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Tennis

31.03.2021

Utting: Isot von Pigenot steht mit 90 noch auf dem Tennisplatz

Isot von Pigenot feiert heute ihren 90. Geburtstag und kann es kaum erwarten, dass sie mit der Uttinger Damen60-Mannschaft wieder auf den Platz kann.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Isot von Pigenot aus Utting am Mittwoch ihren 90. Geburtstag. Seit ihrer Kindheit ist sie sportlich unterwegs und spielt mit den Damen 60 immer noch bei Turnieren mit.

Es ist zwei, drei Jahre her, da sorgte Isot von Pigenot bei einem Tennisturnier für Aufsehen. „Es kann doch nicht sein, dass bei euch eine Spielerin mit Jahrgang 31 dabei ist“, wunderte sich eine Gegnerin der Uttinger Damen60-Mannschaft. Doch es stimmte: Am Mittwoch feiert die gebürtige Ludwigshafenerin ihren 90. Geburtstag.

Der Rummel um ihren Geburtstag ist Isot von Pigenot eigentlich gar nicht recht. „Die 90 ist schlimm, weil ich mich gar nicht so fühle“, sagt sie mit einem Lachen. Und stimmt sofort zu, dass es so aber besser sei als andersrum – sich wie 90 zu fühlen und erst 70 Jahre alt zu sein.

Ein Geheimrezept, dem sie es zu verdanken hat, in diesem Alter noch so fit zu sein, hat sie nicht. „Ich weiß es nicht, ich hab’ halt gute Gene“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Aber sie hat auch ihr Leben lang Sport gemacht. „Als Kind war ich beim Laufen sehr gut, meine Strecke waren die 60 Meter.“ Später kam dann „ein bisschen Turnen“ dazu, Tennis und Skifahren.

Skifahren musste sie gezwungenermaßen aufgeben

Letzteres hat sie aber schon länger – gezwungenermaßen – aufgegeben. „Mein Sohn hat meine Ski weggeräumt, damit ich erst gar nicht mehr in Versuchung komme“, verrät sie mit einem Schmunzeln. „Aber das ist ja auch gut so, wenn man da stürzt und sich was bricht, das muss nicht sein.“

Und Bewegung hat sie auch so noch genug: Da ist ihre „Runde“, die sie täglich läuft und die Arbeit im Garten. Nach der Pensionierung ihres Mannes ist das Ehepaar 1984 in das frühere Ferienhaus gezogen. „Als Erstes bin ich gleich zum TC Utting gegangen und habe mich beim Tennis angemeldet. Dass der Tennisplatz so nah war, hat mich mit dem Umzug versöhnt“, berichtet sie.

Eigentlich wollte sie Pharmazie studieren

In Ludwigshafen hatte sie eigentlich nach dem Abitur (1,8) Pharmazie studieren wollen, doch dafür war eine Lehre in einer Apotheke Voraussetzung und eine Lehrapotheke zu finden, war schwierig. „Dann bin ich zu meinem damaligen Freund und späteren Mann, der Chemiker war, zu BASF gegangen“, erzählt sie – und schon bald meldete sich Nachwuchs an.

Zwei Söhne hat das Ehepaar, einer verunglückte jedoch tödlich, der andere Sohn lebt in München und arbeitet als Arzt. „Zu ihm werde ich an meinem Geburtstag auch fahren“, kündigt die Jubilarin an. Spätestens mittags will sie sich auf den Weg machen, „und dann lasse ich mich da verwöhnen“.

Die Uttingerin geht auch regelmäßig ins Fitnessstudio

Wenn der „Rummel“ wieder vorbei ist, wünscht sie sich, dass es dafür auf dem Tennisplatz bald wieder losgeht. „Im vergangenen Jahr gab es ja keine Turniere“, blickt sie auf die Corona-Beschränkungen zurück. Aber vielleicht klappt es ja zumindest wieder mit dem Training. „Eigentlich gehe ich auch ins Hardy’s, aber da geht ja momentan auch nichts. Ich muss so lange warten, bis ich ganz steif bin“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Das kann man sich angesichts des Elans, den die 90-Jährige versprüht, aber kaum vorstellen.

Wie sie bei dem Turnier damals, als ihr Geburtsjahr angezweifelt worden war, abgeschnitten hat, kann sie übrigens nicht mehr sagen – das sei auch gar nicht so wichtig, ist sie sehr bescheiden – nicht die Erfolge, sondern der Spaß am Sport zähle. Wobei sie ihr Licht aber nicht unter den Scheffel stellen muss, wie ihre Mannschaftskameradin Christl Gratzl sagt: „Wenn man gegen Isot spielt, muss man schon richtig Gas geben, um mitzuhalten.“

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