Sport-Porträt

20.08.2015

Er ist MTVler durch und durch

Spieler, Funktionär, Trainer, Herausgeber der Stadionzeitschrift: Die Liste der Aufgaben, die Frank Fastl lange Jahre beim MTV Dießen übernommen hat, ist lang. Mittlerweile tritt er etwas kürzer, um mehr Zeit für die Familie zu haben.
Bild: J. Leitenstorfer

Frank Fastl hat dem Dießener Fußball lange ein Gesicht gegeben. Jetzt widmet sich der langjährige Spieler und Funktionär mehr der Familie

Jugendspieler, B-Jugend-Trainer, Spieler beziehungsweise Trainer der ersten und zweiten Mannschaft, Schriftführer, Herausgeber der Stadionzeitung, stellvertretender Abteilungsleiter – die Liste der Funktionen, die Frank „Zappi“ Fastl in über 30 Jahren beim MTV Dießen ausgeübt hat, ist lang. Vieles davon hat er parallel gemacht. Mittlerweile tritt der 40-Jährige etwas kürzer und steht bei den Dießener Fußballern nur noch in der zweiten Reihe. „Nachdem ich so lange für die Fußballbuben da war, bin ich jetzt für meinen Buben da“, sagt der Familienvater, der nun mehr Zeit für Ehefrau Lisa und Sohn Benedikt hat.

Frank Fastl gilt beim MTV als Macher. Als männliches Mädchen für alles. „Wenn du einen Sport so intensiv betreibst und dann siehst, dass hier und da etwas fehlt, machst du es einfach“, nennt Fastl seine Beweggründe, dass er Anfang der 90er-Jahre zusätzlich zu seiner Spielerkarriere auch noch ein erstes Funktionärsamt übernahm. „Das hat sich halt einfach so ergeben. Und ich bin MTVler mit Leib und Seele.“ Ein Vereinswechsel kam für den leidenschaftlichen FC-Bayern-Fan trotz guter Angebote nie in Frage. Zu groß war die Verbundenheit zu seinem Verein, zu wichtig das gemeinsame Fußballspielen mit seinen engen Freunden beim MTV.

Schon im Kindesalter startete Frank Fastl, der seit 2014 im Dießener Marktgemeinderat sitzt, seine Laufbahn als aktiver Fußballer. Noch heute kann er sich detailliert an seine ersten Spiele erinnern. „Das eine E-Jugend-Jahr hat sich mir stärker eingeprägt als viele andere.“ Kein Wunder: Denn seine Mutter bestand damals darauf, dass der Sohn eine weitere Aktivität neben Fußball hat. Zur Wahl standen Theater- oder Flötespielen. Die Wahl fiel aufs Instrument. Unangenehm war es dort nicht. „Ich war der einzige Bub damals – neben fünf, sechs Mädels“, erzählt Fastl mit einem breiten Grinsen. Aber das Flötespielen war bald Geschichte, und dann gab der Vollblutstürmer immer mehr auf dem grünen Rasen den Ton an. Nicht zuletzt dank täglichen Trainings wurde Fastl zu einem gefürchteten Torjäger. „Handy und Internet gab es damals noch nicht. Dass da jeden Tag Fußball gespielt wurde mit den Freunden, war ganz normal.“

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Den Wechsel in den Herrenbereich schaffte Fastl problemlos – nicht zuletzt dank seines Mundwerks, mit dem er sich gegenüber den älteren Spielern behauptete. „Da gab es schon immer viele Frotzeleien und manch anderer junger Spieler ist daran zerbrochen“, so Fastl, der darüber hinaus mit 18 Jahren Trainer der Dießener B-Jugend wurde, weil der eigentliche Coach zu Saisonbeginn das Handtuch geworfen hatte. An sein erstes Spiel bei den Herren kann er sich sogar heute noch erinnern. „Das war in Geltendorf. Wir lagen 0:2 hinten. Es war noch eine Viertelstunde zu spielen. Dann wurde ich eingewechselt und habe zwei Minuten später ein Tor gemacht.“ Frank Fastl sind viele Spiele im Gedächtnis geblieben. Tolle Siege, herbe Niederlagen, bittere Abstiege, aber auch Aufstiege – als Spieler der Ersten und gleichzeitig Trainer der Zweiten. 1999 verletzte er sich im ersten Relegationsspiel im Kampf um den Aufstieg in die Kreisklasse schwer: Schien- und Wadenbeinbruch. Die Mannschaft stieg trotzdem auf. Die folgende Saison wurde Fastls beste – er schoss 22 Tore.

Im Jahr 2005 rückte er in die Abteilungsleitung auf. Fünf Jahre später wurde er Trainer der Ersten. „Da habe ich zuerst in der Zweiten gespielt, habe mich auswechseln lassen, habe dann die Ansprache bei der Ersten gehalten, habe mich wieder einwechseln lassen und stand dann bei der Ersten an der Linie. Danach habe ich noch die Spielberichte geschrieben. Nach diesem einen Jahr war ich platt“, so Fastl, der von Schulkollegen in Anlehnung an Sänger Frank Zappa seinen Spitznamen Zappi erhielt.

In den vergangenen Jahren ließ er seine Spielerkarriere als Libero in der Zweiten ausklingen, um mitzuhelfen, die aus dem Nachwuchs gekommenen Spieler in den Herrenbereich zu integrieren. Und er wird spätestens dann wieder regelmäßig am Spielfeldrand stehen, wenn Sohn Benedikt die Fußballschuhe schnürt.

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