Eiskalt, in einer Eiskammer bei minus 110 Grad, haben sich die Bayernliga-Fußballer des TSV Landsberg auf die Partie gegen Türkgücü München vorbereitet. Und genauso eiskalt haben sie Münchens „türkische Kraft“ wieder nach Hause geschickt. Die Truppe von Chefcoach Alex Schmidt gewann das erste Aufeinandertreffen der Lechstädter mit seinem Ex-Club (Saison 2020/21) überhaupt in der Bayernliga hochverdient mit 3:0 – ein gelungener Einstand für Co-Trainer Peter Gartmann, der seine Premiere auf der Bank feierte.
Nicht nur das: Da der bisherige Spitzenreiter Erlbach nur 0:0 gegen Kottern spielte, ist Landsberg mit zehn Punkten aus vier Spielen und mit den meisten erzielten Toren (13) neuer Tabellenführer. Was für eine Steigerung im Vergleich zur vergangenen Saison: Da befand sich der TSV nach vier Spieltagen ohne Punkt und Tor auf dem vorletzten Platz. Dabei musste sich Coach Schmidt schon vor dem Spiel mit gewaltigen Problemen in der Offensiv-Abteilung herumschlagen: Jeton Abazi (drei Saisontore) ist noch im Urlaub und zu allem Überfluss meldete sich mit Maxi Berwein (bislang ein Tor, vier Assists), der von 2022 bis 2024 47-mal für Türkgücü in der Regionalliga gespielt hatte, einer der wichtigsten Spieler aus privaten Gründen ab.
Landsbergs Tiziano Mulas trifft gegen Türkgücü doppelt
Für die beiden Goalgetter sprangen andere in die Bresche: Schon nach sieben Minuten brachte Tiziano Mulas die Gastgeber vor 530 Zuschauern 1:0 in Führung. Der 23-jährige Mittelfeldspieler war er auch, der in der 47. Minute für den 3:0-Endstand sorgte – und damit bereits sein viertes Saisontor in einem Pflichtspiel erzielte. „So kann’s gerne weitergehen“, sagte der ehemalige Memminger Regionalliga-Spieler, der für Landsberg immer wichtiger wird. Schon beim Auftakt in Schwaig und beim 2:1-Pokalcoup gegen Schwaben Augsburg hatte Mulas getroffen.
Bildergalerie vom Heimspiel des TSV Landsberg gegen Türkgücü München
Das 2:0 hingegen war eine Premiere: Moritz Ruprecht, der Neuzugang aus Unterhaching, köpfte in seinem zweiten Spiel für seinen neuen Verein sein erstes Tor für Landsberg (47.). Und noch eine Premiere: In der 69. Minute wechselte Schmidt „einfach so“, wie er sagte, den Keeper: Für Leo Leimeister, der schon nach zwölf Minuten einen Kopftreffer abbekam, durfte Torwart-Neuzugang Dani Baltzer, der nach starker Vorbereitung das Duell um die Nummer eins knapp verloren hatte, in die Kiste - der erste Bayernliga-Einsatz des Ex-Penzbergers, eine tolle Geste des Trainers.
Regionalliga-Absteiger Türkgücü, eine ganz junge Mannschaft, der in dieser Form der nächste Abstieg droht (Tabellenletzter ohne Punkt, mit 0:10 Toren), konnte die Lechstädter, die gerade in der Schlussphase noch gute Möglichkeiten auf weitere Treffer vergaben, nie ernsthaft in Gefahr bringen. Die (wenigen) Torchancen resultierten hauptsächlich aus Leichtsinnsfehlern der Landsberger, denen der schwere Pokalkampf gegen Augsburg noch in den Knochen steckte. Sogar Schmidt, der beim Spiel gegen die Schwaben 90 Minuten auf Achse und lautstark „on fire“ war, gönnte sich ein paar Sitzpausen auf der Bank.
Landsberg bleibt eine Woche Zeit bis zum nächsten Spiel
Klare Erkenntnis: Dienstag und Freitag antreten zu müssen, ist alles andere als eine optimale Lösung. So gab der Coach auch zu: „Heute war nicht alles Gold. Man hat gemerkt, dass die Jungs schwere Beine hatten. Leichtsinnsfehler und Unkonzentriertheiten sind eine Folge von Müdigkeit.“ Bis zum nächsten Spiel bleibt jetzt mehr Zeit zur Erholung: Am kommenden Samstag (Anpfiff 14 Uhr) geht’s zum FC Deisenhofen. Da fehlt allerdings mit Mittelfeld-Abräumer Lukas Bettrich wieder ein ganz wichtiger Spieler (Italien-Urlaub).
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