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29.07.2017

Die Gruppe schrumpft

Konrad Vogl

Deutschlandläufer Vogl kommt aber der Heimat immer näher

Am heutigen Samstag wird es noch mal richtig hart für den Reichlinger Ultraläufer Konrad Vogl: 88 Kilometer liegen vor ihm – und doch ist er dann auch gleich wieder 88 Kilometer näher am Ziel. Am 16. Juli starteten die Teilnehmer des Deutschlandlaufs auf Sylt – am kommenden Donnerstag wollen sie auf der Zugspitze über die Ziellinie laufen. Inzwischen ist die Gruppe aber ziemlich geschrumpft: „18 oder 19 Läufer mussten bereits aufgeben“, erzählt Vogl. Die meisten waren zu schnell unterwegs – und mussten für ihr Tempo Tribut zollen. Die richtige Geschwindigkeit ist bei diesem Extremlauf das Problem.

Über 1000 Kilometer haben Vogl und Kollegen – jedenfalls die, die noch im Rennen sind – am Samstagabend zurückgelegt. Kein Tag Pause war den Extremsportlern gegönnt, und wer morgens nicht am Start erschienen ist, war einfach raus. „Da ist es ganz wichtig, zu regenerieren“, erzählt Konrad Vogl – und zwar schon während des Laufs. „Normalerweise laufe ich ein 100-Kilometer-Rennen mit einem Schnitt von 10 bis 12 Stundenkilometern“, erzählt er – beim Deutschlandlauf hat er sein Tempo auf etwa 7 Stundenkilometer gedrosselt. „Wobei das schwer zu vergleichen ist, denn auf der Strecke bin ich oft schneller unterwegs, aber ich nehme mir Zeit an den Verpflegungsstellen.“ Oder auch mal, um sich unterwegs ein Eis zu kaufen. „Das tut einfach gut, nicht nur dem Körper, sondern auch der Psyche.“ Trotzdem dürfte sein Eisbedarf nach dem Lauf stark eingeschränkt sein, wie auch der nach Gummibärchen, Keksen und Schokolade, denn das wird in erster Linie an den Verpflegungspunkten angeboten. „Wir leben sehr, sehr ungesund, aber der Körper braucht die Energie“, sagt Konrad Vogl.

Einen ganz wichtigen Punkt haben die Läufer am vergangenen Donnerstag überschritten: „Es gibt keine Doppeltage mehr.“ Das bedeutet: Am nächsten Donnerstag sind sie bereits im Ziel. „Zuvor haben wir immer gerechnet, wo wir denn am Sonntag, Montag oder Dienstag nächste Woche sein würden“, erzählt er – das hat sich inzwischen erledigt.

Im Vergleich zu dem, was der Ultraläufer also bereits hinter sich hat, sollten die letzten knapp 300 Kilometer, gerechnet ab Sonntag, kein Problem mehr sein, doch gerade jetzt gelte es, nicht leichtsinnig zu werden. „Der Körper ist angeschlagen, das spürt man.“ Allein schon eine Falte im Socken könnte fatal sein: Eine Blase, eine Entzündung, und so kurz vor dem Ziel wäre Schluss. „Jeden Morgen bereite ich mich ganz konzentriert auf den Lauf vor“, erzählt er. Und neben dem Ziel, die Zugspitze unbedingt zu erreichen, gibt es noch was, auf das er sich – nach all den Gummibärchen, dem Eis und den Keksen freut: „einen Schweinsbraten.“ (mm)

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