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Schützen

29.09.2020

Luftgewehr: Dießens Schützen müssen ihre Bundesliga-Premiere verschieben

Die Stände bleiben leer: Wegen der Corona-Pandemie hat der Deutsche Schützenbund die 1. und 2. Bundesliga für Luftgewehr und Luftpistole abgesagt. Davon sind zwei Vereine aus dem Landkreis betroffen.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Plus Wegen der Corona-Pandemie ist die Saison in der 1. und 2. Bundesliga für Luftgewehr und Luftpistole abgesagt. So reagiert man in Dießen und Scheuring auf die Nachricht.

Das war’s: In diesem Herbst und Winter wird es im Landkreis Landsberg keine Bundesliga-Wettkämpfe der Schützen geben. Mit Scheuring (Luftpistole) und der FSG Dießen (Luftgewehr) hätten zwei Vereine in der höchsten Klasse geschossen. Doch daraus wird nichts, denn der Verband hat in beiden Disziplinen die Liga komplett abgesagt. Eigentlich sollte gerade in Dießen große Enttäuschung herrschen, doch FSG-Schützenmeister Jakob Stainer sieht die Situation ganz anders.

Arg gebeutelt wurde die FSG Dießen in diesem Jahr durch die Corona-Krise: Erst konnte man den größten Erfolg des Vereins, den Aufstieg mit der Luftgewehr-Mannschaft in die 1. Bundesliga Süd, gar nicht feiern. Jetzt wird man nicht mal antreten können. „Ich bin froh über die Entscheidung“, betont Jakob Stainer. Was ihn viel mehr ärgere, sei, dass die Entscheidung so lange auf sich habe warten lassen.

Schützenmeister: „Dießen darf kein Hotspot werden“

Er habe sich schon vor einem halben Jahr dafür eingesetzt, dass man diese Saison die Wettkämpfe aussetzt. „Ich kann es moralisch nicht verantworten, dass Dießen dann plötzlich zum Corona-Hotspot wird oder auch nur ein einziger deshalb an Corona erkrankt.“

Dießens Schützenmeister Jakob Stainer ist froh darüber, dass die Bundesliga-Saison abgesagt wurde.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Eine Reaktion vom Verband hat lange auf sich warten lassen. „Es ist in erster Linie darum gegangen, dass die Schützen Wettkämpfe bekommen, schließlich sollen sie ja im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen starten“, sagt Stainer. Die Bundesliga habe man deshalb durchziehen wollen. „Wir haben uns in der Mannschaft abgesprochen“, sagt Stainer und da sei man einhellig dafür gewesen, für eine Absage zu plädieren. „Es hat so doch keinen Sinn“, betont Stainer.

Um für alle Fälle gerüstet zu sein, hat er natürlich alle Szenarien durchgespielt – hätte man antreten müssen, hätten die Wettkämpfe im Schützenheim stattgefunden. „Aber ich hätte nur 25 Personen, also die zehn Schützen plus Kampfrichter, hereingelassen.“

Bis zu 1000 Zuschauer bei Luftgewehr-Wettkämpfen

Und damit hätte genau das gefehlt, was die Bundesliga-Wettkämpfe auszeichnet: die Zuschauer. „Ich habe schon mit 500 Besuchern gerechnet, teilweise sind bei den Luftgewehr-Wettkämpfen sogar 1000 Zuschauer da.“ Und genau das mache die Bundesliga aus. „Auf das alles, die Stimmung, das Remmidemmi, hätten die Sportler verzichten müssen. Da kann man dann auch in der Bayernliga schießen.“

Das Hygienekonzept bereitet enorme Schwierigkeiten

Wie die Stimmung bei Bundesliga-Wettkämpfen sein kann, haben die Scheuringer Luftpistolenschützen bereits bei ihren Veranstaltungen gezeigt. Doch auch sie müssen jetzt pausieren. „Einerseits ist es natürlich schade“, sagt Mannschaftsführer Alfred Franz. „Auf der anderen Seite wäre es für uns als Organisator kaum zu stemmen“, spielt er auf das umfangreiche Hygienekonzept an.

Und er geht noch weiter: „Bei sechs Mannschaften inklusive Ausländer gleicht das überspitzt gesagt ja fast schon einem Besuch in einem Risikogebiet.“

In Scheuring war bereits Bundesliga-Stimmung zu erleben. Hier gibt es Bilder dazu:

Luftgewehr: Dießens Schützen müssen ihre Bundesliga-Premiere verschieben
12 Bilder
Bundesliga-Premiere in Scheuring
Bild: Julian leitenstorfer

Und wenn man die Saison hätte abbrechen müssen, sei auch keinem geholfen. „Dann hätte man vermutlich finanzielle Einbußen“, sagt Franz. Fernwettkämpfe, die auch im Gespräch waren, habe er auch nicht für sinnvoll gehalten: „Gerade die Zuschauer machen doch die Liga aus. Damit hätte man sich noch mehr geschadet.“

Betroffen ist auch das Raistinger Luftpistolen-Team als Aufsteiger in die 2. Bundesliga. Wie es in den unteren Ligen auf Verbandsebene weitergeht, ist noch unklar.

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