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Kommentar

29.07.2012

Friedrich greift durch

Der nette Herr Friedrich kann auch anders. Ohne Rücksicht auf Verluste besetzt der Innenminister die wichtigsten Posten an der Spitze der Sicherheitsbehörden mit Männern seines Vertrauens.

Nach dem Rücktritt von Heinz Fromm als Verfassungsschutzpräsident sind offenbar nicht nur die Tage von Fromms Vize Alexander Eisvogel und von Jörg Ziercke beim Bundeskriminalamt gezählt. Auch bei der Bundespolizei kehrt Hans-Peter Friedrich mit eisernem Besen.

Mit der Mordserie der Zwickauer Zelle hat seine Entscheidung, deren Leiter und seine beiden Stellvertreter abzusetzen, zwar nichts zu tun. Wie der Verfassungsschutz aber scheint auch die Bundespolizei ein gewisses Eigenleben geführt zu haben – andernfalls würde der Innenminister kaum so schnell und so entschlossen durchgreifen.

Weil er selbst zur Sache schweigt, liegen die konkreten Gründe für den dreifachen Rauswurf noch etwas im Unklaren. Doch selbst wenn der Minister gar keine andere Wahl hatte, als die komplette Behördenspitze auszuwechseln: Dass er nach der Rochade beim Verfassungsschutz jetzt auch die nächsten Spitzenposten mit Beamten aus seinem Haus besetzt, ist alles andere als glücklich. Loyalität ist wichtig – aber sie darf nicht das einzige Kriterium für eine Beförderung sein.

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