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Ausflug

21.05.2015

Kontraste bei der Tagesfahrt

Mitglieder des VdK Landsberg besichtigten die Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen in Überlingen.
Bild: Ludwig Herold

VdK Landsberg fuhr mit dem Apfelzügle und besichtigte den Goldbacher Stollen

Für die Tagesfahrt des VdK-Ortsverbandes Landsberg an den Bodensee hatten der Vorsitzende Wolfgang Wähnert und seine Frau Angelika ein ganz spezielles Programm vorbereitet: zunächst eine idyllische Rundfahrt mit dem „Apfelzügle“ durch die Obstanlagen des Hofes Neuhaus bei Überlingen mit anschließender Brotzeit in dessen urgemütlicher Scheune. Und danach eine zweistündige Führung in der Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen. Den Abschluss bildete eine gemeinsame Kaffeepause an der Überlinger Seepromenade.

Da für diesen Ausflug auch der Mai seinem Namen alle Ehre machte, geriet bereits die Busfahrt von Landsberg nach Überlingen zu einem wohltuenden Erlebnis. Und auch die bereits erwähnte erste Etappe mit dem Apfelzügle – das Hans-Dieter Roth auf seinem Traktor hinter sich herzog – war schon deswegen aufschlussreich, weil es der Fahrzeuglenker auch verstand, seine Gäste entlang von Wiesen und blühenden Obstbäume fesselnd und gleichzeitig humorvoll zu unterhalten: nicht nur über die breit sortierten Bodensee-Äpfel, sondern mehr noch über das harte Leben der am Schwäbischen Meer lebenden Vorfahren.

Die „gute alte Zeit“ war für sie, wie Obstbauer Roth versicherte, alles andere als angenehm, sondern hing über Generationen hinweg vom Wohlwollen der herrschenden Grundbesitzer und Kirchenfürsten ab. Ebenso belesen zeigte sich der Gastgeber auch beim Thema „Adam und Eva“ sowie den Gedichten des griechischen Epikers Homer und seinen Helden und Göttern.

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Deutlich nachdenklicher erwies sich das Programm am Nachmittag beim Besuch der Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen: Von September 1944 bis April 1945 mussten dort 800 Häftlinge aus dem KZ Dachau eine 4,3 Kilometer lange Stollenanlage für die durch Bomben zerstörte Friedrichshafener Rüstungsbetriebe in den Felsen bohren und sprengen. Eine extrem schwere Arbeit, die mindestens 222 Häftlingen das Leben kostete.

Wie der Historiker Dr. Thomas Hirthe bei der Führung erklärte, habe es unter den verurteilten Arbeitern zumeist um deutsche sowie italienische, aber auch Sinti und Roma, jedoch keine jüdischen Häftlinge gehandelt. Vor der Heimfahrt nach Landsberg trafen sich die 55 VdK-Mitglieder bei Kaffee und Kuchen im Café am Landungsplatz Überlingen. (her)

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