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Obermeitingen

12.09.2019

Obermeitinger Brüder fahren mit BMX in die Weltspitze

Raphael (links) und Lennox Ortel aus Obermeitingen lieben das BMX-Fahren. Kürzlich haben sie an der Weltmeisterschaft teilgenommen. 
Bild: Julian Leitenstorfer

Lennox und Raphael Ortel aus Obermeitingen lieben Zweiräder aller Art. Wie ihr Start bei der Weltmeisterschaft in Belgien lief, haben sie dem LT erzählt.

Für die Brüder Lennox und Raphael Ortel aus Obermeitingen gibt es nichts Schöneres als auf zwei Rädern unterwegs zu sein, vor allem mit dem BMX. Sie haben kürzlich an der Weltmeisterschaft in Belgien teilgenommen. Nach der Schule geht es für den zehnjährigen Lennox und seinen siebenjährigen Bruder Raphael so schnell wie möglich aufs Rad.

Der Vater baut Rampen für den Sohn

„Ich bin immer schon wahnsinnig gerne Fahrrad gefahren“, erklärt Lennox wie er zum BMX-Sport kam. Auch für Vater Sascha Ortel war schnell klar, dass das Interesse in diese Richtung geht: „Lennox ist früher mit dem Fahrrad über jeden kleinen Hügel gesprungen. Irgendwann musste ich ihm dann Rampen bauen.“ Im Internet hatten sie deshalb nach Fahrradsportarten in der Umgebung gesucht und waren so auf den MAC Königsbrunn und das BMX-Fahren gekommen. Das ist drei Jahre her. Auch sein Bruder Raphael wollte unbedingt mitmachen und begleitete ihn zum Training.

Es ist wichtig, auf dem Hinterrad fahren zu können

Dienstags und donnerstags üben sie. Bevor es auf die Strecke geht, stehen erst einmal Dehnungsübungen an, sagt Lennox. Raphael fügt hinzu: „Danach fahren wir uns drei Runden warm, dann geht das eigentliche Training los.“ Speziell die Kurventechnik, das Springen und das „Wheelen“, also das Fahren auf dem Hinterrad, seien die Trainingsinhalte und außerdem enorm wichtig, um möglichst schnell über die Strecke zu kommen. Denn Lennox und Raphael fahren die Rennsportart BMX-Race. Es geht also nicht darum, wie beim Freestyle, viele Tricks und Stunts auf dem BMX zu zeigen, sondern die Ziellinie möglichst vor den Konkurrenten zu überfahren.

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Die Familie nimmt für das Hobby weite Wege auf sich

Für ihre Leidenschaft nehmen die beiden Brüder – und auch deren Eltern – lange Reisen auf sich: Die Familie fährt für Bundesliga-Rennen unter anderem auch nach Hamburg oder Berlin. Auch bei einem Eurolauf im italienischen Verona standen sie an der Startlinie. Außerdem nehmen die Brüder an den deutschen und süddeutschen Meisterschaften teil und fahren Rennen in der Bayernliga. In den Ligen finden meist zwei Rennen pro Wochenende statt, sagt Mutter Iv Ortel. Den Eltern ist wichtig, dass die schulischen Leistungen trotzdem stimmen. „Sie lernen teilweise während den Autofahrten“, sagt Vater Sascha.

Der bisherige Höhepunkt für Lennox und Raphael war die Teilnahme an der BMX-Weltmeisterschaft in Belgien. Dort trafen sich im Juli diesen Jahres die besten BMX-Fahrer der jeweiligen Altersklassen, um sich auf der Strecke zu messen. Die Familie hat vor allem die Organisation beeindruckt: „Jedes Land hatte sein eigenes Zelt mit eigenen Betreuern“, sagt Lennox. Auch für Iv Ortel waren die Erfahrungen neu: „Bei Rennen in Deutschland können die Eltern die Kinder bis zum Start bringen, auf internationaler Ebene durfte nur noch der Betreuer mit in den Wartebereich, wo die Sportler auf ihren Start warten.

Bei der WM lief es besser als erwartet

Insgesamt eine Woche verbrachte die Familie in Belgien, Lennox und Raphael fuhren ihre Rennen an einem Tag. Für die beiden lief es „besser als erwartet“, erzählt Lennox. Beide überstanden eine Reihe von Vorläufen, der 10-Jährige scheiterte dann im Sechzehntelfinale und sein kleiner Bruder Raphael im Achtelfinale der jeweiligen Alters- und Fahrradklasse. „Eine starke Leistung von den beiden“, ergänzt Sascha Ortel – vor allem auch, weil es am Wettkampftag bis zu 43 Grad warm war. Die beiden Brüder fanden die WM super, auch weil sich beide noch viele Autogramme von Topfahrern sichern konnten.

Doch was macht einen guten BMX-Fahrer eigentlich aus? Aus Sicht von Holger Stolz – Trainer beim MAC Königsbrunn und Coach von Lennox und Raphael – ist Mut wichtig. „Ein guter Fahrer sucht die sportliche Herausforderung und liebt das „Schanzen“ mit dem Fahrrad“, erklärt er dem LT. Der Verein hat etwas mehr als 20 aktive Kinder und Jugendliche. Was die Entwicklung der Mitgliederzahlen betrifft, sei er zufrieden. „In den vergangenen Jahren sind Fahrer hinzugekommen.“ Dass liege auch daran, dass der Sport gut für Kinder geeignet sei: Der größte Unterschied zum normalen Fahrrad sei die Größe und das Gewicht. Ein BMX-Rad hat laut Stolz eine Laufradgröße von höchstens 24 Zoll und wiegt im Kinderbereich gerade einmal fünf bis sechs Kilogramm.

Auch in der Freizeit spielen Zweiräder eine große Rolle

Und was machen die Obermeitinger Brüder, wenn sie nicht mit dem BMX unterwegs sind? Auch dann sind sie am liebsten auf zwei Rädern unterwegs. Sie fahren Roller und Downhill mit entsprechenden Rädern. Dann sind auch ihre Freunde dabei. Dass ihre Hobbys durchaus gefährlich sein können, zeigt ein Erlebnis von Lennox. Er hatte sich vergangenes Jahr beim Downhill-Fahren einen Arm doppelt gebrochen. Für ihn ein Grund die Bremse zu ziehen. Nächstes Jahr wollen die Brüder an der Europameisterschaft, welche ebenfalls in Belgien stattfindet, teilnehmen. Und danach? Beide können sich vorstellen, später professionelle BMX-Fahrer zu werden.

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