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FC Scheuring

19.02.2015

Eine alte Tradition lebt wieder auf

Karoline Wiedemann und Lena Senior (beide 9 Jahre alt) gehören auch zur Scheuringer Box-Gruppe.
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Karoline Wiedemann und Lena Senior (beide 9 Jahre alt) gehören auch zur Scheuringer Box-Gruppe.
Bild: Leitenstorfer

Seit Kurzem können Buben und Mädchen Boxen lernen

„Tänzeln, tänzeln, vorwärts gehen – und rückwärts“: Solche und ähnliche Anweisungen sind neuerdings jeden Dienstag in der Scheuringer Schulturnhalle zu hören. Wer annimmt, hier würden Tanzschritte eingeübt, ist auf dem Holzweg: Die Akteure auf dem Hallenboden sind allenfalls zwölf Jahre jung, bewegen sich in „Räuberzivil“ – und gehen mit gepolsterten Handschuhen aufeinander los.

Nicht alle auf einmal, sondern immer einer gegen den anderen. Die Rede ist von kleinen Faustkämpfern, die sich seit November vergangenen Jahres im Boxsport versuchen. Zehn an der Zahl, der Jüngste von ihnen gerade mal sechs Jahre, trainieren Woche für Woche unter der Leitung von Ronny Spindler (40). Die drei Mädchen und sieben Buben – zumindest einige von ihnen – könnten die Stützen der Abteilung Boxen werden, die eines Tages für den FC Scheuring in den Ring klettern. So lautet das Fernziel, das sich der früher mit großem Erfolg für den BSG Motor Gotha boxende Spindler in Scheuring gesetzt hat.

Seit 14 Jahren lebt er in der Gemeinde im Norden des Landkreises. Getreu dem Sprichwort „Wer rastet, der rostet“, hat er sich auch in Scheuring dem Sport verschrieben: Alle zwei Jahre läuft er einen Marathon in etwa 3:20 Stunden. In Freiburg, Prag und Berlin war das bisher der Fall. Und beim FC Scheuring engagiert er sich beim Turnen zusammen mit Anke Schmette: Häufig sind Ball- und Bewegungsspiele für die Mädchen und Buben angesagt. Denn als großer Turner sieht sich Spindler nicht. Als er hörte, dass sich alle Abteilungen des FCS im Rahmen eines „Schau-Tages“ – das war im November 2014 – präsentieren sollten, kam der 40-Jährige auf die Idee mit dem Boxen – seither fliegen in Scheuring dienstags immer die Fäuste.

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Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, wenn ihnen der ehemalige Meister im Weltergewicht (bis 63,5kg) die „Spielregeln“ des Boxens kindgerecht nahebringt: „Nicht so hart schlagen“ ist einer der wichtigesten Hinweise. Spindlers jüngster Schützling ist der sechsjährige Massimiliano. Sein Opa Roberto hat ihm einen Boxsack geschenkt, den er zu Hause „bearbeiten“ kann, wenn ihm der Sinn danach steht. Dem Bub macht das Training viel Spaß und sein Vater Marco hält Boxen für einen guten Ausdauersport – ihm sei es lieber, wenn die Kinder ihre Aggressionen beim Boxtraining statt im Pausenhof der Schule abbauen würden. Karolin (9) meinte, dass sie ihre Kraft rauslassen könne und lerne, sich zu verteidigen. Rudolf Aumüller, Vorsitzender des FCS, ist zuversichtlich, dass es mit dem Boxen als neue und achte Sparte klappen könnte. Momentan ist das noch „Zukunftsmusik“, meint Trainer Ronny Spindler. Sollte das Interesse aber weiter so steigen, kann er sich eine Kooperation mit dem Boxclub TSV Königsbrunn oder Piccolo Fürstenfeldbruck vorstellen. Dort boxte früher der heute 79-jährige Karl Schöpf. Er schloss sich nach dem Krieg dem Boxclub in Landsberg an: Einem neuen Verein, in dem auch US-Amerikaner die Boxhandschuhe überstreiften. „Zeitweise waren wir über 40 Aktive“, erinnert sich der mehrfache lokale und regionale Meister. 1961, längst unter dem Dach des TSV Landsberg, sei mit Boxen in Landsberg Schluss gewesen.

Zurück zu Ronny Spindler und dem FCS: Bei einer erfolgfolgreichen Kooperation will er eine Boxabteilung im FC Scheuring wagen. Mit einem Boxring dürfte der FCS im Landkreis Landsberg allein auf weiter Flur stehen.

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