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Pflugdorf

09.07.2019

Marcel Schrötter überzeugt nach schwierigen Wochen

Marcel Schrötter (links) zeigte beim Heimrennen auf dem Sachsenring eine gute Leistung und belohnte sich mit Platz drei.
Bild: Robert Michael/dpa

Motorradrennfahrer Marcel Schrötter aus Pflugdorf fährt auf dem Sachsenring aufs Podium. Er feiert mit seinen Fans - und einem Trainer aus der Fußball-Bundesliga.

Mehr als 200.000 Zuschauer feierten einen Motorrad-Profi aus dem Landkreis Landsberg: „Überall Fahnen mit meiner Startnummer 23, überall Fans, die mir auf der Ehrenrunde zujubelten – das war schon megacool“, erzählt Marcel Schrötter, Deutschlands bester Motorradfahrer dem Landsberger Tagblatt, während der Heimfahrt vom Sachsenring. Dort, bei seinem „Heimrennen“, dem Deutschland-Grand-Prix in Hohenstein-Ernstthal, kehrte der 26-jährige Rennfahrer aus Pflugdorf nach fünf eher durchwachsenen Rennen wieder aufs Podium zurück: Rang drei nach einem richtig starken Auftritt, der dritte „Stockerlplatz“ (nach Platz drei in Katar und dem dritten Platz in Texas) und damit Rang sechs in der Gesamtwertung mit 97 Punkten – punktgleich mit dem Vierten und dem Fünften.

Ein prominenter Gast gratuliert ihm

Der prominenteste Gratulant kam einfach mal so ohne Voranmeldung in die Boxengasse. Es handelte sich dabei um einen gebürtigen Landsberger: Julian Nagelsmann, der neue Trainer von Fußball-Bundesligist RB Leipzig, freute sich mit seinem langjährigen Freund. Schrötter sagt: „Das war eine super Überraschung. Julian und ich haben beide beim FC Issing Fußball gespielt. Zwar nie zusammen, weil er ja viel älter ist, aber wir kennen uns gut, hatten seit den Issinger Zeiten immer wieder Kontakt. Ich habe mich sehr gefreut, dass er zum Rennen gekommen ist.“

Ein Erfolg zum richtigen Zeitpunkt

Der dritte Platz am Sachsenring: Für Schrötter ein Erfolg gerade zum richtigen Zeitpunkt. Denn jetzt ist erst mal Sommerpause, das nächste Rennen findet Anfang August in Brünn (Tschechien) statt. „Man kann entspannter in die Pause gehen, wenn man weiß, es klappt wieder. Das war nach diesen schwierigen Wochen sehr wichtig.“ Schrötter verrät: „Ich hatte schon ein bisschen das Vertrauen in mein Motorrad verloren.“ Dazu muss man allerdings wissen, dass sich der Kalex-Pilot vom Memminger Dynavolt Intact GP-Team Ende April beim Trial-Fahren einen zweifachen Mittelfuß-Bruch am linken Fuß (mit dem man schalten muss) zugezogen hatte. Beim Rennen in Jerez fuhr er ein paar Tage später mit „brutalen Schmerzen“ auf Platz 15.

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Zwei Tage danach „hat sich ein Knochen bei einem wichtigen Test verschoben.“ Schrötter musste deswegen eine Woche vor dem Rennen in Le Mans (Frankreich) in Spanien operiert werden. Fast schon ein kleines Wunder, dass er es auf dem „Bugatti Circuit“ auf Platz acht schaffte. „Nach der OP ging es aufwärts, ich war immer in den Punkterängen“, sagt der Pflugdorfer.

Mit der ersten Saisonhälfte insgesamt zufrieden

Sein Fazit nach der ersten Saisonhälfte (neun von 19 Rennen sind absolviert): „Wir haben bislang einen guten Job gemacht. Wir sind ein Top-Team mit Top-Piloten. Tom Lüthi und ich haben gezeigt, dass wir in jedem Rennen um den Sieg mitfahren können.“ Und die Prognose für die zweite Hälfte? Der Gesamtführende Alex Marquez ist nur 39 Punkte weg, da sei noch alles drin, so der Pflugdorfer. „Mein Ziel ist es natürlich, endlich mal ein Rennen zu gewinnen. Ich habe viele Fans, die sagen, du bist ein Super-Rennfahrer, aber ...“ Dieses Aber: Das ist dieser Sieg, der Schrötter noch immer fehlt. Er verspricht: „Der kommt auch noch.“

Vorsätze für die kommenden Rennen

Jetzt ist erst mal Urlaub angesagt: Erst die Hochzeit eines Mechanikers in Südtirol, dann ein paar Tage am Gardasee entspannen. Danach beginnt die Vorbereitung auf die zweite Renn-Halbzeit. Sein Renn-Motto dann: „Locker bleiben, Spaß haben und sich nicht so viele Gedanken machen.“ Denn Schrötter weiß: „Ich setze mich oft zu sehr unter Druck und vergesse dabei die Freude am Rennen.“ Das will er künftig ändern: „Wenn man Spaß hat, ordentlich rein- und dagegenhält, kommt was Gutes heraus.“

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