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Pfadfinder

17.12.2018

Damit Antisemitismus keinen Platz findet

Kulturellen Austausch und Begegnung erlebten Jugendliche aus dem Landkreis in Israel.
Bild: Sophia Albrecht

Kultureller Austausch und Begegnung zwischen Jugendlichen in Israel

Sieben Jugendliche und fünf Erwachsene besuchten auf Initiative von Stephan Albrecht, Sprecher der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert und Gruppenleiter der Pfadfinder Lechrain in Epfach, Israel. Es handelte sich bei dieser Fahrt keineswegs um eine Urlaubsreise. Vielmehr stand ein kultureller Austausch und eine Begegnung zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Israel im Vordergrund, wie es Tyll-Patrick Albrecht, Vorsitzender von Gedenken Kaufering, selber formuliert.

Die Familien, die die Gruppe aus Deutschland besuchte, haben eine tragische Verbindung mit Deutschland. Es sind die Nachkommen Überlebender aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Dachau und Kaufering. Und genau dieser geschichtliche Hintergrund war der Grund für die Reise der insgesamt sieben Jugendlichen und fünf Erwachsenen.

Ein kulturelles Highlight war zum Beispiel der Besuch einer Schule in Ewen Jehud und der Hauptstadt Jerusalem mit Besichtigung der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, des historischen Zentrums, des Marktes, der Grabeskirche und der Klagemauer.

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Im Vordergrund der Reise aber standen Gedenkarbeit und das Zusammentreffen mit Überlebenden wie Max Volpert, Judke Beiles, Zwi Katz und Avigdor Neumann. Sie erzählten ihre Schicksale und trotz der schrecklichen Taten, von denen sie berichteten, war die Stimmung bei allen Treffen fröhlich und herzlich. Max Volpert berichtet, dass er erst 40 Jahre später über seine Erlebnisse im Konzentrationslager sprechen konnte, da Angst und Terror ihn alltäglich begleiteten und nahezu lähmten. Doch vor allem der Austausch mit jungen Menschen habe ihm geholfen, mit der Situation umzugehen. Der Tag, an dem er anfing, seine Geschichte zu erzählen, habe ihn nachhaltig verändert. Max begann zu laufen und auf einen Marathon zu trainieren. „Insgesamt habe ich schon an acht Marathons teilgenommen. Meine Bestzeit war drei Stunden 20 Minuten!“, sagt der 87-Jährige stolz.

Das Fazit der Reise: Es ist die Aufgabe jedes Einzelnen der nachfolgenden Generation, die Schicksale und Geschichten der jüdischen Bevölkerung unter dem nationalsozialistischen Regime weiterzutragen, damit Max, Judke, Zwi, Avigdor und all die anderen nicht vergessen werden, damit Antisemitismus, Ausgrenzung und Hass keinen Platz in unserer modernen, aufgeklärten Welt haben. (lt)

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