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Landsberg

30.06.2019

Taekwondo: Die Bretter brechen für den guten Zweck

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Kämpfen für den guten Zweck: Beim Turnier des Twin-Taekwondo-Centers Landsberg gab es nicht nur Pokale zu gewinnen.
Bild: Thorsten Jordan

Beim Turnier des Twin-Taekwondo-Centers Landsberg treten rund 400 Sportler an. Gleichzeitig läuft eine Typisierung und es werden Spenden gesammelt. Wie wichtig das ist, zeigt sich auch dank einer besonderen Besucherin.

Es ist heiß in der Landsberger Sporthalle und noch heißer auf dem Außengelände. Das Thermometer zeigt knapp 30 Grad im Schatten. Dennoch stellen sich rund 400 Mädchen und Buben, Frauen und Männer in weißen Anzügen mit Gürteln in den Farben Weiß, Gelb, Grün, Blau, Rot und Schwarz den Kampfrichtern. Sie alle haben ein Ziel: einen der Pokale mit nach Hause zu nehmen, die es beim Taekwondo-Benefiz-Länderturnier zu gewinnen gibt.

Die Sportler haben zwei Ziele

Wobei, eigentlich haben sie zwei Ziele – neben dem sportlichen soll auch die Werbetrommel für die AKB, die Stiftung Aktion Knochenmarkspende in Bayern, gerührt werden. „Kämpfen für den guten Zweck“ lautet das Motto des Turniers unter der Leitung der Großmeister Georg und Gerhard Maier. Und alle zusammen haben einen ganz großen Sieg errungen: 23 neue Stammzellenspender wurden gewonnen und rund 10000 Euro Spendengelder gesammelt. „Das war ein toller Tag“, freut sich Dr. Hans Knabe, der Gründer der AKB.

Während in der Sporthalle die „Großen“ und draußen, hinter der Eishalle, die „Kleinen“ den Wertungsrichtern zeigen, was sie drauf haben, wartet das AKB-Ärzteteam mit Hans Knabe und Renate Hintermeier-Knabe im Bus auf neue Stammzellenspender.

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Karsten Maduch aus München kommt zum Bus. Während seine Tochter gerade beim Hyong (Bewegungsabläufe) antritt, lässt er sich registrieren. „Eigentlich wollte ich das ja schon lange machen. Aber irgendwie kam immer wieder etwas dazwischen“, sagt Maduch, während ihm der Arzt Hans Knabe in seinem Taekwondo-Anzug mit dem schwarzen Gürtel Blut abnimmt. Organspender sei er auch schon, sagt der Maduch.

Ihr hat eine Stammzellenspende das Leben gerettet

Eine, die durch eine Stammzellenspende weiterleben kam, ist da: die fast zehnjährige Benita Bernhart aus Greifenberg (wir berichteten). Mit ihrer Mutter Rachel ist sie gekommen – und darf sich am Bruchtest probieren. Mut, Stärke und Willenskraft beweist die Kleine – nach nur drei Fußtritten zerbricht das Brett in den Händen von Systemgroßmeister Georg Maier.

Für die Kämpfer in den weißen Anzügen geht es nach einer Begrüßungsrunde erst richtig los. In Reih’ und Glied folgen sie den Kommandos des Großmeisters. Disziplin, Konzentration und Körperbeherrschung zeichnen Taekwondo aus, eine Sportart, die, wie Großmeister Gerhard Maier sagt, in jedem Alter ausgeübt werden kann. Im Turnier ist der jüngste Teilnehmer gerade mal fünf, der älteste 70 Jahre alt. Nach einer beeindruckenden Gemeinschaftsvorstellung geht es an den Stationen darum, individuelles Können zu zeigen.

Für den zwölfjährigen Jan aus Schongau oder die neunjährige Fiona aus Haunstetten besteht die wohl größte Herausforderung beim Hyong darin, sich gegen die gleißende Sonne zu bewähren. Zwar spenden ein paar Sonnenschirme und Bäume etwas Schatten, doch der reicht bei Weitem nicht für alle Wettkämpfer aus. Egal – diszipliniert, hoch konzentriert und motiviert treten die beiden zusammen mit anderen in ihrer Gruppe vor die Kampfrichter. Mit Erfolg, denn in dieser Disziplin sichert sich Jan den ersten und Fiona den zweiten Platz.

Es gibt ein weltweites Spendernetz

Derweil steht Andrea Aab aus Augsburg am AKB-Spendenbus. Nicht um sich registrieren zu lassen, das hat sie längst hinter sich. Allerdings bei einer anderen Organisation. Sie möchte von Renate Hintermeier-Knabe wissen, ob alle Registrierungen in einer gemeinsamen Spenderliste zusammengeführt werden. Hintermeier-Knabe erklärt: „Jeder Stammzellenspender wird erst in der nationalen Datenbank und dann auch in der weltweiten Datenbank erfasst. Alle Organisationen greifen auf dasselbe weltweite Spendernetz zu.“

Andrea Aab ist beruhigt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie aus der eigenen Familie weiß, wie wichtig Stammzellenspender sind. Ihre sieben Jahre alte Nichte war vor zwei Jahren an Leukämie erkrankt. Dank eines Spenders aus Polen ist das kleine Mädchen heute wieder gesund. Organisator des Benefiz-Länderturniers ist der Landsberger Großmeister Carsten Neumann, Mitinitiator Michael Laumer, der Abteilungsleiter Taekwondo im TV Planegg-Krailling. Auch er gehört zu den Menschen, denen dank einer Stammzellentransplantation das Leben gerettet wurde.

Die Teilnehmer können nach dem Turnier mit einem doppelt guten Gefühl nach Hause gehen, egal wie die Wettkämpfe liefen: Sie haben alles gegeben und gleichzeitig die Stammzellenspende ein bisschen bekannter gemacht.

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