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Geschichte

19.10.2020

Reise in die Vergangenheit

Für das jüdische Ritualbad in Friedberg wurde im Mittelalter ein 25 Meter tiefer Schacht gegraben. Rechts die überlebensgroße Skulptur eines keltischen Kriegers, der sogenannte „Keltenfürst vom Glauberg“.
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Für das jüdische Ritualbad in Friedberg wurde im Mittelalter ein 25 Meter tiefer Schacht gegraben. Rechts die überlebensgroße Skulptur eines keltischen Kriegers, der sogenannte „Keltenfürst vom Glauberg“.

Der Historische Verein Landsberg besucht in der Wetterau den „Keltenfürsten vom Glauberg“

Die Wetterau zwischen Frankfurt, Taunus und Vogelsberg in Hessen ist kein touristischer Hotspot. Dabei kamen über die Jahrhunderte Kelten, Römer, Germanen, Kaiser, Kaufleute und Kurgäste in den fruchtbaren Landstrich – vor Kurzem auch eine Reisegruppe des Historischen Vereins Landsberg, unter der Leitung von Sigrid Knollmüller.

Nach Zwischenstopps in Aschaffenburg und der alten Stauferstadt Gelnhausen näherten sich die Landsberger der alten Kulturlandschaft der Wetterau. Deren Hauptort Friedberg konnte nicht nur mit der zweitgrößten Burganlage Deutschlands aufwarten, sondern auch mit einer Mikwe, einem jüdischen Ritualbad, in einem 25 Meter tiefen Schacht. Im benachbarten Bad Nauheim flanierte die Gruppe durch die Jugendstilbauten des imposanten Sprudelhofs. Mit dem ehemaligen Kloster Arnsburg und der Burg Münzenburg lockten zwei Ruinen die Landsberger ins hessische Mittelalter.

Höhepunkt der Reise war aber der Ausflug in die Keltenzeit am Glauberg: Dort waren 1988 die Reste eines riesigen Grabhügels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. gefunden und rekonstruiert worden. Und man fand den „Keltenfürsten vom Glauberg“, die überlebensgroße Steinfigur eines keltischen Kriegers, die in halb Europa ihresgleichen sucht. Im Keltenmuseum konnten die Gäste der beeindruckenden Skulptur im Original gegenübertreten.

Von der Keltenzeit ging es am letzten der fünf Tage noch in die römische Antike: Die Römer hatten die Wetterau mit ihrem Limes umfasst und gesichert. Eines ihrer Kastelle, die Saalburg, wurde ab 1897 rekonstruiert und gab den Landsbergern jetzt einen einzigartigen Einblick in das römische Provinzleben des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr. Die weithin sichtbare Skyline der Bankenmetropole Frankfurt holte die Reisenden dann aber schnell wieder in die Gegenwart zurück. (lt)

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