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TSV Schondorf

27.04.2015

Eine Katastrophe für den Ort

1920 wurde der TSV Schondorf gegründet - steht der Verein jetzt vor dem Aus?
Bild: Julian Leitenstorfer

 Um einen neuen Vorsitzenden zu finden, soll die Satzung des TSV Schondorf geändert werden. Aber es gibt noch einen anderen Vorschlag

 Bereits zwei Mal wurde der TSV Schondorf für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet – jetzt gehen dem TSV die Ehrenamtlichen aus. Und zwar auf der wichtigsten Position. Wie berichtet steht der Verein momentan ohne ersten und zweiten Vorsitzenden da. Aus gesundheitlichen Gründen hat Günter Recknagel nicht mehr kandidiert – ein Nachfolger wurde nicht gefunden.

Mit der Golden Raute zeichnete der Bayerische Fußballverband den TSV Schondorf aus. Eigentlich, so Recknagel, „wollten wir uns nächstes Jahr für die Goldene Raute mit Ähre bewerben“. Doch das wird schwierig – ohne Vorsitzenden. In den nächsten Wochen muss eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. „Ob es dafür eine Frist gibt, muss ich mich noch kundig machen“, sagt Recknagel. Sollte auch da niemand gefunden werden, wird der Verein in allerletzter Konsequenz aufgelöst.

Eigentlich hatte Recknagel gehofft, bei der Versammlung doch noch jemanden zu finden, aber er hat nur Absagen erhalten. Das mag auch mit am Arbeitsaufwand liegen: „Mindestens zwei Stunden täglich sitze ich schon an der Vereinsarbeit.“ Deshalb will Recknagel im Zuge der zweiten Versammlung die Satzung ändern: „Wir brauchen drei oder vier Vorsitzende und mehr Beisitzer, dann kann man die Arbeit besser verteilen.“ Vielleicht hätte man die Satzung schon früher ändern müssen? „Ich hätte ja weitergemacht, wenn es gesundheitlich gegangen wäre“, sagt Recknagel.

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Auf ihn kommen jetzt vermutlich mehr als zwei Stunden täglich an Vereinsarbeit zu, denn im Vorfeld der außerordentlichen Versammlung gilt es noch einiges abzuklären. Ein Problem wird sich jedoch kaum lösen lassen: „Die Tendenz geht leider dahin, dass die Leute lieber mehr bezahlen, als selbst mitzuarbeiten“, sagt Recknagel. Und: „Uns fehlen die 30- bis 60-Jährigen.“ Also Personen der Altersgruppe, die am ehesten für die Übernahme eines Ehrenamts gewonnen werden kann.

Nicht so dramatisch sieht Schondorfs Trainer Eduard Schmalz die Situation. „Ich denke immer positiv“, meint Schmalz – angesichts der Tatsache dass die Kicker in der Kreisklasse gegen den Abstieg kämpfen verständlich. Seiner Meinung nach wird sich „sicher eine Lösung finden lassen“. Aber das brauche eben etwas Zeit.

Jörg Fritzinger, für die Fußball-Jugend zuständig, sagt: „Wir müssen einfach eine Lösung finden. Beim TSV trainieren in allen Abteilungen Hunderte von Kindern, ich weiß gar nicht, ob sich die Eltern der Situation bewusst sind.“ Um „aufzurütteln“ habe man schon den „einen oder anderen Schritt unternommen“, so Fritzinger und werde weiter arbeiten. „Für den Ort wäre es eine Katastrophe, wenn es den Verein nicht mehr geben würde.“

Für die Tennis-Abteilung würde die Auflösung des TSV Schondorf nicht automatisch das Aus bedeuten, sagt Abteilungsleiter Hartmut Keller. „Wenn es den TSV nicht mehr gäbe, hätten wir eine neue Konstellation, aber wir könnten selbstständig überleben.“ Aufgrund des Spartenbeitrags in der Abteilung, die zusätzlich zum TSV-Grundbeitrag erhoben würde, könne man die Kosten decken. Allein mit einer Satzungsänderung sieht es Keller nicht getan: „Mein Vorschlag wäre, eine Geschäftsstellensekretärin einzustellen. Diese könnte dem Vorstand die Arbeit mit den Verbänden und den Abteilungen abnehmen.“

Bei einem Verein mit über 1200 Mitgliedern hält er das für durchaus legitim. „Außerdem hätten wir dann vielleicht eine Mitgliederzahl, die mit der der zahlenden Mitglieder übereinstimmt.“

Wie es weitergeht beim TSV Schondorf werden die nächsten Wochen zeigen.

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