Dießen

05.12.2019

Von der Landesliga zum DFB

Kristina Spitzer ist als Zeugwartin für die U19-Nationalmannschaft im Einsatz gewesen.

Plus Kristina Spitzer spielt für den MTV Dießen. Jetzt hat sie sich um die deutsche U19-Nationalmannschaft gekümmert. Wie es dazu gekommen ist und was ihre Aufgaben waren, erzählt sie im LT.

Klar, ein ganz kleines bisschen neidisch sind die Mitspielerinnen schon, wenn sie im Training das Trikot mit dem Bundesadler und dem VW-Logo trägt. Denn das Shirt von Kristina Spitzer kommt nicht aus dem Fanshop. Die 18-Jährige, eine der Leistungsträgerinnen der Fußball-Damen des MTV Dießen in der Landesliga, hat es direkt vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekommen. Es war ein Teil ihrer Arbeitskleidung bei einem ganz besonderen Job, der für die junge Fußballerin zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.

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Krissi, wie sie alle nennen, war beim Lehrgang der deutschen U19- und U20-Frauen-Nationalmannschaft als Zeugwart für die U19 tätig. „Eine tolle Erfahrung“, sagt sie über die fünfeinhalb Tage in Teistungen (Thüringen). Toll – und anstrengend: „Mein Arbeitstag war nie vor 22.30 Uhr zu Ende. Die riesige Pool-Anlage des Hotels habe ich daher nur im Prospekt gesehen.“

Sie kümmerte sich um die Kleidung und die Bälle

Gleich nach dem Frühstück musste sie die Trainingskleidung für die 28 Spielerinnen – dazu kam ein 13-köpfiges Funktionsteam um Chefcoach Michael Urbansky – herrichten, sie war dafür verantwortlich, dass Bälle, Hütchen und Leibchen bereitlagen – und „ich hatte dafür zu sorgen, dass alle 40 Bälle nach dem Training wieder da waren.“

Von der Landesliga zum DFB

Bei den Übungseinheiten der besten deutschen U19-Frauen war die MTV-Spielerin einmal sogar mittendrin, statt nur am Spielfeldrand dabei: „Ich durfte bei einer Übung mitmachen – als Vorlagengeberin beim Torschuss.“ Gleiche Tätigkeit dann am Nachmittag und am Abend, und dann ab mit den Klamotten in die Wäscherei. „Ich war erst meganervös, ich glaube nervöser als vor dem Abitur. Aber das hat sich recht schnell gelegt, weil alle total nett waren und alles gut geklappt hat, nachdem ich gleich ins kalte Wasser geworfen wurde“, sagt sie.

Und fügt hinzu: „Es war eine tolle Erfahrung, ich hab’ total viel gelernt, was Training, Organisation und das ganze Drumherum betrifft. Das war alles super professionell, etwa die Kommunkation des Zeitplans für den nächsten Tag, lief nicht über WhatsApp, sondern über eine eigene Plattform. Und es ist natürlich schon etwas ganz Besonderes, wenn man lauter Spielerinnen über den Weg läuft, die man aus der Bundesliga kennt und die auch noch mit dir reden und dir die Hand schütteln.“ Wie Sydney Lohmann (19), die Nationalspielerin des FC Bayern, die bei der U20 trainierte. Lohmann kommt aus Pürgen und ist daher über den Dießener Frauenfußball bestens informiert.

Vom Trainer des MTV Dießen empfohlen

Stellt sich natürlich die Frage: Wie kommt man zu so einem Traumjob? Daran war Nico Weis, ihr Trainer beim MTV Dießen, schuld: Der Teammanager der U20-Frauen Florian Streib, der mit unterschiedlichen Juniorinnen-Teams arbeitet und früher in Dießen lebte und da auch mit ihm Fußball spielte, fragte ihn, ob ihm jemand für diesen Job einfalle. Die beiden sind seit vielen Jahren befreundet und teilen vor allem das Herz für den Frauenfußball.

Weis sagt: „Ich dachte sofort an Krissi. Weil sie auf so etwas Lust und richtig Freude dran hat. Und weil sie Zeit dafür hat. Ich habe ihr zugetraut, dass sie mit dieser Verantwortung zurechtkommt.“ Genauso war’s: „Krissi hat das richtig toll gemacht“, lobt Streib den Youngster vom Ammersee. Obwohl – so jung ist sie ja gar nicht mehr: „Ich war gerade mal jünger als zwei Spielerinnen dieser U19. Und älter als der komplette Rest ...“

Kristina Spitzers Fazit: „Ich würde es sofort wieder machen.“ Die Tage in Thüringen waren für die Fußballerin mit der Löwenmähne, die daheim in Penzing auch Saxophon im Musikverein spielt und aktuell in einer Landsberger „Schokoladenküche“ und in einem Café jobbt, wohl auch für die persönliche Zukunft wichtig: „Ich werde im Sommer anfangen zu studieren. Bislang wusste ich noch nicht so richtig, was. Aber nach dieser Woche denke ich doch wieder, dass es in die Richtung Sport oder Sportmanagement geht.“

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