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Kommentar
06.02.2013

Annette Schavans Ansehen ist ruiniert

Nichts, aber auch überhaupt nichts haben Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan gemeinsam.

Annette Schavans Ansehen ist ruiniert: Hier der smarte Blender, der sich geschickt in Szene zu setzen wusste und Politik als glamouröse Show verstand, da die seriöse, ernsthafte, manchmal auch spröde Fachpolitikerin, die sich auf ihre Themen Bildung, Forschung und Wissenschaft konzentrierte und sich ansonsten dezent zurückhielt.

Annette Schavan: Inhalte statt Image

Und doch wird ausgerechnet Annette Schavan, die für Inhalte statt für Image stand, ab jetzt in einem Atemzug mit Guttenberg genannt, weil sie wie er beim Abschreiben erwischt und ihr wie ihm von der Universität der Doktortitel aberkannt worden ist.

Für Annette Schavan, die sich immer schon als Teil der akademischen Community in diesem Land verstand und für sich in Anspruch nahm, mit den Repräsentanten des Wissenschaftsbetriebs auf Augenhöhe, als Gleiche unter Gleichen, zu agieren, ist die Entscheidung der Uni Düsseldorf ein furchtbarer Schlag. Dass sie den Spruch nicht akzeptieren mag und gegen die Aberkennung juristisch vorgeht, ist ihr gutes Recht und menschlich verständlich. Und doch bleibt der Makel an ihr haften: Ausgerechnet die Bildungs-, Forschungs- und Wissenschaftsministerin, die selber ein durchaus elitäres Amtsverständnis hatte und im Fall Guttenberg noch höhnte, sie würde sich nicht nur heimlich schämen, steht nun ebenfalls als Schummlerin am Pranger. Die Fallhöhe ist noch größer als bei Guttenberg, ihr Renommee ist dauerhaft beschädigt.

Schavan wird Amt wohl nicht behalten

Darum wird sich Annette Schavan auch schwertun, ihr politisches Amt behalten zu können. Eine Bildungs- und Wissenschaftsministerin, der öffentlich von ihrer Universität attestiert wird, wissenschaftliche Standards nicht eingehalten und systematisch und vorsätzlich fremde Texte übernommen, ohne sie als Zitate kenntlich gemacht zu haben, hat die Handlungsfreiheit und den Gestaltungsspielraum verloren, den sie braucht, um erfolgreich politisch wirken zu können. Und das erst recht in einem Wahljahr, in dem sich der Kampf zwischen Regierung und Opposition um die Macht zuspitzt. Dass ausgerechnet in einer christlich-liberalen Koalition, die so gerne die bürgerlich-konservativen Werte und Tugenden beschwört, schon die zweite Ministerin beim Abschreiben erwischt wurde, lässt sich die Opposition nicht entgehen. So wird Annette Schavan, die von ihrem Amt nicht weichen will, zu einer Belastung für die Koalition, die Regierung – und für Angela Merkel.

Am Ende eines wenig würdigen Schauspiels gibt es nur Verlierer. An erster Stelle Annette Schavan, die gerade im Bereich der Forschungspolitik viel erreicht hat. Aber auch die Universität Düsseldorf steht beschädigt da, das Verfahren war kein Ruhmesblatt, es wurden gravierende Fehler gemacht. Nicht zuletzt aber steht der Wissenschaftsbetrieb insgesamt am Pranger und hat sich zu rechtfertigen, wenn hoch qualifizierte Professoren Doktorarbeiten mit Bestnoten versehen, obwohl sie wissenschaftliche Standards verletzen und Promotionen wie am Fließband verfasst werden, weil in gewissen Kreisen der Doktortitel einfach benötigt wird.

So haben die Fälle Guttenberg und Schavan ihrer Prominenz und ihrer öffentlichen Resonanz wegen eine wichtige Debatte über das Promotions-un-wesen an den deutschen Unis ausgelöst. Man braucht keinen Doktortitel, um Minister zu werden. Aber der Wähler sollte die Gewissheit haben, dass der, der einen trägt, auch die Regeln und Standards eingehalten hat. Schummler mögen vielleicht clever sein, glaubwürdig sind sie nicht. Und Glaubwürdigkeit ist in der Politik alles.

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