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TSV Landsberg

18.07.2013

Urlaub im September

Bild: Thorsten Jordan

Sepp Hintermeier blickt auf eine lange Zeit als Funktionär zurück

Sepp Hintermeier erzählt es fast etwas ungläubig: „Ich fahre heuer wirklich im September elf Tage in Urlaub und bin bei einem Heimspiel nicht da.“ Er wird also tatsächlich ein Heimspiel desTSV Landsberg verpassen. Wann das das letzte Mal vorgekommen war – jedenfalls ist es schon lange her, sehr lange sogar. 26 Jahre lang engagierte sich Hintermeier beim TSV Landsberg. Zunächst als sportlicher Leiter, dann jahrelang als Abteilungsleiter.

Wenn die Landsberger am Wochenende in die neue Landesliga-Runde starten, wird es seine letzte sein. „Eigentlich habe ich ja gesagt, dass ich aufhöre, wenn ich in Rente gehe“, sagt Hintermeier. Das ist jetzt schon eineinhalb Jahre her. Und nun wird es wirklich Zeit: „Jetzt kann ich auch beruhigt aufhören, da ich mit Andreas Jörg einen sehr guten Mann als Nachfolger habe“, sagt Hintermeier. Zudem arbeitet auch Toni Yildirim als Sportlicher Leiter mit, und nicht zu vergessen Trainer Sven Kresin. Aber solange die Nachfolge nicht geregelt war, wollte sich Hintermeier nicht zurückziehen.

Dabei, erzählt er, habe er schon vor zwei Jahren, als Wahlen anstanden, gewusst, dass es seine letzte sein würde. „Ich musste mir selber eingestehen, dass ich nicht mehr den Biss hatte wie früher.“ Zudem, so der 64-Jährige, sei es an der Zeit, „dass Jüngere das Ruder übernehmen“.

Urlaub im September

In den 26 Jahren hat Hintermeier eine Menge erlebt: Aufstiege, Abstiege, volle Zuschauertribünen und leider zuletzt immer öfter: fast leere Tribünen. „Wir sind nicht der einzige Verein, dem es so geht“, sagt Hintermeier. Woran es liegt – ihm fällt keine Antwort ein. Die Bundesliga boome, doch der Amateur-Fußball werde immer mehr ins Aus gedrängt. „Da soll mir keiner erzählen, die Fernsehflut spiele keine Rolle. In der Saison kann man sich doch schon jeden Tag Fußball im Fernsehen anschauen.“ Aber dieses Thema ist Hintermeier schon lange leid – auch eine Vorverlegung der Anstoßzeit zu Hause auf 14 Uhr hat bislang nichts gebracht. „Dabei zeigen wir einfach ehrlichen Fußball.“

Bei den Relegationsspielen früher sei das anders gewesen: „Wir hatten zu Beginn in der Bayernliga gegen Starnberg 800 Zuschauer, gegen Memmingen waren es sogar mal 1200“, erinnert er sich. Wobei diese Bayernliga-Zeit nur wenig Platz für schöne Erinnerungen lässt. Da war noch das herrliche Stadion in Passau, doch in dieser Zeit ist auch viel Negatives passiert, an das sich Hintermeier am liebsten gar nicht mehr erinnern möchte.

Der damalige Abteilungsleiter war in den Verdacht der Steuerhinterziehung in seiner Firma geraten, es fehlten Gelder aus der Vereinskasse – Krisenstimmung bei den Landsberger Fußballern.

Anton Hohenadl war in der schwierigen Zeit als Abteilungsleiter eingesetzt worden, das war 1998. Ende 1999 hat Hintermeier, der zu dieser Zeit schon lange als Sportlicher Leiter fungierte, das Amt von Hohenadl übernommen. „Er war für mich immer ein Vorbild, wie er die Abteilung geführt hat.“ Dennoch war es eine schwere Zeit, denn die Landsberger Fußballer wurden bis in die Bezirksliga durchgereicht. „Da kam dann Jochen Frankl als Trainer, und er war für uns ein Glücksgriff.“ Es gelang der sofortige Wiederaufstieg in die Bezirksoberliga, und „seitdem ist alles in Ordnung“. Für ihn steht jedenfalls fest: „Ich möchte diese Zeit nicht missen.“

So kann Hintermeier beruhigt ab der Winterpause – da sollen die Neuwahlen stattfinden – seinen „zweiten Ruhestand“ genießen. Dass ihm die Zeit lang werden könnte, da hat er keinerlei Sorge. „Ich spiele zwei Mal in der Woche Tennis in Kaufering, das reicht mir als sportliche Betätigung.“ Und wenn ihm tatsächlich mal langweilig sein sollte, dann „gehe ich eben Golf spielen“, sagt er und lacht. Einen Schnupperkurs hat er schon mal belegt, ob es mehr werden könnte, das lässt er offen. Immerhin: Urlaub im September ist schon mal drin.

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