Rauchen ist keine Kunst. So war es keine Kunst vorherzusehen, dass der Memminger Wirt mit seinem Nikotin-Theater vor Gericht scheitert. Seine Idee war zwar pfiffig, aber spitzfindig. Eine Kneipe voller rauchender Gäste ist eben kein Schauspiel im künstlerischen Sinne. Und im juristischen Sinne auch nicht.
Der Memminger Rechtsstreit zeigt doch etwas ganz anderes: Das bayerische Rauchverbot – das strengste Deutschlands – stößt nach wie vor auf Widerstand. Die Gäste in der Pilsbar haben sich wohlgefühlt in ihrer Rolle als rauchende Schauspieler. Der Verdacht liegt nahe, dass sie genau aus diesem Grund in diese Kneipe gegangen sind: um zu rauchen. Warum lässt man sie nicht? Warum bevormundet man sie?
Das Nichtraucherschutzgesetz hält also juristischen Überprüfungen vor Gericht stand. Das zeigt lediglich, dass die Juristen in den Ministerien penibel gearbeitet haben. Es zeigt nicht, dass es politisch richtig war, ein solch strenges Rauchverbot einzuführen.