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Fußball

26.03.2021

Landkreis Landsberg: Fußballer diskutieren über neues Spielsystem

Die Fußballer im Kreis Zugspitze stehen möglicherweise vor einer großen Veränderung. Aktuell wird in den Vereinen viel über die Vor- und Nachteile der Neuerungen diskutiert.
Foto: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Plus Im Kreis Zugspitze steht ein neuer Saisonablauf zur Debatte. Im Kreis Landsberg diskutieren die Vereinsvertreter derzeit heftig über die Vor- und Nachteile. Das Landsberger Tagblatt fragt nach.

Landsberg Im Kreis Zugspitze ist ein neues Spielmodell im Gespräch – Kreisspielleiter Heinz Eckl hat dieses den Vereinen vor Kurzem in einer Videotagung vorgestellt (LT berichtete). Bis Mitte April haben die Vereine Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Das LT hat schon mal bei den Vereinen im Landkreis nachgefragt, ob es eine Tendenz gibt.

Schon vor zwei Jahren seien erste Überlegungen angestellt worden, mal ein neues Spielsystem einzuführen, hatte Eckl in der Sitzung mitgeteilt. In den übergeordneten Gremien sei der Vorschlag positiv aufgenommen worden – und so kam es zur Vorstellung.

Für die Fußballer endet die erste Runde im Herbst

Das Grundprinzip sieht wie folgt aus: Zunächst werden die Gruppen in den einzelnen Klassen verkleinert. Nur noch maximal acht Mannschaften bilden eine Gruppe, entsprechend erhöht sich die Zahl der Gruppen in jeder Klasse. Innerhalb der Gruppe wird im Herbst eine Runde mit Hin- und Rückspiel ausgetragen sowie eine Tabelle erstellt. Im Frühjahr werden die Gruppen anhand dieser Tabelle neu zusammengestellt, dann gibt es eine Aufstiegs- und eine Abstiegsrunde, ebenfalls mit Hin- und Rückspiel. Am Ende steigen die Meister auf, die Tabellenzweiten gehen in die Relegation.

Die ersten Reaktionen noch während der Sitzung waren größtenteils positiv gewesen – doch wie sieht es nach etwas Bedenkzeit aus?

Lob für den Verband und die viele Arbeit, die man sich dort gemacht hat, gibt es von Windachs Spielertrainer Marcel Graf.
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

„Ich finde das System ausgesprochen spannend“, sagt Marcel Graf, Trainer beim A-Klassisten SF Windach. „Dass sich der Verband so viele Gedanken gemacht hat, finde ich eine coole Sache.“ Was ihm besonders gefalle, sei die Tatsache, dass man durch die neue Zusammenstellung auch auf neue Mannschaften trifft. „Und zurück kann man immer noch“, meint er, wenn sich das System doch nicht bewähren sollte.

Ähnlich sieht es auch Markus Schwarzenberger, Trainer bei der DJK Schwabhausen (A-Klasse). „Wenn man drei, vier Jahre bei einem Verein ist, kennt man alle Plätze und Gegner – so lernt man neue Leute und Plätze kennen, ohne dass man den Verein wechseln muss.“ Auch er freute sich über das Engagement des Verbands, der sich so viel Mühe mit der Ausarbeitung des Systems und der Idee überhaupt gemacht habe. „Stand heute würde ich es gleich ausprobieren, nur wenn man es versucht, sieht man, ob es sich bewährt.“ Die Entscheidung in beiden Vereinen werde aber noch diskutiert.

Landsberger Vereine erhoffen sich mehr Derbys

Auch positiv, aber ein bisschen vorsichtiger ist Michael Stengelmair vom FC Scheuring (A-Klasse). „Jede Medaille hat zwei Seiten“, sagt der Trainer. Aber das Positive überwiege eindeutig. „So hätten wir vielleicht mehr Derbys und bis zur Winterpause würde mehr Spannung herrschen“, sagt Stengelmair. Nicht befürworten würde er den Play-off-Modus (Best-of-Three), der ebenfalls zur Debatte steht. „Die Relegation mit Hin- und Rückspiel hat sich bewährt.“ Seiner Meinung nach sollte das neue System drei Jahre gespielt werden, denn „man muss vermutlich nach dem ersten Jahr nachjustieren, dann bleibt Zeit“.

Wie lange soll das neue Spielmodell getestet werden?

Per Chat hat sich Erpftings Abteilungsleiter Patrick Völkers mit der Mannschaft seines SV Erpfting (A-Klasse) bereits kurzgeschlossen – anders gehe es in Zeiten von Corona ja nicht. Positiv finde er an dem Vorschlag, dass man weiterhin versuche, dass die erste und zweite Mannschaft gemeinsam ihre Spiele austragen, jedenfalls so weit dies möglich sei. Er würde bei dem Versuch eher für drei Jahre plädieren, da könne man mehr Erfahrungen sammeln beziehungsweise diese umsetzen. Bei der Entscheidung hätten auf jeden Fall auch die Spieler ein gewichtiges Wort mitzureden.

Scheurings Trainer Michael Stengelmair begrüßt die neue Variante, sieht aber auch Nachteile.
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Beim MTV Dießen (A-Klasse) stehe man dem Modell ebenfalls positiv gegenüber, sagt Trainer Philipp Ropers. Allerdings favorisiere man eher einen Versuch für zwei Jahre und auch mit Relegation statt eines Play-off-Modus.

Bei Jahn Landsberg sieht man auch Schwierigkeiten

Ein Lob für den Verband gibt es auch von Andreas Schillinger, Fußball-Abteilungsleiter bei der FT Jahn Landsberg. Dabei sei man bei den Jahnlern gespalten: Während es für die zweite Mannschaft, die auf dem Sprung in die A-Klasse sei, durchaus Vorteile haben könne, sei es für die erste Mannschaft, als Tabellenvierter der Kreisliga, schwierig: Letztere würde demnach knapp den Sprung in die Aufstiegsrunde verpassen. „Da noch mal einen Angriff zu starten, wäre schwierig“, so Schillinger. „Das System hat seine Vor- und Nachteile, aber ich finde, man sollte es mal zwei Jahre probieren.“ Dies wird Schillinger aber nicht allein festlegen – die Trainer und Abteilungsleiter werden sich beraten, wie man endgültig entscheiden werde.

Bis zum 19. April muss entschieden werden

Und für diese endgültige Entscheidung haben die Vereine noch bis zum 19. April Zeit. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit wird entscheiden, ob das neue Modell eingeführt wird. Außerdem müssen die Vereine festlegen, ob die Testphase zwei oder drei Jahre dauert – und ob ein Play-off oder die übliche Relegation über den weiteren Aufstiegsplatz entscheiden wird.

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