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Jugendfußball

27.08.2013

Ohne Schiri, ohne Tabelle und (fast) ohne Eltern

Ab der neuen Saison gibt es die sogenannte FairPlay Liga im F-Jugendbereich.
Bild: Sibylle Seidl-Cesare

Bei den F-Junioren startet nächste Saison die sogenannte FairPlay Liga. Tore stehen dann fast im Hintergrund.

Ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter? Ist das möglich? Ist es! Sagt der Bayerische Fußball-Verband (BFV). Zur neuen Saison wird im F-Jugendbereich die sogenannte FairPlay Liga flächendeckend eingeführt. Nach erfolgreicher Testphase in der Rückrunde der Saison 2012/2013 gibt es einige Änderungen im Spielbetrieb der Sieben- bis Achtjährigen. Künftig wird es in den FairPlay Ligen keine Schiedsrichter mehr geben und der Ausgang des Spiels ist sekundär. Ziel ist es, dass der Sport für die kleinen Spieler kindgerecht und das Spielfeld an die Sichtweise der Kinder angepasst wird. Unter anderem sollen Eltern künftig nicht mehr direkt am Spielfeldrand stehen und die jungen Kicker anstelle eines Schiedsrichters selbst entscheiden, ob es Foul war oder nicht.

„Das ist eine ganz tolle Geschichte. Wir haben es in der Gruppe 5 im Norden im vergangenen halben Jahr getestet und es hat für gute Resonanz gesorgt“, sagt Walter Huppmann, BVF-Jugendgruppenspielleiter Nord aus Penzing. Er begrüßt die Reform im Spielbetrieb bei den zweitjüngsten Junioren. „Man sollte Kinder Kinder sein lassen“, appelliert Huppmann, den Leistungsdruck von den Sieben- und Achtjährigen zu nehmen. „Ich begrüße es, dass dieser Leistungsgedanke weg ist, die Kinder haben schon genug Druck in der Schule. Wenn man sieht, wie wenig Freizeit die Kinder heutzutage haben, sollen sie wenigstens Spaß im Sport haben – ohne Leistungsdruck“, so Huppmann. Denn das Ergebnis steht bei den F-Junioren hinten an. Die Tabellen seien nicht mehr sichtbar und es gebe auch keinen Meister mehr. „Es ist wichtiger, sich in diesem Alter sportlich zu betätigen und in ein Team zu integrieren, als möglichst viele Tore zu schießen.“ Durch die Einführung der FairPlay Liga will der Verband die Kinder zu Eigenverantwortung erziehen und deren Sozialkompetenz durch den FairPlay-Gedanken stärken.

Eltern und Zuschauer bekommen eigene „Fanzone“

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„Kinder haben es mit zunehmendem Alter leichter, auf dem Spielfeld die emotionale Balance zu wahren. Kinder profitieren nachhaltig von ihren eigenen Erfahrungen mit dem aktiven FairPlay und begegnen später Gegenspielern und Schiedsrichtern mit mehr Respekt“, heißt es im Leitfaden zur FairPlay Liga. Schiedsrichter gibt es künftig keine mehr, dafür übernehmen die kleinen Akteure auf dem Rasen die Entscheidungsgewalt. „Ein F-Jugendspieler kann sehr wohl entscheiden, was ein Foul war und was nicht. Und in einem F-Jugendspiel gibt es höchstens drei, vier kritische Szenen zu beurteilen“, sagt Spielgruppenleiter Walter Huppmann. Etwas kleiner wird die Spielfläche künftig sein. „Früher wurde quer übers halbe Großfeld gespielt. Jetzt wird schneller gespielt und es gibt mehr Torraumszenen“, meint Huppmann, der es positiv wertet, dass Eltern künftig rund 15 Meter vom Spielfeld entfernt stehen – abgegrenzt durch eine Hütchenlinie. „Das Schlimmste was ich erlebt habe, war bei einem Turnier, als der Großvater eines Torhüters selbst ins Tor gegangen ist, oder dass Eltern den Torschützen der gegnerischen Mannschaft beschimpfen.“

Generell kommen auf den Jugendbereich ab der neuen Saison, die am 14. September startet, weitere Veränderungen zu. Wie im Herrenbereich wird der elektronische Spielberichtsbogen eingeführt. Walter Huppmanns Postbotin und sein Speicher werden sich freuen. Bislang fielen beim Spielgruppenleiter, der 62 Vereine mit 480 Mannschaften in seinem Bereich betreut, pro Saison rund sieben Kartons mit Spielberichtsbögen an.

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