Ausflug

03.08.2019

Eine Reise in die Vergangenheit

Der Historische Verein Landsberg unternahm eine Reise in die Vergangenheit: Bernstorf und Manching standen auf dem Programm.
Bild: Helga Döllner

Der Historische Verein Landsberg besucht Bernstorf und Manching. Die Fundstücke aus der Vorzeit geben auch einen Eindruck in die Lebenswelt von damals

Auf eine Zeitreise von mehr als 5000 Jahren Menschheits- und Kulturgeschichte begab sich der Historische Verein Landsberg: Seine Studienfahrt führte zu zwei bedeutenden Orten der Vor- und Frühgeschichte in Bayern. Der erste Besuch galt den Resten der bronzezeitlichen Burg von Bernstorf, einem Ortsteil von Kranzberg.

Bei Ausgrabungen fanden sich hier Überreste einer gewaltigen Holz-Erde-Mauer mit vorgelagertem Grabensystem. Die Mauer umschloss eine Fläche von knapp 13 Hektar und ist somit die größte Befestigung dieser Art nördlich der Alpen. In der mittleren Bronzezeit, also so um 2500 v. Chr., war der befestigte Platz oberhalb der Amper offenbar ein wichtiger Kult- und Handelsplatz mit Kontakten weit über die Alpen hinaus. Allerdings ist dieser wichtige historische Platz weiterhin vom Kiesabbau bedroht, sodass bis heute noch große Teile der Anlage nicht ausgegraben und untersucht sind.

Was aber ausgegraben und gefunden wurde, lieferte überraschende Erkenntnisse. 1998 kam es zu einem „Jahrhundertfund“, denn Hobby-Archäologen entdeckten den Goldschatz von Bernstorf und zwei Jahre später einzigartige Stücke aus Bernstein. Die Untersuchungen an Goldschatz und Bernsteinfunden ergaben, dass die Art der Bearbeitung des Bernsteins und die Reinheit des Goldes auf Mykene hinweisen, das bedeutende Zentrum bronzezeitlicher Hochkultur in Griechenland.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Doch hat die „versunkene Stadt“ – so eine Sage – noch viele ihrer Geheimnisse nicht freigegeben, denn die wissenschaftlichen Untersuchungen sind noch lange nicht abgeschlossen. In einem kleinen, aber feinen Museum, dem „Bronzezeit Bayern Museum“, kann man die wichtigsten Funde bewundern.

Viele Jahrhunderte später, so um 500 vor Christus tauchten die Kelten in der Region auf. Das keltische „Oppidum“ von Manching, das zweite Ziel der Studienfahrt, war vor mehr als 2000 Jahren eine der größten und bedeutendsten Städte der Kelten in ganz Mitteleuropa. Auch hier wurden in jahrzehntelangen Ausgrabungen spektakuläre Funde geborgen, die heute im „kelten römer museum“ von Manching präsentiert werden.

Mithilfe der fachkundigen Führungen durch die Ausstellungen konnten die Mitreisenden nicht nur einen der größten Goldschätze dieser Zeit oder das weltweit einmalige goldene „Kultbäumchen“ bestaunen, sondern erhielten auch umfangreiche Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt der Kelten. Nicht vergessen darf man beim Besuch des Museums, sich auch den Fundstücken aus der Römerzeit zu widmen, die alle aus dem ehemaligen römischen Militärlager in Oberstimm bei Manching stammen.

Konnte man in Bernstorf eine Ausgrabung in ihren Anfängen miterleben, so präsentierte sich das Museum in Manching als moderner Bau am Rande des monumentalen Wallringes der ehemaligen Keltenstadt. Zum Abschluss besuchte die Gruppe den Gasthof „Klosterbräu“ in Bergen bei Neuburg/Donau. Nach einer Brotzeit und der Besichtigung der sehr schönen Rokokokirche zum Heiligen Kreuz ging es zurück nach Landsberg. (lt)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren