Die Idee, auf der Altstadtseite am Lady-Herkomer-Steg zum Lech ausgerichtete Sitzstufen zu errichten, kommt bei vielen Landsbergerinnen und Landsbergern gut an. Nach einem Antrag der Fraktion der Landsberger Mitte hat sich im vergangenen Jahr auch der Stadtrat bereits mit dem Thema beschäftigt und dabei beschlossen, die Kosten für die Maßnahme ermitteln zu lassen. Wie nun bekannt wird, positioniert sich das Wasserwirtschaftsamt Weilheim allerdings gegen die Errichtung von Sitzstufen in dem angedachten Uferabschnitt.
Die Sitzstufen am Lech werden am Mittwoch erneut Thema in einer Sitzung des Landsberger Stadtrats sein. Wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, ist der Freistaat Bayern Eigentümer des im Antrag vorgesehenen Grundstücks. Vertreten wird der Freistaat durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Die Stadt Landsberg hat die Behörde zur möglichen Ausgestaltung des östlichen Lechufers mit Sitzstufen bereits angefragt. Laut Sitzungsvorlage hat das Wasserwirtschaftsamt daraufhin Anfang dieses Jahres per E-Mail mitgeteilt, dass der vorgesehene Bereich als Zufahrt zum Lech für notwendige Unterhaltungs- und Gewässerausbaumaßnahmen genutzt wird. Einer Errichtung von Sitzstufen könne deshalb seitens des Wasserwirtschaftsamts nicht zugestimmt werden.
Die Kosten für ein Sicherheitskonzept stehen fest
Stadtrat und Antragsteller Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) will sich von der Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts jedoch nicht entmutigen lassen. „Man könnte die Sitzstufen dort hinmachen, wo sich derzeit die Steine befinden“, sagt Schulmeister auf Nachfrage unserer Redaktion. So wäre seiner Einschätzung nach daneben – wie bisher auch – genügend Platz für die Zufahrt zum Lech. Schulmeister habe Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt aufgenommen.
Die Kiesbänke unterhalb des Lady-Herkomer-Stegs sind im Sommer ein beliebter Treffpunkt. Die Menschen kühlen sich im Lech ab oder verweilen auf den Steinen. Wie berichtet, sieht Ernst Müller, Leiter des Landsberger Ordnungsamts, die mögliche Errichtung von Sitzstufen jedoch kritisch. Denn diese könnten den Eindruck einer öffentlichen Badestelle vermitteln. Eine solche müsste beaufsichtigt werden und die Stadt wäre im Falle eines Unfalls haftbar.
„Sitzgelegenheiten finde ich wunderbar“, meinte die Landsberger Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) in einer Sitzung im Juli. Gleichzeitig machte sie deutlich: „Es wird aber nicht ohne Gutachten gehen.“ Der Zugang zum Lechstrand im Inselbad ist ebenfalls auf Basis eines Gutachtens geregelt. Wie es nun in der Sitzungsvorlage heißt, wird von Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro für die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes ausgegangen.
Die Stadtwerke prüfen die Errichtung einer Kneipp-Anlage
Die Kosten zur Errichtung von Sitzstufen sind laut Sitzungsvorlage maßgeblich vom Standort und von der Ausführung abhängig. Für eine seriöse Schätzung brauche es daher eine fundierte Planung. Die Stadtverwaltung verweist auf eine etwa 15 Meter breite Anlage in Weilheim. Dort habe das Wasserwirtschaftsamt in Eigenregie fünf rund 50 Zentimeter hohe Stufen errichtet. Es seien Materialkosten für die Stufen in Höhe von etwa 50.000 Euro aufgelaufen. In der Sitzungsvorlage heißt es: „Um Kosten zu ermitteln, müsste ein Alternativstandort festgelegt werden, erneut Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt zur Umsetzbarkeit aufgenommen (…) und zumindest eine Planung auf Vorplanungsniveau inklusive Vermessung und Bodengutachten erstellt werden.“
Der im Juli 2025 im Stadtrat behandelte Antrag der Fraktion der Landsberger Mitte zielt darauf ab, die Attraktivität der Altstadt zu stärken. Auf Sitzstufen im Uferbereich neben dem Lady-Herkomer-Steg ließe sich demnach bequem in der Abendsonne bei einem Getränk der Lech genießen. Auch der Bau einer Kneipp-Anlage, die auch der Kneippverein und der Verschönerungsverein seit Jahren fordern, wird angeregt. Eine solche Anlage könnte im vom Lech abgezweigten Bach entstehen, der sich durch das Inselbad windet und am östlichen Brückenkopf des Herkomer-Stegs wieder in den Lech fließt. Zudem würde nach Ansicht der Fraktion der Landsberger Mitte, der neben Schulmeister Stadtrat Wolfgang Weisensee angehört, ein Kiosk (neben der Turnhalle des Ignaz-Kögler-Gymnasiums) die Aufenthaltsqualität steigern.
Die Stadtwerke prüften die Errichtung einer Kneipp-Anlage an der Stelle ohnehin, sagte Oberbürgermeisterin Baumgartl in der Sitzung im Juli. Im Zuge des Umbaus des Inselbads soll der Zaun versetzt werden, damit der Bach öffentlich zugänglich wird. Hinsichtlich des Kiosks sollte abgewartet werden, wie es mit dem vorgesehenen neuen Inselbad-Gebäude weitergeht, so Baumgartl. In den Neubau könnte ein zum Platz geöffneter Kiosk integriert werden.
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