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Frauenfußball Dießen

23.05.2019

Dießens Fußballer-Damen sind auf der Suche nach einer neuen Nummer eins

Mit Caro Schindhelm (links) und Tanja Frank verlassen beide Torfrauen den MTV Dießen nach dieser Saison.
Bild: Thomas Ernstberger

Beide Torfrauen in Dießen bestreiten ihr letztes Spiel. Sorgen bereitet dem MTV die Abstiegsregelung der Landesliga in dieser Saison. Doch die ist nicht das einzige Ärgernis.

Schaffen die Fußball-Damen des MTV Dießen den Klassenerhalt oder geht’s runter in die Bezirksoberliga? Die Antwort, wo die Truppe von Trainer Nico Weis in der Saison 2019/20 spielen wird, entscheidet sich erst am letzten Spieltag, also Anfang Juni. Ihr letztes Punktspiel allerdings bestreiten die MTV-Damen bereits am Samstag, zu Hause gegen den Meister FC Ruderting (Beginn 15 Uhr).

Letzter Auftritt am Samstag zu Hause

Klar ist allerdings, dass, egal in welcher Klasse, ein neuer Keeper im Dießener Tor stehen wird. Denn beide Torhüterinnen hören am Saisonende in Dießen auf. Aber nicht, weil es ihnen am Ammersee keinen Spaß mehr macht, sondern: „Weil ihnen der Fahrstress zu groß geworden ist“, erklärt der Coach. Tanja Frank (33), die 12 Bayern- und 36 Landesliga-Partien absolvierte, wohnt in Oberau bei Garmisch-Partenkirchen. Weis: „Jeder, der diese Strecke schon mal gefahren ist, weiß, was es bedeutet, da permanent hin- und her zu fahren.“ Auch Caroline Schindhelm (24/15 Mal Bayern-, 54 Mal Landesliga) lebt weit weg von Dießen – im Münchner Vorort Taufkirchen. „Beide wollen weiter Fußball spielen, aber ohne die dauernde Fahrerei“, zeigt der Coach Verständnis für die Entscheidung seiner beiden „tragenden Säulen beim Bayernliga-Aufstieg 2017“. Er hat mal nachgerechnet: „Beide haben in den letzten vier Jahren zusammen über 50000 Kilometer für Training und Spiele zurückgelegt.“

Die große Chance für junge Talente

Ein schwerer Abschied für die beiden Torhüterinnen, die in den letzten Partien je eine Halbzeit spielten. Zuvor durfte Schindhelm (Vater Günther bleibt Dießen als Torwart-Trainer erhalten) meist in der Schlussphase als Feldspielerin ran. Weis: „Das hat ihr richtig Spaß gemacht.“ Auch Frank war immer mit Feuereifer dabei: „Ich habe keine Sekunde oder auch nur einen Kilometer bereut, sondern jede Minute beim MTV genossen.“

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Eine Ära geht zu Ende, die nächste soll im Sommer beginnen – mit der Neuen im Kasten. „Das ist eine Riesenchance, sich als Nummer eins zu etablieren“, sagt Weis. Kapitän Maria Breitenberger ergänzt: „Egal, ob als junges Talent oder als erfahrene Torhüterin – Hauptsache motiviert!“ Interessenten können sich über die Homepage melden.

Der Coach kann aktuell natürlich nicht versprechen, dass Dießen in der kommenden Saison in der Landesliga spielt. Das liegt nicht zuletzt am aktuellen Mega-Aufreger in dieser Spielklasse: der umstrittenen Abstiegsregelung. In der Damen-Spielordnung des BFV in Paragraf 14, Absatz 7, ist festgelegt: „Die Zahl der absteigenden Vereine darf ein Drittel der in der Gruppe spielenden Vereine nicht übersteigen.“

Neun Mannschaften in ständiger Abstiegsgefahr

In der Landesliga Süd müssen aber vier von elf Teams absteigen. Das ist mehr als ein Drittel. Folge: Alle Mannschaften ab Platz drei sind seit Wochen im Abstiegskampf. Auf LT-Nachfrage erklärte der BFV: „Nach Rücksprache mit Spielleiter Bernd Schreiber ist es so, dass aufgrund der komplexen ligaübergreifenden Auf- und Abstiegssituation und den angestrebten Soll-Stärken der einzelnen Frauen-Verbandsligen vor der Saison entschieden wurde, in der Landesliga Süd in dieser Saison abweichend mit vier statt drei Direktabsteigern zu spielen. Dies wurde den Vereinsverantwortlichen auf der Ligatagung Anfang Juli 2018 entsprechend erklärt und auch auf die Einspruchsfrist hingewiesen, sollte sich ein Verein doch noch entschließen, gegen diese Ausnahmeregelung für die Saison 2018/19 vorzugehen. Davon hat kein Verein Gebrauch gemacht, sodass die Frauen-Landesliga Süd in diesem Jahr mit der Zustimmung der betroffenen Vereine abweichend von der in der Spielordnung vorgegebenen Maximalanzahl mit vier Direktabsteigern spielt.“

Pech mit dem Spielplan

Nicht nur für Weis – wie auch andere Trainer – völlig unverständlich: „Das ist eine Katastrophe für alle kleinen Vereine. Bei der Liga-Tagung, an der nicht nur die Frauen-Landesligen teilnahmen, gab es weder einen Verweis auf die Spielordnung noch eine genaue Erklärung. Deswegen hat wohl keiner die Tragweite erkannt. Zudem wurde nicht darauf hingewiesen, wie man Einspruch einlegen kann.“

Die Abstiegsregelung ist im Übrigen nicht das einzige Ärgernis im Abstiegskampf: Am letzten Spieltag, an dem in anderen Ligen alle Spiele zur gleichen Zeit angepfiffen werden müssen, um Absprachen zu verhindern, ist Dießen (dank Elfer-Gruppe) spielfrei.

Da könnten die Konkurrenten also schon ganz genau wissen, wie sie spielen müssen, um in der Landesliga drin zu bleiben. Und die MTV-Mädels müssen tatenlos zuschauen...

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