Newsticker
Corona-Gipfel: Arbeitgeber müssen Homeoffice ermöglichen, Maskenpflicht wird bundesweit verschärft
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Lokalsport
  4. Für Motorradprofi Marcel Schrötter ändert sich 2021 eine Menge

Motorsport

17.12.2020

Für Motorradprofi Marcel Schrötter ändert sich 2021 eine Menge

Marcel Schrötter hatte sich den Verlauf der Saison ganz anders vorgestellt. Jetzt hat er sich für 2021 neue Ziele gesetzt.
Bild: Glänzel (Archiv)

Plus Für den Pflugdorfer Motorradprofi Marcel Schrötter war es eine schwierige Saison. Jetzt hat er sich neue Ziele gesetzt - und schwebt dank Corona auf Wolke sieben.

Gut 30 Corona-Tests im vergangenen halben Jahr hat er hinter sich. Und 14 Rennen seit dem WM-Restart nach 132 Tagen Pause am 19. Juli in Jerez ( Spanien). Jetzt ist Marcel Schrötter wieder daheim in Pflugdorf. Da wird der Moto2-Pilot auch Weihnachten feiern. „Mit Fondue und Raclette im ganz kleinen Kreis“, erzählt der Motorradprofi im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt. Und er verrät: Zum ersten Mal ist Freundin Michelle dabei. Etwas Gutes hatte die Corona-Pause dann doch.

Im Frühjahr, als nicht nur die Motorradprofis pausieren mussten, hat Marcel Schrötter viel Zeit mit Michelle verbracht – und ist mit ihr seit Anfang September zusammen. Grund genug, an Weihnachten anzustoßen: Jetzt, in der Winterpause, gönnt er sich zum Essen auch mal ein Glas Wein. „Ich mag am liebsten einen süßen Roten“, verrät er. Und fügt hinzu: „Ich bin ja eigentlich auch ein Süßer.“

Der Spitzensportler steht auf Süßigkeiten

Schrötter braucht Marmelade zum Frühstück. Und Schokolade kann er nicht widerstehen. Allerdings ohne gleich vom Heißhunger überwältigt zu werden: „Eine kleine Ecke und dann ist’s gut. Eine Tafel hält bei mir ein bis zwei Wochen.“ Dank Michelle gibt’s jetzt sogar gemeinsam gebackene Plätzchen: „Vanillekipferl, Kokos-Makronen und natürlich welche mit Schokolade“, erzählt der Pflugdorfer.

Aus der Weihnachts-Backstube zurück auf die Rennpiste. Ein kurzer Rückblick auf eine coronabedingt ungewohnte Saison, die, vom Auftakt in Katar abgesehen, erst im Sommer begann – und in die er als WM-Gesamt-Siebter 2018 und -Achter 2019 mit großen Hoffnungen gestartet war. Jetzt sein bitteres Fazit: „Ein sehr enttäuschendes Jahr.“ Er gibt sogar zu: „Es gab sogar Momente, wo ich mich gefragt habe, ob es noch Sinn macht, in der Moto2 weiter zu fahren.“ Doch diese Gedanken hat er längst verworfen: „Ich bin jetzt drei Wochen daheim und vermisse das Rennfahren schon wieder. Ich denke nicht ans Aufhören.“

Für Marcel Schrötter war es ein schwieriges Jahr.
Bild: Glänzel (Archiv)

Zumal es auch in diesem seltsamen Jahr schöne Momente gab: Rang vier im vorletzten Rennen in Valencia, zum Beispiel. „Da kam ich aus einem Loch, das Selbstvertrauen war weg und ich bin fast noch aufs Podium gefahren. Darauf kann ich stolz sein.“ Dazu die beste Platzierung 2020: Rang drei im August in Spielberg (Österreich), Marcel Schrötters einziger Podiumsplatz.

Schrötter kann sich schwankende Leistung nicht erklären

Dann gleich wieder eine dieser unerklärlichen Enttäuschungen: „Eine Woche später schaffe ich auf der gleichen Strecke gerade mal Platz elf. Eines der vielen Riesenfragezeichen in dieser Saison, für die bis jetzt keiner eine Erklärung hat. Vielleicht hab’ ich ja einfach komische Reifen erwischt.“

Noch schlimmer – und so richtig schmerzhaft: Die vier Stürze in Le Mans, der übelste beim warm-up zwei Stunden vor dem Rennen. „Wenn du das Gefühl hast, egal was du machst, du fliegst auf die Schnauze, und dann auch noch mit 220 Stundenkilometern auf den Kopf fällst, stärkt das nicht gerade das Selbstvertrauen.“ Trotzdem heißt es in solchen Situationen: Augen zu und durch. Der 27-Jährige: „Wir sind alle Rennfahrer und haben alle Stürze hinter uns. Man hockt sich halt wieder auf die Maschine und hofft, dass man einigermaßen durchkommt.“ Klappte in Frankreich im Rennen dann mit Platz zehn überraschend gut.

Einer der wenigen Glücksmomente für Marcel Schrötter in dieser Saison: In Spielberg ist er aufs Podium gefahren.
Bild: Glänzel (Archiv)

Nach 15 Rennen landete Schrötter in der WM-Gesamtwertung auf dem neunten Rang. „Nicht super und keine Steigerung, aber nach so einer schlechten Saison kann sich ein einstelliger Platz noch sehen lassen. Ich könnte allerdings heulen, wenn ich sehe, was in dieser Saison möglich gewesen wäre.“

Alles neu heißt es jetzt für 2021 (20 Rennen sind geplant, Start Ende März in Katar). Mit dem italienischen Moto3-Vize-Weltmeister Tony Arbolino (20) bekommt die Nummer 23 einen neuen Teamkollegen. Zudem eine neue Crew um Chief Michael Thier aus Marktoberdorf, die beim Memminger Liqui-Moly-Intact-GP-Team zuletzt Tom Lüthi (fährt künftig für das spanische SAG-Team) betreute. Schrötter: „Wir müssen neue Wege finden, brauchen neue Ideen, neue Gedanken, neue Arbeitsweisen. Daher der Tausch.“ Sein Ex-Team um den Südtiroler Patrick Mellauner kümmert sich jetzt um „Rookie“ Arbolino.

Der Pflugdorfer will "Konstanz auf hohem Niveau" erreichen

Neu ist auch die Zielsetzung für 2021. Druck rausnehmen, gelassener werden und „Konstanz auf höherem Niveau reinbringen“, heißt die Devise: „Ich will konstant in die Top Ten fahren und muss in der schwierigsten Klasse der Welt auch mal mit Platz sieben zufrieden sein. Es muss ja nicht immer das Podium sein. Einfach Spaß haben und schnell fahren – ohne große Erwartungen.“

Der Aufstieg in die MotoGP bleibt ein Thema

Und was hat der Rennprofi für Zukunftswünsche? Da ist zum einen der Traum vom Aufstieg in die MotoGP: „Den werde ich nie aufgeben, das bleibt nach wie vor mein großes Ziel, für das ich alles tun werde. Das Thema stelle ich aber erst mal hinten an. Mit 27 bin ich ja noch lange nicht am Ende.“ Und dann will er in der Heimat sesshaft werden und seine Zweitwohnung in Spanien aufgeben. „Ich würde gerne im Gemeindegebiet bauen und suche ein Grundstück. Ist aber sehr schwierig“, sagt Schrötter, der seit vielen Jahren Ehrenbürger von Pflugdorf ist. Wäre doch schade, wenn er den Namen des Vilgertshofener Ortsteils nicht weiter in die Welt hinaustragen könnte.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren