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Landsberger Kickboxer muss seine Titel kampflos abgeben

19.05.2015

Ein trauriger Kämpfer

Ibrahim Karakoc hatte keine Chance, seine WM-Titel zu verteidigen. Dabei hätte er gute Chancen gehabt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Ibrahim Karakoc wollte seinen WM-Titel verteidigen und bekam keine Chance dazu. Dabei war er Favorit

Er ist der amtierende Sportler des Jahres in Landsberg und er ist dreifacher Weltmeister – inzwischen muss man sagen: Er war dreifacher Weltmeister. Denn Ibrahim Karakoc, der Landsberger Kickboxer, musste vor Kurzem seine Titel abgeben, und zwar kampflos. Dabei war er keineswegs verletzt oder außer Form – im Gegenteil: Er war topfit und „ich hatte gute Chancen, meine Titel zu verteidigen“.

Das Problem war ein ganz anderes. Kickboxen ist nicht olympisch, damit gibt es keine finanzielle Hilfe vom Verband. Karakoc hätte also die Kosten für die Fahrt nach Portugal, wo die Titelkämpfe stattfanden, komplett selbst tragen müssen. Und natürlich auch für die Unterkunft für sich selbst und seine beiden Trainer. „Das war nicht zu machen“, erzählt er. Obwohl er sich frühzeitig und mit Unterstützung auf die Suche nach Sponsoren gemacht hat – es hat nicht gereicht. „4000 Euro hätte ich gebraucht“, sagt er, doch in Landsberg brachte er das Geld nicht zusammen. „Ich scheine hier noch nicht zur Sport-Familie zu gehören“, sagt Karakoc und blickt dabei auf die Fußballer oder Eishockeyspieler. Seine Gegner aus München, Stuttgart oder Regensburg hätten es da um einiges leichter: „Die sind nicht Weltmeister, nicht mal deutscher Meister, und tragen dennoch Sponsorenklamotten.“ Da kann er nur neidisch zusehen – und sich neue Ziele setzen, auch wenn es momentan sehr schwerfällt. „Eigentlich habe ich jetzt zu gar nichts Lust, nicht zum Training, zu nichts“, lässt er seiner Enttäuschung freien Lauf.

Aber dann bekommt der disziplinierte Sportler wieder die Oberhand – Karakoc trainiert täglich zweimal und das erste Mal bereits um 5 Uhr morgens, da der Student anschließend in die Uni muss. „Im Juni findet die deutsche Meisterschaft statt“, sagt er, dann müsse eben dieser Titel her – es wäre sein achter. Außerdem findet im nächsten Jahr wieder eine Weltmeisterschaft statt, „und da will ich mir die Titel zurückholen“. Bis dahin bleibt weiter Zeit, sich auf Sponsorensuche zu machen.

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