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Unbekannte errichten Lager am Lech auf Höhe Pitzling: „Es herrscht akute Waldbrandgefahr“

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Unbekannte errichten Lager bei der Staustufe 14: „Es herrscht akute Waldbrandgefahr“

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    Unbekannte haben am Lechufer nahe der Staustufe 14 ein Lager samt Feuerstelle errichtet. Peter Schmiddunser, Gewässerwart beim Bezirksfischereiverein Landsberg, ist besorgt.
    Unbekannte haben am Lechufer nahe der Staustufe 14 ein Lager samt Feuerstelle errichtet. Peter Schmiddunser, Gewässerwart beim Bezirksfischereiverein Landsberg, ist besorgt. Foto: Christian Rudnik

    Bereits Anfang April meldete die Polizei Landsberg in ihrem Pressebericht, dass Unbekannte nahe der Staustufe 14 drei Bäume gefällt und ein Lager errichtet haben. Der Bezirksfischereiverein Landsberg nutzt einen Platz in unmittelbarer Nähe für den Fischbesatz – und dessen Gewässerwart Peter Schmiddunser hat sich inzwischen an unsere Redaktion gewandt. Denn noch immer werde ein kleiner Abschnitt des Uferbereichs in dem Auenwald als „eine Art Partystätte“ genutzt. Davon zeugen zerbrochene Bierflaschen, jede Menge zurückgelassener Müll und Holzbretter, die wohl als Baumaterialien dienen sollen. Vor allem aber ist Peter Schmiddunser besorgt, weil auch eine Feuerstelle errichtet wurde: „Es herrscht dadurch akute Waldbrandgefahr“, sagt er. Und in der Tat: Als unsere Redaktion am späten Freitagvormittag mit Schmiddunser vor Ort ist, ist schon in einiger Entfernung Brandgeruch zu vernehmen.

    Gegen 11 Uhr ist in dem Lager zwar niemand mehr anzutreffen. Einige Stunden zuvor wäre das aber vermutlich noch anders gewesen: Die Feuerstelle in dem Waldstück am westlichen Lechufer – ungefähr auf Höhe des Stadtteils Pitzling – ist noch warm. Besonders tückisch erscheint, dass auch der mit Baumnadeln bedeckte Boden neben der Feuerstelle stellenweise glimmt und sichtbar qualmt. Für Peter Schmiddunser vom Bezirksfischerverein Landsberg ist das im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Er befürchtet, dass ein Waldbrand entstehen könnte. Der Gewässerwart löscht den potenziellen Brandherd selbst – und verständigt erneut die Polizei.

    Peter Schmiddunser und seine Mitstreiter haben das Lager am Lechufer Anfang April entdeckt.
    Peter Schmiddunser und seine Mitstreiter haben das Lager am Lechufer Anfang April entdeckt. Foto: Christian Rudnik

    Offenbar werden immer mehr Baumaterialien herangeschafft

    Peter Schmiddunser und seine Mitstreiter haben das von unbekannten Personen errichtete Lager erstmals am Samstag, 4. April, entdeckt. An diesem Tag haben sie am späten Nachmittag Regenbogenforellen in den Lech eingesetzt. Auch damals rief Peter Schmiddunser die Polizei. Die Landsberger Dienststelle nahm den Vorfall auf und rief mögliche Zeugen in ihrem Pressebericht dazu auf, sich zu melden. Bisher ließen sich die Unbekannten von den Ermittlungen der Polizei aber offensichtlich nicht abschrecken. Einige Tage später stand erneut ein Fischbesatz des Bezirksfischereivereins an, dieses Mal laut Peter Schmiddunser mit Bachforellen. „Da habe ich gesehen: Das Baumaterial wird ja sogar noch mehr“, sagt er zurückblickend.

    Am späten Vormittag ist die Feuerstelle noch warm.
    Am späten Vormittag ist die Feuerstelle noch warm. Foto: Christian Rudnik

    In dem Uferbereich befinden sich am vergangenen Freitagvormittag unter anderem mitgebrachte Plastikstühle und selbst angefertigte Sitzgelegenheiten. Eine zwischen einem Baum und einem Baumstumpf angebrachte Holzlatte könnte dem Anschein nach als Bar genutzt werden. Außerdem zu sehen sind leere – teilweise kaputte – Glasflaschen, Prospekte und Verpackungsmüll. Inzwischen wurden laut Peter Schmiddunser mindestens vier Bäume gefällt und weitere im Bereich des Lagers mit Farbe besprüht. Auf dem Boden liegende hochwertige Bretter sollen wohl noch verbaut werden, so die Annahme des Gewässerwarts.

    Kontrollen durch die Polizei Landsberg

    Peter Schmiddunser spricht von „Vandalismus“ – und das mitten in einem Naturschutzgebiet. Er befürchtet: „Wenn das Lager nicht aufgelöst wird, machen die mit Sicherheit weiter.“ Aus seiner Sicht sei die einzige Lösung, dass der Grundstückeigentümer das illegale Lager räumt, sagt Schmiddunser. Der Eigentümer sei der Freistaat Bayern, der durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) vertreten werde.

    Gegenüber unserer Redaktion äußert sich Dominikus Findler. Er ist Abteilungsleiter für die Landkreise Landsberg und Starnberg beim Wasserwirtschaftsamt. Ein Kollege werde sich vor Ort ein Bild von der Situation vor Ort machen. Sollten diejenigen Personen, die für die Errichtung des Lagers verantwortlich sind, ausfindig gemacht werden, würden sie dazu aufgefordert, dort selbst aufzuräumen. Wenn nicht, werde das Wasserwirtschaftsamt tätig. Wie Dominikus Findler weiter ausführt, beschäftigten die Behörde des Öfteren derartige Fälle.

    In dem Auenwald liegen zerbrochene Bierflaschen – und jede Menge anderer Müll.
    In dem Auenwald liegen zerbrochene Bierflaschen – und jede Menge anderer Müll. Foto: Christian Rudnik

    Unterdessen laufen die Ermittlungen der Polizei. Wie Andreas Rau, stellvertretender Dienststellenleiter in Landsberg, auf Nachfrage mitteilt, konnten Anfang April zwei Personen in räumlicher Nähe durch die Polizei festgestellt werden. Allerdings sei kein Zusammenhang mit den Beschädigungen an den Bäumen hergestellt worden. Nach dem erneuten Anruf von Peter Schmiddunser waren über das Wochenende nun regelmäßiger Polizeistreifen vor Ort, berichtet Andreas Rau: „Neue Erkenntnisse gab es dadurch aber nicht.“

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