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Fußball

28.08.2020

Noch herrscht bei den meisten Fußballern im Landkreis gute Stimmung

Wann dürfen wieder Zuschauer auf den Fußballplatz? Noch ist keine Entscheidung gefallen und deshalb wurde auch der Neustart verschoben. Die meisten Trainer nehmen es gelassen.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Plus Nach der Verschiebung des Neustarts müssen sich die Fußball-Trainer, Spieler und Fans im Landkreis Landsberg auf die geänderte Situation einstellen. Der Coach von Eching ist sogar richtig verärgert.

Eigentlich hätte die Fußball-Saison nach der Corona-Unterbrechung am 5./6. September neu gestartet werden sollen. Doch inzwischen hat der Verband entschieden, den offiziellen Start auf 19./20. September zu verschieben. Mittlerweile hat Ministerpräsident Söder bekannt gegeben, dass es bis Ende Oktober in der Bundesliga keine Zuschauer geben wird – wie es bei den Amateuren aussieht, ist noch unklar. Wie ist die Stimmung bei den Fußballern im Landkreis angesichts dieser Situation? Das LT hat nachgefragt.

Lange hatten sich die Sportler gedulden müssen, bis sie nach dem Corona-Lockdown endlich wieder ihrem Hobby nachgehen durften. Und noch mal dauerte es, bis wieder Körperkontakt und Testspiele erlaubt waren. Trotzdem hatten die Fußballtrainer im Landkreis von Beginn an eine beachtliche Trainingsbeteiligung gemeldet. „Die hat auch nach dieser Nachricht, dass der Start verschoben wurde, nicht nachgelassen“, sagt Patrick Starker vom Kreisligisten SV Igling.

Der Trainer von Igling hat schon Testspiele ausgemacht

Er, wie viele seiner Trainerkollegen, ist von der Verschiebung des Neustarts nicht überrascht. Deshalb hatte er schon vorsichtshalber weitere Testspielgegner angesprochen und „als die Meldung rauskam, dass der Start verschoben wird, haben wir gleich Spiele ausgemacht“. Überhaupt, glaubt Patrick Starker, „sind die Punktspiele im Kopf noch weit weg“. Was aber aus seiner Sicht nicht weiter ein Problem sei: „Die Jungs wollen einfach kicken.“

Eher resigniert reagiert Benjamin Enthart, Trainer des Bezirksligisten VfL Kaufering, auf die Verschiebung: „Sich ärgern nutzt auch nichts.“ Zu einem Stimmungsknick habe die Verschiebung nicht geführt, er sieht eher das Problem, dass die gesamte Liga verschoben sei. „Wir haben jetzt, wenn es gut läuft, noch fünf Spiele vor und fünf nach der Winterpause.“ Und da sei es wichtig, einen positiven Lauf zu erwischen. „Aber mit fünf Spielen ist es schwer, Spannung aufzubauen.“

Zwar auch nicht überrascht, aber doch etwas verärgert ist Sebastian Kohlbeck, Trainer beim A-Klassisten TSV Geltendorf über die Verschiebung. „Ich weiß nicht, warum da so rumgeeiert wurde. Es war doch schon lange fast sicher, dass das Datum nicht gehalten werden kann.“ Immerhin hat er weiterhin alle Spieler im Training, auch wenn man teilweise die Enttäuschung schon ein bisschen gespürt habe. „Ich bin nach wie vor der Meinung, es wäre besser gewesen, die Saison abzubrechen“, sagt Kohlbeck.

In Eching ist die Enttäuschung groß

Richtig enttäuscht ist Andreas Ufer, der Trainer des Kreisklassisten FSV Eching. „Jetzt hatte man mit dem 5./6. September ein Ziel vor Augen und die Jungs waren für das letzte Testspiel richtig motiviert“, beschreibt er die Situation. Schließlich habe man einige Neuzugänge und alle Verletzten seien wieder fit. „Da wäre es um den Stammplatz gegangen.“ Jetzt aber sei die Luft erst mal wieder raus.

Vor allem versteht er die Begründung des Verbands nicht, warum man den Vereinen Zeit geben will, die Hygienemaßnahmen umzusetzen. „Das ist vielleicht von der Bezirksliga aufwärts interessant. Aber bei uns kommen 200 Zuschauer doch höchstens, wenn es ein Derby ist, 35 Grad hat und es vor und während des Spiels Freibier gibt.“

Er kann sich auch nicht vorstellen, dass am 19./20. September wieder gestartet wird: „Wenn man sich die Fallzahlen so anschaut und dann muss man auch sagen, dass andere Bereiche auch wichtiger sind.“ Allerdings würde das auch bedeuten, dass der Ligapokal wegfallen würde, wenn man nicht vor dem 1. Oktober in den Spielbetrieb einsteigt. „Das wäre wirklich schade. Zum einen wegen der Arbeit, die sich die Verantwortlichen gemacht haben, zum anderen auch, weil ich ihn wirklich als tollen Wettbewerb sehe.“

Nach dem Urlaub ist ein Coronatest fällig

Von der Trainingssteuerung her sieht es Martin Geier, Coach beim Kreisligisten FC Weil, inzwischen etwas kritisch: „Ich kann mich nicht monatelang auf den Start vorbereiten“, sagt er. Die Stimmung im Team sei noch in Ordnung – trotzdem sei die Beteiligung im Training schwächer. Das hat aber einen anderen Grund: „Wenn Spieler im Urlaub waren, brauchen sie erst einen negativen Coronatest, dann können sie wieder ins Training kommen“, sagt Martin Geier. Gespannt ist er auf die Hygienekonzepte. „In Weil ist der Sportplatz von allen Seiten zugänglich. Ich weiß nicht, wie man da einen Eingang schaffen soll, vielleicht mit Bauzäunen.“ Aber Geier ist pragmatisch: „Durch die Änderung im Spielplan haben wir erst mal zwei Auswärtsspiele, da können wir schauen, wie es die anderen machen.“

Immer noch im Rahmen befinde sich die Vorbereitung trotz der Verzögerung, sagt Philipp Ropers, Trainer beim A-Klassisten MTV Dießen. „Aber je länger man nicht spielt, umso größer wird die Frage, ob man in diesem Jahr überhaupt noch spielen wird.“ Und sollte sich abzeichnen, dass in 2020 kein Punktspiel mehr stattfindet, dann „ist sicher die Luft raus“.

Ganz entspannt geht Armin Sanktjohanser vom Kreisligisten Jahn Landsberg mit der Situation um: „Ich hatte nichts anderes erwartet, als dass die Sommerferien abgewartet werden.“ Und er kann dem auch etwas Gutes abgewinnen: „Von meinen Spielern waren auch einige im Urlaub, die kommen jetzt wieder zurück. Insofern kommt es uns sogar ein bisschen entgegen, dass der Start erst Mitte September ist.“ Dann sollte die Runde aber auch beginnen. „Ich kann nicht verstehen, wo der Unterschied zwischen einer Kulturveranstaltung mit Zuschauern und einem Fußballspiel ist. Kultur geht, aber Sport nicht“, stellt er zur Diskussion und ist damit nicht alleine.

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