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Fußball

19.03.2021

Fußball: Der Kreis Zugspitze will einen neuen Weg einschlagen

Schlagen die Fußballer im Kreis Zugspitze bald neue Wege ein? Kreisspielleiter Heinz Eckl stellt bei einer Videotagung ein revolutionäres Spielsystem vor.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Für die Fußball-Vereine im Landkreis Landsberg könnte sich in der neuen Saison viel verändern. Kreisspielleiter Heinz Eckl stellt ein revolutionäres Spielsystem vor. Wie es jetzt weitergeht.

Revolution im Fußball: Im Kreis Zugspitze könnte es in der neuen Saison 2021/22 zu einem völlig neuen Spielmodell kommen. In einer Videotagung wurde das System den Vereinen vorgestellt. Und die ersten Reaktionen von Vereinsvertretern nach der Vorstellung waren durchaus positiv.

Seit Jahrzehnten kennt man die Fußballsaison nach demselben Muster: Saisonbeginn im Sommer, Winterpause, Fortsetzung und Abschluss im folgenden Frühjahr – eine Saison mit Hin- und Rückspiel. Das neue Modell sieht eine ganz andere Saisonplanung vor.

Über 250 Vertreter von Fußball-Vereinen sind online dabei

Kreisspielleiter Heinz Eckl stellte es in einer Online-Videokonferenz vor, zu der sich über 250 Vereinsvertreter zugeschaltet hatten. Schon vor zwei Jahren seien erste Überlegungen dazu angestellt worden. In den übergeordneten Gremien wurde es diskutiert und dort fand man Zustimmung. Die aktuelle Corona-Krise mit der Unsicherheit, ob die laufende Saison überhaupt noch abgeschlossen werden kann, habe mit der möglichen Systemänderung nichts zu tun, teilte der Kreisspielleiter bei der Sitzung mit.

Das Grundprinzip sieht wie folgt aus: Zunächst werden die Gruppen in den einzelnen Klassen verkleinert. Nur noch maximal acht Mannschaften bilden eine Gruppe. Innerhalb der Gruppe wird im Herbst eine Runde mit Hin- und Rückspiel ausgetragen sowie eine Tabelle erstellt. Im Frühjahr werden die Gruppen neu zusammengestellt, dann gibt es eine Aufstiegs- und eine Abstiegsrunde, ebenfalls mit Hin- und Rückspiel. Am Ende steigen die Meister auf, die Tabellenzweiten gehen in die Relegation.

Nach der ersten Runde werden die Gruppen neu eingeteilt

Ebenso wird in der Abstiegsrunde verfahren – dann geht es für das Schlusslicht direkt eine Klasse tiefer und die Vorletzten haben noch in der Relegation die Chance, einen Abstieg zu verhindern.

Bei der Einteilung der Gruppen zu Saisonbeginn stünden drei Auswahlkriterien im Vordergrund: gemeinsame Heim- und Auswärtsspiele der Mannschaften, die Geografie, um möglichst viele Derbys zustande zu bringen und der Tabellenplatz in der Vorsaison. Damit wird verhindert, dass in der einen Gruppe alle Top-Teams der vorherigen Saison spielen, in den anderen dagegen die vermeintlich schwächeren.

Kreisspielleiter Heinz Eckl und seine Mitstreiter haben viel Zeit in die Ausarbeitung des neuen Systems gesteckt.
Foto: Thorsten Jordan (Archiv)

Sollte es eingeführt werden, werde man nach der Premiere die Erfahrungen der Vereine sammeln, nach zwei, besser drei Jahren erfolgt einer erneute Abstimmung aller Vereine, ob es bei der Neuerung bleiben soll, oder eine Rückkehr ins alte Spielsystem erfolgen soll.

Die Eckdaten für die einzelnen Spielklassen im Kreis Zugspitze

Die erste Runde startet am 8. August, der letzte Spieltag wäre der 7. November, anschließend wechseln die Teams von Platz eins bis drei in die Aufstiegsrunde, die restlichen in die Abstiegsrunde. Dabei nehmen die Teams Punkte entsprechend ihrer Platzierung mit (Aufstiegsrunde): Platz eins sechs Punkte, Platz zwei vier Punkte und Platz drei zwei Punkte; Abstiegsrunde: Platz vier sechs Punkte, Platz fünf vier Punkte, Platz sechs zwei Punkte und Platz sieben/acht je einen Punkt. Dies gilt von der Kreisliga bis zur A-Klasse.

Die Mannschaften nehmen Bonuspunkte mit

Die zweite Runde startet am 27. März und endet am 29. Mai, so die Planungen. Abgesehen von der Aufstiegsrelegation aus der Kreisliga in die Bezirksliga, können alle weiteren Entscheidungen als normale Relegation mit Hin- und Rückspiel, oder auch als Play-down beziehungsweise Play-off-Runde mit Best-of-Three ausgetragen werden. Darüber sollen die Vereine entscheiden.

Kreisliga: bisher zwei Gruppen mit 14 bzw. 15 Teams. Künftig vier Gruppen mit drei Mal sieben und einmal acht Teams. Aufstiegsrunde zwei Gruppen mit je sechs Teams, Abstiegsrunde drei Gruppen mit zwei Mal sechs und ein Mal fünf Teams.

Kreisklasse: bisher vier Gruppen mit ein Mal 15 und drei Mal 14 Teams, künftig acht Gruppen mit ein Mal acht und sieben Mal sieben Teams. Aufstiegsrunde vier Gruppen mit je sechs Teams; Abstiegsrunde sechs Gruppen mit drei Mal sechs und drei Mal fünf Teams.

A-Klasse: bisher sieben Gruppen mit sechs Mal 14 und zwei Mal 13 Teams, künftig 14 Gruppen mit zwölf Mal acht und zwei Mal sieben Teams; Aufstiegsrunde sieben Gruppen mit je sechs Teams; Abstiegsrunde zwölf Gruppen mit acht Mal sechs und vier Mal fünf Teams.

B-Klasse: bisher acht Gruppen mit je 13 Teams, künftig 13 Gruppen mit je acht Teams; Aufstiegsrunde sieben Gruppen mit je sechs Teams; Abstiegsrunde zwölf Gruppen mit acht mal sechs Teams und vier Gruppen mit fünf bis sechs Teams, je nach Besetzung der C-Klasse.

C-Klasse: Die Meldezahl ist sehr schwer abzuschätzen, es wird erwartet, dass acht bis zehn regionale Gruppen gebildet werden können, diese sollen mit acht Mannschaften besetzt werden. Jeder Herbstmeister der C-Klasse nimmt zwei Bonus-Punkte in die Abstiegsrunde der B-Klasse mit, ansonsten soll das Spielsystem entsprechend angepasst werden. Damit könnte es zwar passieren, dass der C-Klassen-Herbstmeister wieder absteigen müsste, aber „no Risk no Fun“ meinte dazu Heinz Eckl.

Jetzt kann in den Fußball-Vereinen diskutiert werden

Bis zum 19. April können die Vereine nun entscheiden, ob sie eine Änderung des Spielsystems testen wollen. Abgestimmt wird von den Vereinen zudem, ob eine Relegation wie gehabt oder eine Play-off-Runde durchgeführt werden soll, und ob man das Pilotprojekt zwei oder drei Jahre testen will.

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