03.08.2014

Kommentar: Ärgerlich

Die demonstrierenden Radfahrer sind nach rund 15 Jahren zurück auf der Birkenallee, um den Kampf um einen Radweg zwischen Dießen und Fischen wieder aufzunehmen – ermuntert vom Pähler Bürgermeister Werner Grünbauer, der partout diesen Kampf nicht verloren geben will, und angefacht von dem Imageschaden, den sich die Schutzgemeinschaft Ammersee mit ihrem Schilfbrand im März selbst zugefügt hat, und sie betonen zudem, dass der Bau eines Radwegs auch noch eine Art Klimaschutzprojekt sei. Das sind kühne Assoziationen. Denn ernsthaft wird niemand behaupten können, dass ein Radweg an der Birkenallee eine nennenswerte Anzahl von Autofahrten einsparen wird. Wenn schon innerörtliche Kurzstrecken motorisiert zurückgelegt werden, wer wird dann in die Arbeit, in die Schule oder zum Einkaufen mit dem Rad oder E-Bike fünf Kilometer über Land fahren? Ganz abgesehen davon ist der Binnenverkehr zwischen Fischen und Dießen recht überschaubar. Und weil ehrenamtlichen Naturschützern im Frühjahr ein überaus peinliches Missgeschick passiert ist, besteht auch kein Anlass, naturschutzfachliche Expertisen, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema befassen, als nicht mehr zutreffend zu erachten. Wirklich ärgerlich ist aber, dass nun wieder Energie in eine aussichtslose Sache gesteckt werden soll. Zielführender wäre es, endlich den Radweg-Lückenschluss an der Straße zwischen Dießen und der Raistinger Schleife herzustellen. Davon hätten die Fahrradfreunde wirklich etwas.

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