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Landesliga

12.04.2014

Die Leute einfach reden lassen

Er kann sich momentan ruhig in seinem Stuhl zurücklehnen: Der Aufstieg ist Trainer Sven Kresin und dem TSV Landsberg wohl kaum noch zu nehmen.

Nur ein Thema trübt beim unangefochtenen Spitzenreiter ein wenig die Stimmung

Die Meisterschaft in der Landesliga Südwest ist so gut wie entschieden. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich der TSV Landsberg den größten Triumph der jüngeren Vereinsgeschichte durch die Lappen gehen sollte. 13 Punkte Vorsprung haben die Fußballer vom Lech nach 26 Spieltagen und sind unangefochtener Tabellenführer. Der gefährlichster Konkurrent im Saisonfinale wartet am morgigen Sonntag auf die Elf von Trainer Sven Kresin, wenn seine Mannschaft beim Tabellendritten in Illertissen gastiert.

„Wir wollen den Dritten auch auf Abstand halten und unsere Serie wahren“, sagt der Trainer. Seit dem zwölften Spieltag ist seine Mannschaft ununterbrochen an der Spitze, hat von letzten sieben Spielen mit Ausnahme eines Ausrutschers gegen Kaufbeuren alle Partien gewonnen, die wenigsten Niederlagen kassiert, stellt die beste Verteidigung der Liga und den drittbesten Angriff. Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Allerdings ist es mit der Wertschätzung dieser stolzen Statistik nicht so weit her. „Viele sagen, wir stehen mit Glück da oben. Ich finde es belustigend. Die Leute sollen sich einfach mal die Tabelle anschauen. Da muss man mit den Leuten schon mal in die Kritik gehen“, sagt Trainer Sven Kresin, „wir mögen vielleicht keine Übermannschaft sein, aber 13 Punkte Vorsprung sind schon eine Sache.“ Ungewöhnlich deutliche Worte des Ex-Profis, der zumeist den akribischen Arbeiter gibt und nicht unbedingt den Lautsprecher. Er finde es belustigend, wenn ausgerechnet von Trainerkollegen, die selbst mit ihren Teams mit dem Rücken an der Wand stünden, Kritik an der Landsberger Spielweise üben würden. Seinem Unmut darüber verschaffte Kresin nach dem 1:0-Erfolg in Kottern bei der Pressekonferenz Luft.

Vielleicht ein musikalischer Gruß an die Kritiker?

Die Leute einfach reden lassen

Zugegeben – der Fußball, den der TSV in dieser Saison bietet, mag vielleicht nicht immer bis ins letzte Detail attraktiv wirken. Aber am Ende steht der Erfolg – und der gibt dem Trainer ohne Wenn und Aber recht. „Wir betreiben einen hohen Aufwand und belohnen uns selber. Daher finde ich die Kritik auch schlimm für die Jungs, die sich Woche für Woche aufreiben. Wenn die Leute Zauberfußball sehen wollen, sollen sie in die Arena nach München fahren.“ Die direkten Duelle gegen die Spitzenteams habe man allesamt gewonnen oder nicht verloren. Und deshalb will er es wie mit einem Songtitel der Kult-Rock-Band „Die Ärzte“ halten – „Lass die Leute reden“.

Wenn es nach Sven Kresin geht, wird seine Mannschaft auch in den nächsten Wochen nicht locker lassen. „Wir werden die Punkte holen, um durch zu sein. Wir wollen so schnell wie möglich sagen können, dass wir aufgestiegen sind.“ Im morgigen Topspiel bei der Illertisser Regionalliga-Reserve ist es ihm egal, ob der Gegner Spieler aus dem Viertliga-Team einsetzt oder nicht: „Wir bespielen jeden Gegner so, wie er kommt.“ Und wenn es für Landsberg in den nächsten Spielen nach wie vor so blendend läuft und am Ende die Meisterschaft steht, dann kann der TSV den Kritikern eine CD schicken – mit dem Ärzte-Song „Wir sind die Besten“.

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