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Sport-Porträt

16.01.2014

In guten wie in schlechten Zeiten

Ohne ihn würde es den Footballsport in der jetzigen Form in Landsberg wohl nicht geben: Knut Dins. Er war früher Spieler beim Express, Manager und heute Präsident des X-Press. Bei den Heimspielen fungiert er als Stadionsprecher.

Kaum ein Name ist in Landsberg so eng mit dem Footballsport verbunden wie der von Knut Dins

Landsberg Knut Dins, 44, reist gerne. Er hat 330 Großstädte in 30 verschiedenen Ländern gesehen, vor allem in Europa. Doch ihn zieht es immer zurück an den Lech, nach Landsberg, wo er geboren ist: „Da ist meine Heimat, da bin ich aufgewachsen, da gefällt es mir“, berichtet der Präsident des Landsberger Footballvereins X-Press. Dins hat den einstigen Landsberg Express, bei dem er früher gespielt hat, mit Mitstreitern im Oktober 2007 wieder unter dem Namen X-Press ins Leben gerufen.

Bei anderen Vereinen zu spielen, lehnte Knut dankend ab. Vor Ort, in Landsberg, mischte er von 1986 bis 1992 tüchtig mit. 1987 stieg das Team in die 2. Bundesliga auf: „Ein toller sportlicher Erfolg“, erinnert sich Dins. „Bundesliga-Luft“ in der 1. Liga wehte ihm auch um die Nase: 1991, während seiner dreimonatigen Grundausbildung bei der Bundeswehr, ging er in Karlsruhe auf Punktejagd. Weniger angenehm waren ein Kreuzbandriss und ein Meniskusschaden. Diese Verletzungen handelte sich Knut Dins wenig später ein – aber nicht beim Footballspielen, sondern beim Skifahren.

Maßgeblich am Wiederaufbau des Vereins beteiligt

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Das Ende seiner Ära als Aktiver auf dem Spielfeld zeichnete sich nun ab – eine neue Aufgabe tat sich für den 44-Jährigen auf: Schritt für Schritt wuchs er, zunächst als Sportdirektor, in den Vorstand vom Express hinein. Gewollt oder ungewollt lenkte der damalige Schatzmeister Markus Navarro die Entwicklung in die richtige Richtung. Dies mit seinem Hilferuf: „Wenn ich keine Unterstützung bekomme, höre ich auf“, soll er gesagt haben. 1993 wurden die ersten Spieler aus anderen Ländern über den großen Teich nach Landsberg geholt. Ab 1994 marschierte das Team ständig nach oben. 1997 spielte der Express erstmals in der 1. Bundesliga, unter anderem in Hamburg im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Das Match wurde mit 0:69 verloren. Trotzdem feierten viele Hamburg-Fans mit dem Gästeteam und seinem Anhang – und hatten großen Spaß: vor der Vereinskneipe der Hamburger, in die nur Mannschaft, Funktionäre und VIPs der Einheimischen eingelassen wurden. Am Rande der Feier wollte Dins seinen Ohren nicht trauen, als er von einem HSV-Anhänger gefragt wurde, ob er Mitglied beim Express werden könne. „Gerne“, lautete die Antwort. Zwei Monate später trudelte ein dickes Kuvert in der Geschäftsstelle in Landsberg ein. Inhalt: 116 ausgefüllte Mitgliedsanträge. Das waren die neuen Fans von der Waterkant, die zweimal im Jahr zu Heimspielen des Express an den Lech kamen. Und ein Jahr danach feierten die Hamburger mit 400 Leuten den Express beim Auswärtsspiel in Kiel an. Das sind die Momente, an die sich Dins gerne zurückerinnert. An andere sicherlich weniger.

Im Jahr 2000 der tiefe Fall. Letzte Saison 1. Bundesliga, Spielbetrieb eingestellt, Verein aufgelöst: Die Verantwortlichen sahen sich finanziell überfordert. Sieben Jahre später, Oktober 2007, Neuanfang. Vorausgegangen war eine Grillfeier, zu der viele ehemalige Spieler, auch aus Übersee, eingeladen worden waren. Gesprochen wurde über vieles. Im Mittelpunkt stand das Thema „Wieder Football in Landsberg?“. Mit Knut Dins als Präsident an der Spitze – 1999 bis 2000 hatte er den Verein auch schon geführt – hat sich Football wieder etabliert.

„Langsam und gesund“ soll mittelfristig der Weg in die 2. Bundesliga angesteuert werden: „Sechs Jugendmannschaften hat X-Press heute, der Zuspruch ist groß“, freut sich der Präsident. So groß, dass der Bayerische Landessportverband (BLSV) wissen wollte, ob die gemeldeten Mitgliederzahlen stimmen würden. Denn sie stünden im Gegensatz zum landesweiten Trend. Der BLSV wurde bei X-Press auch anderweitig tätig: Vor Kurzem überreichte Kreisvorsitzender Rainer Waschke dem Clubchef die Ehrennadel in Silber für 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit. Dins hat in der 1. Bundesliga als Schiedsrichter gepfiffen und war eine Zeit lang als Schiri-Ausbilder tätig. Er kennt das Regelwerk von A bis Z. Und kommentiert die Begegnungen im Sportzentrum für die Zuschauer fachmännisch. Entspannung und Ausgleich sucht der Manager für Büro-Systeme beim Tauchen in warmen Gewässern im asiatischen Raum und in Ägypten. Ein großes Fest steht Dins im August bevor: Er wird heiraten.

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