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Frühlingsfest

19.05.2015

Historischer Reigen

Ein Fenster in die Vergangenheit öffneten (von links) Luzia Thürmer, Veronika Heumos, Martina Boos, Sabine Leitner, Sylvia Frieb und Dagmar Bleicher.
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Ein Fenster in die Vergangenheit öffneten (von links) Luzia Thürmer, Veronika Heumos, Martina Boos, Sabine Leitner, Sylvia Frieb und Dagmar Bleicher.

Obst- und Gartenbauverein Finning feierte

Beim Frühlingsfest öffnete der Obst- und Gartenbauverein Finning ein Fenster in die Vergangenheit. Es begann im Jahr 1550 – auf der Burg in „Obervindingen“ feiert der Vogt Conrad zu Vinding mit seiner Frau Apollonia und der ganzen Gemeinde ein Frühlingsfest. Mittendrin das überraschte Finninger Publikum im Staudenwirt. Dazu spielen die vier Musiker „Filii sonatus“ und die Vorstandsdamen des Gartenbauvereins agieren als Hauptfiguren, die sie ja auch im Verein sind. Nur dass sie beim Frühlingsfest in historischen Kostümen auftreten.

Erzählerin Eva Rosenkranz führt in die Geschichte ein und setzt immer wieder den erzählerischen Rahmen. Apollonia, die Frau des Vogts (Sylvia Frieb) ist der „Rote Faden“ der Geschichte und verbindet die einzelnen Programmpunkte. Die Mägde (Luzia Thürmer, Veronika Heumos und Dagmar Bleicher) unterstützen Apollonia. Und Martina Boos ist für den lustigen Teil des Abends verantwortlich, unter anderem als Marktschreier , der auch ein Gedicht zum Besten gibt und für Fragen ans Publikum, ob sie alte heimische Begriffe noch kennen.

„Was ist doorat?“ lautet eine Frage; das Publikum spielt mit und schreit: „Schwerhörig“. Die meisten kennen auch Rousmugga (Sommersprossen), maroudi (matt, müde), Loas (weibliche Sau) und viele Wörter mehr. So wurde beim Frühlingsfest auch etwas für die Pflege des Dialekts getan.

Der zweite Teil des Abends war 100 Jahre später angesiedelt, zur Zeit des Goggolori, während des Dreißigjährigen Kriegs. Naheliegend, dass die Finninger Autorin Sabine Leitner eingeladen war, um Geschichten über den Goggolori zu erzählen.

Die Autorin des Buches „Lang lebe der Goggolori“ berichtete spannend und eindrucksvoll, wie das Mädchen Zeipoth den Goggolori kennenlernte, der ihr beim Spinnen half. Und wie aus der ungenießbaren Holzbirne die süße Goggolori-Birne wurde, die es heute noch in Finning gibt: Während der Kriegsjahre litten besonders die Kinder Hunger. Darum schickte der Goggolori Bienen aus allen Himmelsrichtungen, die den Honig in Holzbirnen gaben, die seitdem süß schmecken.

Auch hier war das Publikum gefragt: Sabine Leitner dirigierte die Gäste und der ganze Saal summte wie ein Bienenschwarm. Für so viel Einsatz gab es einen Goggolori-Trunk für die trockenen Kehlen, um für den nächsten Höhepunkt gewappnet zu sein: die historischen Tänze, die sich viele nicht entgehen ließen - Bärentanz und Kreistanz zu „Tourdion“ sorgten für viel Heiterkeit. Eine Augenweide war auch die Dekoration von Luzia Thürmer und Irene Steber.

Insgesamt ein sehr gelungener, kurzweiliger Abend. (sr)

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