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Pflugdorf

21.03.2020

Eine Fahrt ins Ungewisse für Marcel Schrötter

Das Coronavirus bringt auch die Pläne von Motorradrennfahrer Marcel Schrötter durcheinander.
Bild: Theo Karanikos/ZUMA Wire/dpa

Plus Motorradpilot Marcel Schrötter wollte nach dem guten Saisonstart weitere WM-Punkte sammeln. Das Coronavirus bremst ihn aus. Wie der Pflugdorfer mit der Situation umgeht.

Eigentlich sollte Motorradpilot Marcel Schrötter – der gut in die Saison gestartet ist – an diesem Wochenende in Thailand um WM-Punkte kämpfen. Am heutigen Samstag hätte die Qualifikation und morgen das zweite Saisonrennen auf dem Chang International Circuit in Buriram stattfinden sollen, doch daraus wird nichts.

Das Coronavirus hat Deutschlands besten Motorradfahrer komplett ausgebremst. Statt mit dem Moto2-Bike auf der Rennstrecke ist Marcel Schrötter nur noch mit dem Fahrrad unterwegs. Erst daheim rund um Pflugdorf, jetzt mit seinem Superbike- und Ex-Moto2-Kollegen Jonas Folger in Mühldorf am Inn. „Ich sitze gerade auf dem Rad. Wir nutzen die Zeit, in der wir noch draußen trainieren können und halten natürlich Abstand“, verrät er, als ihn das Landsberger Tagblatt am Handy erreicht.

Weitere Rennen sind abgesagt

Das lange und bange Warten auf das nächste WM-Rennen hat begonnen. Nach dem Auftakt (ohne die „Königsklasse“ MotoGP) vor zwei Wochen in Doha ( Katar), wo der 27-jährige Pflugdorfer nach tollem Finish vom 13. Startplatz noch auf Rang sieben fuhr, geht es erst mal nicht mehr weiter. Neben dem Rennen in Thailand sind auch die April-Wettbewerbe in Austin/USA und Argentinien auf den Winter verschoben worden.

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Offizieller Saisonstart (mit MotoGP) soll nun Anfang Mai in Jerez ( Spanien) sein. Doch auch das ist aufgrund der weltweiten Corona-Krise noch keineswegs sicher. Sogar die weiteren Mai-Rennen In Le Mans (Frankreich) und Mugello (Italien) sind gefährdet. „Das ist für mich und für alle anderen Fahrer eine ungewohnte und schwierige Situation“, sagt Schrötter. „Wir haben normalerweise jedes Jahr den gleichen Ablauf. Du weißt immer, was als nächstes passiert, kannst darauf hinarbeiten. Aber jetzt mindestens sechs Wochen Pause, vielleicht sogar mehr. Das ist eine Ewigkeit, in der man nicht sehr viel mehr machen kann als Radfahren - solange es keine Ausgangssperre gibt“, erklärt der Motorrad-Profi vom Memminger Liqui Moly Intact GP-Team.

Tests in Barcelona abgebrochen

Eigentlich wollte er nach dem Katar-Grand-Prix in Barcelona, seiner zweiten Heimat, bleiben und trainieren, bis feststeht, wie es weitergeht. Das klappte nur eine Woche - dreimal saß er noch auf einem Motorrad. „Aber dann habe ich gemerkt, dass Lage in Spanien ernster wird. Von einem Tag auf den anderen waren in Barcelona keine Leute mehr unterwegs. Da hab ich geschaut, dass ich heimkomme. In so einer Situation bin ich doch lieber zuhause bei der Familie statt irgendwo in Spanien.“ Schrötter verrät auch, dass es gar nicht mehr so einfach war, noch einen einigermaßen erschwinglichen Flug nach München zu bekommen: „Viele Flüge gab es nicht mehr. Ich bin am Samstag Nachmittag zwei Stunden vor dem Computer gesessen, um zu buchen. Normal brauche ich dafür fünf Minuten...“

Über Zürich ging es Sonntagabend zurück in die Heimat. Zukunft völlig ungewiss. Er hoffe, dass es bald wieder losgehe. Sonst drohten dem Motorrad-Profi möglicherweise auch finanzielle Einbußen: „Wenn zwei, drei oder vier Rennen ausfallen, sollte das kein Problem sein. Aber wenn eine ganze Saison abgesagt wird und es dadurch keine Medien-Präsenz gibt, wird’s sicher schwieriger. Ich hoffe jetzt einfach, dass die Zahl der Erkrankungen in den nächsten 14 Tagen zurückgeht und sich so einiges bessert.“

Er würde gerne jede Woche Rennen fahren

Marcel Schrötter weiß aber auch, dass andere größere Probleme haben: „Ich lebe für meinem Sport, würde natürlich am liebsten jede Woche ein Rennen fahren, Das geht eben im Moment leider nicht“. Ihm gehe es zudem noch gut, er könne in den Garten gehen oder raus in die Natur. „Wer in eine eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Stadt hat, für den ist es schwieriger.“

Mehr zu den Saisonzielen von Marcel Schrötter lesen Sie hier: Motorradrennfahrer Marcel Schrötter will sich einen großen Traum erfüllen

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