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23.06.2011

Fragile Fortschritte

Tatsächlich ist der Rückzugsbefehl der US-Regierung für zunächst 33 000 GIs nicht das Ergebnis nachhaltiger strategischer Erfolge.

Natürlich hat Barack Obama über die wahre Lage in Afghanistan nicht die volle Wahrheit gesagt. Amerikas Rückzug vom Hindukusch erfolge aus einer Position der Stärke heraus, behauptet der US-Präsident. Zwar hat die im Dezember 2009 befohlene Truppenverstärkung die militärische Dynamik verändert. Vor allem im Süden Afghanistans wurden die Taliban zurückgedrängt. Obamas eigene Generäle aber wollten mit einem ernsthaften Rückzug erst Ende 2012 beginnen.

Sie wissen, dass die hart erkämpften Fortschritte fragil sind. Wer soll etwa in den notorischen Unruheprovinzen Helmand oder Kandahar eine Rückkehr der Taliban verhindern, wenn US-Soldaten abziehen? Und warum sollten die Islamisten sich jetzt noch an den Verhandlungstisch setzen?

Tatsächlich ist der Rückzugsbefehl für zunächst 33 000 GIs nicht das Ergebnis nachhaltiger strategischer Erfolge. Die USA haben nach zehn Kriegsjahren schlicht nicht mehr die Kraft und den Willen, in Afghanistan unbefristet gewaltige Ressourcen zu investieren.

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