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Kaufering

01.07.2019

Fußball-EM: Die Familie Neuhaus ist „super stolz auf Florian“

Silber bei der EM war nicht das, was sich Florian Neuhaus (Mitte) und seine Mitspieler gewünscht hatten. Im Finale musste sich die U21-Mannschaft den Spaniern mit 1:2 geschlagen geben.
Bild: Jan Huebner/Voigt

Nach der Niederlage im Finale der Fußball-EM herrschte bei dem Kauferinger Florian Neuhaus und seinen Teamkollegen erst mal Frust. Sein Vater und sein Bruder sehen das aber ganz anders.

Zu gerne hätte Daniel Neuhaus ein Bild davon gemacht, wie sein Bruder Florian den EM-Pokal in Händen hält. Doch so weit ist es nicht gekommen: Die U21-Fußballer mussten sich Spanien mit 1:2 geschlagen geben.

Die ganze Familie Neuhaus war am Sonntagabend im Stadion, musste sich aber zunächst gedulden, denn erst in der 61. Minute wurde Florian Neuhaus von Bundestrainer Stefan Kuntz eingewechselt. „Natürlich will man seinen Sohn spielen sehen“, sagt Vater Christian Neuhaus. Aber Kuntz habe ja erklärt, dass er defensiver beginnen wollte.

Nach dem Spiel gleich wieder nach Hause

Auch wenn zunächst die Enttäuschung groß gewesen sei, „wir sind alle super stolz auf Florian“, sagt Christian Neuhaus. Wer könne schon von sich sagen, dass er mit der U21-Nationalmannschaft in einem EM-Finale gestanden hat. „Und Vize-Europameister ist doch super.“ Zeit, um mit seinem Sohn nach dem Spiel noch zu sprechen, hatte Christian Neuhaus nicht mehr. Da er Samstag noch arbeiten musste, ging es für die Familie erst am Sonntagmittag auf nach Italien – und direkt nach dem Abpfiff wieder zurück, da Florians jüngerer Bruder Niki am Montag wieder in die Schule musste. „Ich denke aber schon, dass Florian, mit ein bisschen Abstand auch stolz ist auf das, was er geleistet hat“, sagt sein Vater.

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Der große Bruder leidet mit

Bruder Daniel, der zusammen mit Kumpel Felix Mailänder schon die Gruppenspiele der Deutschen vor Ort verfolgt hat, konnte mit Florian nach dem Spiel noch mal kurz sprechen. „Er war natürlich mega enttäuscht“, erzählt er. Und als großer Bruder litt er entsprechend mit. Auch, nachdem er gesehen hatte, dass Florian nicht von Anfang an spielen durfte. „Aber so ist das eben – der Trainer stellt auf“, sagt Daniel Neuhaus, der selbst aktiver Fußballer ist.

In den ersten 20 Minuten sei Spanien auch deutlich stärker gewesen. „Und wenn man gegen eine solche Mannschaft im Rückstand liegt, wird es extrem schwer, auch wenn sich die deutsche Mannschaft wieder gefangen hat“, blickt er auf das Finale zurück. Die erste Niederlage im Finale empfindet auch Vater Christian sehr ärgerlich. „Wenn man schon so weit ist, will man natürlich gewinnen“, sagt er. „Aber so ist das eben im Fußball“, weiß er, der im Landkreis mehrere Trainerstationen absolviert hat, aus Erfahrung.

Deutschland hat den Beginn verschlafen

Den Anfang habe die Mannschaft ein bisschen verschlafen – und musste dann dem Rückstand hinterherlaufen. Ein tolles Erlebnis, da sind sich Vater und Sohn einig, sei dieses EM-Endspiel dennoch gewesen, mit der Atmosphäre im Stadion – und dann auch dem Auftritt des Sohns beziehungsweise Bruders und schlussendlich dem Vize-Meistertitel. Nur würde sich Christian Neuhaus wünschen, dass diese Leistung der gesamten Mannschaft auch entsprechend gewürdigt wird: „Zweiter bei einer Europameisterschaft ist doch ein hervorragendes Ergebnis, aber der zweite Platz zählt oft schon nicht mehr.“

Florian Neuhaus darf noch ein paar Tage Urlaub machen, ehe es für ihn zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zurückgeht. „Und mit ein bisschen Abstand kann er sich über den zweiten Platz auch freuen“, ist sich Daniel sicher. Wobei es noch einen weiteren Grund zur Freude gibt: Daniel Neuhaus heiratet am Freitag, und „da wird Florian als Trauzeuge dabei sein.“

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