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Handball

16.11.2020

Ungarischer Handballer steckt in Landsberg im Lockdown fest

Roland Neumeyer, Abteilungsleiter der Landsberger Handballer (rechts), hält große Stücke auf József Balogh. Doch wegen des Lockdowns ist dieser weiterhin zum Nichtstun verurteilt.
Bild: Nadine Haller

Plus József Balogh ist in Ungarn aufgewachsen und will sich in Landsberg für höhere Aufgaben empfehlen. Der Corona-Lockdown bremst den Handballer aus – er bleibt dennoch.

Eigentlich war József Balogh nach Landsberg gekommen, um sich zu präsentieren – und eventuell höhere Aufgaben zu empfehlen. Doch der junge Handballer aus Ungarn muss seine Pläne neu ausrichten: Frühestens im nächsten Jahr kann der TSV Landsberg in der Bezirksoberliga wieder Spiele austragen (wir berichteten). Balogh ist trotzdem in Landsberg geblieben, und dafür gibt es gute Gründe.

„Die Mannschaft ist sehr freundlich und hat mich gut aufgenommen“, sagt József Balogh. Seit Mitte August ist der 21-jährige Ungar in Deutschland und spielt Handball in der ersten Herrenmannschaft des TSV Landsberg. Für die Landsberger ist es nicht die erste Verstärkung, die aus Ungarn kommt – und davon profitiert der Neuzugang auch.

Er ist nicht der erste Ungar bei den TSV-Handballern

Die Verständigung auf Deutsch bereitet József Balogh momentan noch etwas Probleme, weshalb beim Interview auch TSV-Abteilungsleiter Roland Neumeier und eine Übersetzerin als Unterstützung dabei sind. „Den Kontakt hergestellt hat Zarlan Albrecht aus Ungarn. Der hat selbst vier bis fünf Jahre in Landsberg gespielt und kennt Józsefs Vater“, erklärt Neumeier.

Das war perfekt – sowohl für den TSV als auch für den 21-Jährigen, der nach dem Abitur in Ungarn erst mal weg wollte. Deutschland bot für ihn die beste Gelegenheit, Sport und Arbeit zu vereinen. „Ich fühle mich hier sehr wohl, weil sich viele Teamkollegen um mich kümmern“, erzählt Balogh. Und für die Landsberger Handballer ist er eine tolle Verstärkung: „Für uns ist József ein wirklich sehr guter Spieler“, so der Abteilungsleiter.

Baloghs Vater war Nationalspieler

Mit dem Handball angefangen hat József Balogh erst mit zwölf Jahren, „also relativ spät“, wie Neumeier anmerkt. Der Vater des 21-Jährigen war selbst Handball-Nationalspieler und hat seinen Sohn so zu diesem Sport gebracht. Seine Schulzeit verbrachte Balogh an einer Sportakademie in Ungarn. Das hat sich ausgezahlt: In der Jugend hat József Balogh bereits in der höchsten Liga gespielt. Bei den Männern ist er bis zuletzt in der dritten Liga angetreten.

Auch Deutsch hat er während seiner Schulzeit schon ein wenig gelernt; jetzt möchte er sich weiter verbessern. Bei der Job- und Wohnungssuche hatte der 21-Jährige Hilfe vom Verein. „Das war Voraussetzung, dass er nach Deutschland kommt“, so Neumeier. Balogh arbeitet bei Solar Häring. Der Inhaber sei selbst ein ehemaliger Handballspieler und Sponsor des TSV Landsberg, erzählt Neumeier. „Im Moment ist der Job noch schwierig und viel zu lernen“, so der Ungar, „aber viele Leute helfen und zeigen mir, was ich machen muss.“

Jetzt lernt der junge Handballer fleißig Deutsch

Und was gefällt dem 21-Jährigen an Deutschland? „Landsberg ist eine schöne Stadt. Und bisher sind alle Menschen sehr freundlich“, erzählt Balogh. Außerdem sei der Lebensstandard in Deutschland deutlich besser als in Ungarn. „Man verdient mehr und in Ungarn ist es schwieriger, einen Job zu finden.“

Seine Freunde zu Hause vermisse er zwar etwas, aber wirklich Heimweh habe er bisher nicht, so Balogh. Die Corona-Situation sei aber schon belastend. Vor allem jetzt, wegen des erneuten Lockdowns. „Wir haben ihn zum Essen eingeladen“, erzählt Neumeyer, denn in der aktuellen Situation würde ihm die Familie doch fehlen. Aber auch seine Mitspieler kümmerten sich um den 21-Jährigen. „Für ihn ist es schon sehr bitter“, sagt Neumeyer, trotzdem mache Balogh immer einen positiven Eindruck. „Ich hoffe, er kann jetzt zumindest an Weihnachten heimfahren, selbst wenn er in Quarantäne müsste“, so Neumeyer.

In Landsberg hofft man noch auf Freundschaftsspiele

Gelegenheit, bei Baloghs Spielen zuzuschauen, sollte sich aber trotz Corona noch bieten. Denn der 21-Jährige bleibt auf jeden Fall für eine ganze Saison beim TSV. Und danach? „Dann muss er entscheiden, ob er bleibt“, sagt Neumeier. „Wenn er ein Angebot von einem höheren Verein bekommt, bleibt er vielleicht sogar in Deutschland.“ Und die Hoffnung, dass man im nächsten Jahr zumindest noch Freundschaftsspiele austragen kann, bleibt weiter bestehen.

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