Der Landsberger Stadtrat hat sich in einer Sitzung mit der Zukunft des Stadtbusses befasst. Dies wurde notwendig, da der aktuell gültige Verkehrsvertrag in knapp zwei Jahren ausläuft. Grundsätzlich besteht die Bereitschaft, dass sich die Stadt weiterhin an den Kosten für das Angebot beteiligt. Eine endgültige Entscheidung wurde allerdings noch nicht getroffen.
Laut Sitzungsvorlage endet der Verkehrsvertrag zum Stadtbus in Landsberg Anfang Februar 2028. Es ist also eine erneute Ausschreibung des Busverkehrs notwendig, und dazu ist schon jetzt eine Vorabbekanntmachung zu veröffentlichen. Nach Ablauf einer Einjahresfrist kann das Vergabeverfahren dann formal durchgeführt werden.
Der Einsatz von Elektrofahrzeugen wird offen gehalten
Die Stadt Landsberg und der Landkreis Landsberg tragen das Betriebskostendefizit des Stadtbusses jeweils zu 50 Prozent. Der Stadtrat hat in einem Beschluss nun die Bereitschaft signalisiert, dies auch in dieser Weise fortzuführen. Vor einer endgültigen Entscheidung sollten mit Blick auf die Finanzierbarkeit allerdings Ausschreibungsunterlagen und die Ausschreibungsergebnisse vorliegen. Die Dauer der Stadtbuskonzession beläuft sich auf zehn Jahre.
Die Stadt Landsberg ist durch das bestehende Verkehrskonzept erschlossen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Auch der Nahverkehrsplan des Landkreises sieht – abgesehen von einer Ausweitung der Fahrzeiten an Wochentagen und Samstagen – keinen weiteren Anpassungsbedarf vor. Die im Stadtrat diskutierten Ansätze eines Achsenkonzepts sind nach Ansicht der Verwaltung durch das vorhandene Angebot abgedeckt. Die Fahrzeiten sollen entsprechend den Empfehlungen des Nahverkehrsplans ausgeweitet und die Ausschreibung technologieoffen gestaltet werden, sodass der Einsatz von Elektrofahrzeugen möglich bleibt.
Es gibt die Idee, ein Rufbussystem zu etablieren
In der Sitzung verwies Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) an den vor einem Jahr beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt. Dessen Ziel ist eine verträgliche und nachhaltige Gestaltung der Mobilität mit Fokus auf Sicherheit, Barrierefreiheit, geringe Belastung durch Emissionen für Mensch und Natur sowie eine gute Erreichbarkeit und Anbindung für alle Landsbergerinnen und Landsberger im Stadtgebiet und in den Ortsteilen. Zu den Studien und Konzepten, die der Verkehrsentwicklungsplan fortführt, zählen unter anderem das Elektromobilitätskonzept, das Geh- und Radmobilitätskonzept, die Straßenkategorisierung sowie Planungen zum ÖPNV.
Hartmann erinnerte in seiner Wortmeldung an das Vorbehaltsnetz. Dieses sollte bei der Ausschreibung berücksichtigt werden. Ein Anliegen sind ihm jeweils Abdeckungen von Nord nach Süd und von Ost nach West im Stadtgebiet. Außerdem soll der Stadtbus gemäß den Planungen eher zu einem Expressbus werden. Im Februar 2021 hat der Stadtrat ein Vorbehaltsnetz zum öffentlichen Personennahverkehr beschlossen, das in den VEP eingeflossen ist. Basierend auf dem Vorbehaltsnetz wurde entschieden, das Stadtbusnetz in Landsberg effizienter zu gestalten, indem es auf zwei nachfragestarke Hauptlinien reduziert wird. Diese Linien sollen eine höhere Taktung erhalten, um eine verbesserte und zuverlässigere Anbindung für die Fahrgäste zu gewährleisten.
Ergänzend dazu sollte zudem schrittweise ein flächendeckendes On-Demand-Rufbus-System eingeführt werden, das flexibel genutzt werden kann, um Lücken im bestehenden Liniennetz der Stadt zu schließen. Die Umsetzung eines solchen Rufbussystems dürfte sich aktuell allerdings schwierig gestalten. Ernst Müller, Leiter des Ordnungsamts, verwies in der Sitzung auf die angespannte Personalsituation bei den Busunternehmen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren