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Dießen

07.10.2019

Jonas Schupp und Moritz Hagenmeyer segeln zum deutschen Meistertitel

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Die beiden Dießener Spitzensegler Jonas Schupp und Moritz Hagenmeyer behielten bei der deutschen Meisterschaft die Nerven: Am Ende holten sie sich auf dem Ammersee den Titel.
Bild: Stefan Huber

Plus Heimsieg für das Duo Schupp/Hagenmeyer bei der internationalen deutschen Meisterschaft auf dem Ammersee. Die jungen Segler vom Diessner Segel-Club gewinnen im 29er. Das ist ihr Erfolgsrezept.

Bei der internationalen deutschen Jugendmeisterschaft im Segeln haben die Ranglistenersten jonas Schupp (16) und Moritz Hagenmeyer (17) ausgerechnet in ihrer Heimat am Ammersee den Titel geholt. Nach drei aufregenden Wettfahrttagen werden die Sportler des Diessner Segel-Clubs deutsche Meister. Wie beiden Schule und Leistungssport unter einen Hut bringen.

Atemberaubende Manöver an den Bojen

Bei der diesjährigen Jugendsegelmeisterschaft in der Klasse Skiff 29er - veranstaltet vom Diessner Segel-Club - kämpften 61 Jungen- und Mädchen-Teams aus vier Nationen von Donnerstag bis Sonntag um die besten Platzierungen. Das Segeln mit diesen pfeilschnellen Booten übt auf die Zuschauer eine adrenalin-gesteuerte Faszination aus. Bei der Umrundung der Wendebojen kommt es meist zu atemberaubenden Manövern.

In einer Reihe hintereinander, teilweise parallel, kommen die Boote mit hoher Geschwindigkeit und mit weit herausliegenden Vorschotern herangeschossen. Die Steuermänner reißen im allerletzten Moment das Steuer herum. Die Boote gehen aus dem Wind heraus. Das Segel fällt auf die gegenüberliegende Seite, während sich die beiden Segler schnell darunter ducken müssen. Nun geht es mit dem weit aufgeblähten Gennaker-Vorsegel zurück.

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Anfangs noch auf Platz zwei

Mit dabei sind auch die Lokalmatadoren und derzeitigen Ranglistenersten Jonas Schupp und Moritz Hagenmeyer. Nach den ersten Wettfahrten lagen sie noch auf dem zweiten Platz, doch die beiden behielten die Nerven und am Ende belegt das siegverwöhnte Duo wieder einmal Platz eins. Damit sind die beiden nach elf Wettfahrten an drei Tagen deutsche Jugendsegelmeister 2019. Das Team Moritz Dorau und Riko Rockenbauch vom Segelverein Schluchsee und Rastatt hat den zweiten Platz errungen. Dritter wurde die Mannschaft Finn Walter und Marcus Borlinghaus vom Münchner Yacht-Club. Der letzte Tag musste wegen Flaute abgesagt werden.

Für Schupp und Hagenmeyer ist es einfach etwas Besonderes, einen Wettkampf zu Hause zu bestreiten. Nach mehr als 110 Seetagen – viele davon am deutschen Segelstützpunkt in Kiel, aber eben auch im Ausland wie zum Beispiel in Spanien, Polen oder Italien – kommen die Dießener Jungs gerne in die oberbayerischen Gefilde zurück. Am Ammersee, da sind eben ihre Eltern und ihre Freunde. „Es ist ein cooles Gefühl, in den heimischen Club zurückzukehren“, bestätigt Moritz Hagenmeyer. „Es macht halt Spaß. Man wohnt hier in der Nähe, man kennt sich aus“, ergänzt Jonas Schupp.

Der Vater war schon Vizeweltmeister

Dass die beiden so erfolgreich sind, hat – neben ihrem Talent – auch mit einem professionellen, auf eine Linie eingeschworenem Umfeld zu tun. An vorderster Stelle sind das natürliche die enthusiastischen Eltern, die diesen Sport mitfinanzieren, mitorganisieren und bei größeren Auslandsfahrten die beiden auch begleiten. Die Begeisterung ist groß, wenn es ums Segeln geht. Vater Ben Hagenmeyer ist kein Unbekannter, schließlich war er 1995 selbst mal Vizeweltmeister in der Klasse Flying Dutchman. Der Apfel fällt also nicht weit vom Stamm.

Aber auch der Club unterstützt dabei die beiden und andere Nachwuchskräfte erheblich. Ohne das Entgegenkommen der Schulen würde es ebenfalls nicht gehen. So ebnet beispielsweise der Schuldirektor des Ammersee-Gymnasiums den Weg, wo es nur geht. In Absprache mit den Lehrern werden Schulaufgabentermine schon mal verschoben, damit die beiden international starten können. Die gute Vereinbarkeit von Sport und Schule hängt auch mit den guten Noten der beiden 16- und 17-jährigen Segler zusammen.

Es ist ein fokussiertes Leben, das den beiden ein hohes Maß an Disziplin und Organisationsfähigkeit abfordert. Die Voraussetzungen für weitere Erfolge stehen gut. Kenner der Szene trauen den beiden Ausnahmetalenten extrem viel zu – wer weiß, vielleicht sieht man sie eines Tages bei Olympischen Spielen.

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