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Landsberg

15.07.2019

Fußball: Warum war Leistungsträger Bonfert nicht im Kader?

Sebastian Bonfert (Mitte) ist einer der Führungsspieler beim TSV Landsberg. Zum Saisonauftakt in Schwabmünchen war er allerdings nicht im Kader.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Schon nach dem ersten Spieltag gibt es beim Fußball-Bayernligisten TSV Landsberg Ärger. Leistungsträger Sebastian Bonfert war nicht im Kader, mehrere Funktionäre werfen hin und der Veranstalter der Kreismeisterschaft bestraft den Klub.

Es war die wohl größte Überraschung zum Auftakt in die neue Bayernligasaison: Sebastian Bonfert stand beim TSV Landsberg gegen Schwabmünchen nicht im Kader. Warum der Mittelfeldspieler beim Saisonstart nicht nominiert wurde, dazu wollte sich Cheftrainer Hermann Rietzler weder am Freitag nach der Partie noch am Montag gegenüber dem LT äußern. „Interne Abläufe bleiben auch intern“, meinte er. Zu den Gründen wird in Fußballerkreisen viel spekuliert. Das Gerücht, das man am häufigsten hört, ist, dass ein Streit zwischen Sebastian Bonfert und Innenverteidiger David Anzenhofer die Ursache sein soll, bei dem sich Cheftrainer Hermann Rietzler auf die Seite von Anzenhofer gestellt habe. Anzenhofer sagt auf Nachfrage, dass an dem Gerücht nichts dran sei, bestätigt aber die Meinungsverschiedenheit.

Der Teammanager tritt zurück

„Das ist aber längst geklärt und auch nicht der Grund für die Nichtnominierung. Der Trainer hat seine Entscheidung intern gegenüber uns Spielern begründet“, so Anzenhofer gegenüber dem LT. Bonfert selbst sagte nur: „Da müssen Sie den Trainer nach seinen Gründen fragen. Ich werde dazu nichts sagen.“ Der 31-jährige Mittelfeldspieler gehörte in den vergangenen Jahren zum Kern der Mannschaft. In den zurückliegenden drei Spielzeiten machte er 96 Spiele, schoss 28 Tore und bereitete weitere 30 vor. Er bestreitet heuer bereits seine neunte Saison für die Lechstädter und spielte zwischenzeitlich auch für den FC Memmingen in der Regionalliga. Bonfert war zudem in der Saison 2016/17 Co-Trainer des TSV Landsberg.

Beim VR-Bank-Cup trat die zweite Mannschaft nicht an

Die Personalie sorgt im Verein aber für Verwerfungen. Teammanager Wolfgang Sanktjohanser bestätigte gegenüber unserer Zeitung Gerüchte, dass er diese Aufgabe abgegeben habe, „unter anderem wegen der Ereignisse rund um Sebastian Bonfert“. Auch seine Tochter, die als Zeugwartin beim TSV mithilft, sei zurückgetreten. „Ich werde zum jetzigen Zeitpunkt inhaltlich nichts sagen. Wir haben noch eine Sitzung, in der mehrere Punkte geklärt werden müssen. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht“, sagte er am Montagmittag auf Nachfrage. Er werde sich aber auf jeden Fall weiterhin um die Spielerpässe und das Torwarttraining für die C- und D-Jugend kümmern, ergänzte Sanktjohanser. Auch ein weiteres Gerücht, dass rund um den TSV Landsberg kursiert, bestätigte Wolfgang Sanktjohanser. Der Sportliche Leiter, Arek Wochnik, wird sein Amt ebenfalls aufgeben. „Diese Entscheidung steht aber schon seit vier Wochen fest.“

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Nicht nur auf der Personalebene besteht beim TSV Landsberg Gesprächsbedarf. Für Unmut und Unverständnis sorgte unter den Fußballern im Landkreis am Wochenende auch, dass die Reserve des TSV das Viertelfinale um die Kreismeisterschaft beim VR-Bank-Cup gegen den Lokalrivalen FT Jahn Landsberg nicht spielte. Es waren zu wenige Spieler angereist. Die FT Jahn zog kampflos ins Halbfinale ein. Ausgemacht war nach Informationen unserer Zeitung, dass die Spieler der ersten Mannschaft, die gegen Schwabmünchen nicht eingesetzt wurden, auflaufen. Wie es dazu kam, erklärt Luke Rottmann, Trainer des TSV Landsberg II so: „Das ist leider schlecht gelaufen, weil es ein Missverständnis in der Kommunikation zwischen Hermann Rietzler und mir gab. Er dachte, ich informiere die Spieler der Ersten Mannschaft darüber, dass sie am Samstag aushelfen sollen und ich dachte, er übernimmt das.“

Der Veranstalter bestraft den TSV Landsberg

Inzwischen haben sich beide Trainer – die die Aufgabe erst vor der Saison neu übernommen haben – laut Rottmann zusammengesetzt und ausgetauscht, um derartige Probleme künftig zu vermeiden. Der Ausrichter der Meisterschaft, die VR-Bank Landsberg Ammersee, strich den Landsbergern wegen des Ausfalls der Partie die Antrittsprämie von 300 Euro. „Es ist sehr schade, dass der TSV nicht ausreichend Spieler zur Verfügung hatte“, sagt Manfred Doll, Leiter Marketing & Kommunikation bei der VR-Bank. Diese Summe bekomme jeder teilnehmende Verein, um seine Unkosten, beispielsweise für die Anreise, zu decken. Ausgezahlt werde das Geld aber nur, wenn der Verein zu seinen Spielen auch antrete.

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