aber schon eine Platzierung unter den besten acht. „Wir haben als Team alles gegeben. Jeder hat für den Nebenmann in jeder einzelnen Sekunde alles hineingeworfen“, lobte auch Tino von Pritzbuer. Der Ex-Kauferinger, der mittlerweile in der Schweiz spielt, ist der Star in der deutschen Mannschaft. Eine Mannschaft, die spätestens am Freitagabend das aus aller Floorballwelt angereiste Publikum begeisterte. Im Viertelfinale gegen Finnland boten von Pritzbuer&Co. dem amtierenden Weltmeister einen mitreißenden Kampf. Am Ende hieß es 1:6, wobei Deutschland durchaus noch ein, zwei Tore mehr hätte schießen können.

„Dass ist der wesentliche Punkt, an dem wir uns noch verbessern müssen. Wir müssen lernen, besser das Spiel zu machen und auch gegen die ganz großen Gegner im Abschluss an unsere Stärke zu glauben“, sagt Tim Böttcher. Und der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der in der Bundesliga für den UHC Weißenfels antritt, schiebt hinterher: „Wir sind spätestens seit dieser WM keine kleine Floorballnation mehr.“

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Marco Tobisch rückt in die Mannschaft

Nach der Viertelfinal-Niederlage musste Deutschland in die Platzierungsrunde um Rang fünf. Und hier schlug die Stunde von Marco Tobisch. Denn aufgrund einer Rippenverletzung des Weißenfelsers Matthias Siede rutschte der Ersatzmann für die letzten beiden Partien in den Kader. Allerdings blieb dem Journalisten sowohl am Samstag beim 4:2-Sieg gegen Dänemark als auch bei der 3:5-Niederlage gegen Lettland im Spiel um Platz fünf nur die Zuschauerrolle. „Auch wenn ich nicht gespielt habe, kann mir niemand das Gefühl nehmen, vor über 4000 Zuschauern in diese Arena eingelaufen zu sein. Das werde ich nie vergessen.“ Inwiefern die WM-Erfahrung für Tobisch, der mit seinen 26 Jahren schon zu den ältesten deutschen Spielern im Kader zählt, die letzte bleiben wird, ist noch offen. „Ich habe noch nicht entschieden, wie es bei mir weitergeht. Beruflich bin ich stärker eingebunden, worunter der Sport leider mehr und mehr leidet“, so der Verteidiger, der neben Maximilian Falkenberger der zweite aktuelle Red Hock im Nationaldress war.

In der Mannschaft, in der mit von Pritzbuer und Julian Rüger sogar noch zwei weitere ehemalige Kauferinger standen, werden nach dem 6. Platz diesmal derweil schon Pläne geschmiedet. Kapitän Böttcher hat das Ziel ausgerufen, bei der WM in Helsinki ins Halbfinale zu kommen – natürlich vor vollem Haus gegen Finnland. Als Tobisch das hörte, meinte er, dass dies doch ziemlich verlockend klänge. Das letzte Wort über die Zukunft des Kauferingers ist also nicht gesprochen.

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