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"Verheerende Zustände" beim Glasfaserausbau in Kaufering

Kaufering

"Verheerende Zustände" beim Glasfaserausbau in Kaufering

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    Beim Glasfaserausbau im Kauferinger Nordwesten läuft einiges schief. Projektleiter Franz Lang zeigt exemplarisch Schäden in der Thorstraße.
    Beim Glasfaserausbau im Kauferinger Nordwesten läuft einiges schief. Projektleiter Franz Lang zeigt exemplarisch Schäden in der Thorstraße. Foto: Christian Rudnik

    Eigentlich sollte der Glasfaserausbau in Kaufering längst erledigt sein. Doch im Nordwesten der Marktgemeinde ist der Frust groß. Dort kämpft Projektleiter Franz Lang, eigentlich im Ruhestand, mit chaotischen Zuständen, kaputten Straßen und nicht insolventen Baupartnern.

    Lang war drei Jahrzehnte im Bauamt tätig und hatte sich bereit erklärt, den Glasfaserausbau zu begleiten. Doch was er seit 2023 erlebt, beschreibt er als „verheerend“. „Die Telekom hat Fiber Experts aus Düsseldorf beauftragt, die wiederum EBC beauftragt haben – die sind inzwischen insolvent“, erklärt Lang. Seit Projektbeginn habe er es mit fünf verschiedenen Ansprechpartnern und sieben ausführenden Baufirmen zu tun gehabt.

    Kauferinger Projektleiter über Glasfaserausbau: „Wir fordern es ein, es wird nicht geleistet.“

    Hinzu kommen schwerwiegende Probleme bei der Umsetzung: unsachgemäß verlegte Leitungen, mangelhafte Verdichtungen und ungesicherte Baustellen, die ohne Absprache vor der Haustür auftauchen. Bei einer Zollkontrolle im vergangenen Jahr wurden laut dem Projektleiter 15 von 30 Arbeitern auf der Baustelle festgenommen – sie hatten offenbar keine gültige Arbeitserlaubnis. „Die Menschen vor Ort sind die Ärmsten“, sagt Lang. Sprachbarrieren, fehlende Sicherheitsmaßnahmen und ein enormer Koordinationsaufwand erschweren die Zusammenarbeit zusätzlich. Zwei „Jour fixe“-Besprechungen pro Woche helfen kaum, da die Zusagen regelmäßig nicht eingehalten würden. „Wir fordern es ein, es wird nicht geleistet.“

    Zwar gab es am 1. Juli ein Gespräch mit der Zusage zur Nachbesserung, „doch bis heute wurde nichts erledigt“, erklärt Lang, hörbar resigniert. Besonders dramatisch ist die Lage in der Thorstraße: Hier ist der Gehweg stellenweise mit grobem Rollkies überschüttet – für Kinderwagen und Rollatoren ein echtes Hindernis. Die Marktgemeinde hat inzwischen die Reißleine gezogen und einen Baustopp verhängt. Erst wenn die Mängel – darunter auch Schäden an Straßenbelägen und zu flach verlegte Leitungen – behoben sind, darf weitergebaut werden.

    Auch bei den Anwohnern liegen die Nerven blank. Viele beschweren sich direkt bei Lang. So auch ein Anwohner aus dem Wörnitzweg, der anonym bleiben möchte. Seine Bilanz ist ernüchternd. Im Wörnitzweg sei die Versorgung schon vor dem Glasfaserausbau nicht zufriedenstellend gewesen. Deshalb wäre eine rasche Fertigstellung wünschenswert. „Es ist einfach Pfusch, die Firma hat keine saubere Arbeit gemacht.“

    Er sei zudem enttäuscht über den Umgang mit Beschwerden: „Ich habe meinen Vertrag mit der Telekom, nicht mit einer Subfirma.“ Den Vorschlag, sich an die insolvente Ausbaufirma zu wenden, hält er für eine Farce. Besonders ärgerlich sei, dass die bisherigen – ohnehin schon schwachen – Leitungen durch die Bauarbeiten zusätzlich beschädigt worden seien. Die Telekom habe ihm einmalig 40 Euro gutgeschrieben – bei einer monatlichen Rechnung von 45 Euro. Die eigentlich vertraglich zugesicherte Geschwindigkeit von 100 Mbit/s wurde laut seiner Aussage „still und heimlich“ auf 50 reduziert – abgerechnet wurde trotzdem der volle Betrag. „Uns ist es nur per Zufall aufgefallen“, berichtet er. In Wirklichkeit kommen bei ihm oft nur zwölf bis 25 Mbit an. Ein Unding, zumal er im Homeoffice arbeitet und sein Sohn studiert. „Das ist kein Breitband, das ist ein Trauerspiel.“

    Telekom kann keinen Termin für Fertigstellung des Glasfaserausbaus nennen

    In einer schriftlichen Stellungnahme räumt die Deutsche Telekom AG ein, dass das Projekt „anders als ursprünglich vorgesehen“ verlaufe. Die ursprünglich beauftragte Firma Fiber Experts sei nicht in der Lage gewesen, das Projekt eigenständig umzusetzen. Die Telekom habe daher mit ihrer regionalen Einheit die Steuerung übernommen. Verzögerungen durch Subunternehmer und mehrfach notwendige Umstrukturierungen hätten das Vorhaben zusätzlich belastet. Man informiere betroffene Kunden „zeitnah über Terminverschiebungen“ und führe regelmäßig Gespräche mit der Kommune. Einen Endtermin für den Ausbau könne man derzeit jedoch nicht nennen.

    Währenddessen hofft der Anwohner vom Wörnitzweg, dass sich der Kauferinger Bürgermeister seinen Amtskollegen im Norden anschließt und die Interessen der Gemeinde gegenüber der Telekom mit dem gebotenen Nachdruck verfolgt. Denn auch in Untermeitingen, Obermeitingen, Graben und Klosterlechfeld kämpft man mit ähnlichen Problemen. Projektleiter Lang zeigt sich ernüchtert: „In 30 Jahren beim Bauamt habe ich viel erlebt, aber das hier ist unglaublich.“

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