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Dießen

27.01.2020

Luftgewehr: Die FSG Dießen steigt in die 1. Bundesliga auf

Die erfolgreiche FSG-Mannschaft (hinten von links): Maximilian Ulbrich, Stefan Wadlegger, Alisa Zirfaß, Stephan Sanktjohanser und Johannes Ulbrich. Vorne die Trainer Lissi Stainer und Walter Sanktjohanser mit Ersatzschützin Eva Stainer.
Foto: Jakob Stainer

Plus Spannender hätten die Aufstiegskämpfe für die FSG Dießen kaum laufen können. Am Ende steht der größte Erfolg der Vereinsgeschichte - der Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Den Moment genießen – das ist jetzt die Devise bei der FSG Dießen. Die Luftgewehrmannschaft hat die Sensation perfekt gemacht: Als Meister der 2. Bundesliga Süd schaffte das Team den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dabei bewiesen die Dießener beim Aufstiegskampf in Regensburg eiserne Nerven, denn nach dem ersten Durchgang lagen sie noch knapp hinter dem Aufstiegsplatz.

Vier Mannschaften traten in Regensburg an – zwei von ihnen würden den Aufstieg in die höchste Klasse schaffen. Dabei ging es diesmal nicht darum, in Duellen möglichst viele Einzelpunkte zu sammeln, sondern in den Aufstiegswettkämpfen zählt allein die erzielte Ringzahl aller fünf Athleten nach zwei Durchgängen. Maximal 2000 Ringe pro Durchgang können erzielt werden.

Ein Ring zu wenig nach dem ersten Durchgang

Und nach dem ersten sah es noch nicht nach einem Aufstieg aus. Obwohl Maximilian Ulbrich, Stefan Wadlegger, Alisa Zirfaß, Stephan Sanktjohanser und Johannes Ulbrich fast alle über ihrem Ringschnitt lagen, lag man mit einem Ring Rückstand hinter Fenken auf Platz drei. Der SSV Brigachtal, den Dießens Schützenmeister Jakob Stainer schon vor dem Wettkampf als Favoriten ausgegeben hatte, war dieser Rolle absolut gerecht geworden und legte gewaltig vor: Zehn Ringe mehr als Dießen hatte der SSV, der nach seinem Abstieg die sofortige Rückkehr in die Bundesliga anstrebte, nach dem ersten Durchgang. Ist man lieber der Hase oder der Fuchs? Über diese Frage diskutierte Jakob Stainer nun mit seiner Tochter und Ersatzschützin Eva. „Mit zehn Ringen Vorsprung wäre ich lieber der Hase“, meinte Stainer – seine Tochter bevorzugte die Rolle des Fuchses und sprach damit dem Team aus dem Herzen.

Denn im zweiten Durchgang legten die Dießener noch mal zu. Hatte man im ersten 1963 Ringe erzielt, so legte man im zweiten noch eins drauf: Mit 1970 Ringen zog das Quintett an Fenken vorbei, das sich nicht mehr steigern konnte, und damit in die 1. Bundesliga Süd ein. Dabei durften die Dießener schon mal erleben, was sie in der höchsten Klasse erwarten wird. Etwa 400 Fans hatten die vier Mannschaften nach Regensburg begleitet, unter ihnen auch etliche Anhänger der FSG Dießen. „Da war eine unglaubliche Stimmung, die Zuschauer hatten Ratschen und Trompeten dabei“, sagt Stainer.

Noch in Regensburg wird kräftig gefeiert

Und nach den Wettkämpfen wurde dann auch noch kräftig in der Halle in Regensburg gefeiert. „Da ist so viel Adrenalin im Spiel, da muss man erst mal wieder runterkommen“, schildert der Dießener Schützenmeister. „Und wir waren auch die Letzten, die aus der Halle raus sind“, erzählt er mit einem Schmunzeln – wie man es von Dießen gewohnt ist: Bei den geselligen Anlässen bei den Letzten, aber im Wettkampf bei den Ersten.

Was die Mannschaft jetzt in der höchsten Klasse erwartet, da lässt sich Stainer überraschen. „Wir haben uns nach dem Wettkampf unterhalten, mit unseren Ergebnissen können wir jede Mannschaft schlagen, aber auch gegen jede verlieren.“ Auffällig ist, dass die FSG mit der kleinsten Mannschaft, also wenig Ersatzschützen, im Einsatz ist. Daran soll aber vorerst auch der Aufstieg nichts ändern, sagt Stainer. „Wir haben den großen Vorteil, dass unsere Mannschaft noch sehr jung ist. Jeder kann sich noch erheblich steigern.“

Verstärkungen aus dem Ausland soll es keine geben

Tatsächlich ist Stephan Sanktjohanser mit 25 Jahren der „Senior“ im Team. Wenn man weiß, dass Schützen erst ab Anfang 30 an ihren Leistungshöhepunkt kommen und auch mit Ende 30 noch Spitzenleistungen erzielen können, ist klar, worauf Stainer anspielt. „Im Übrigen halte ich nichts davon, einfach Ausländer oder andere Spitzenschützen einzukaufen. Für uns steht im Vordergrund, dass es in der Mannschaft stimmt, dass der Teamgeist vorhanden ist.“

Ergebnisse: 1. SSV Brigachtal 3943 (1973/1979); 2. FSG Dießen: 3933 (1963/1970) Stefan Wadlegger 395/398; Maximilian Ulbrich 397/396; Alisa Zirfaß 391/394; Johannes Ulbrich 388/396; Stephan Sanktjohanser 392/386; 3. SV Fenken 3931 (1964/1967); 4. FSG Titting 3921 (1961/1960).

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