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Lebensmittelampel hilft nur, wenn sie auch übersichtlich ist

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Kommentar Von Christian Grimm
14.08.2019

Nach Kritik der Lebensmittelindustrie an der geplanten "Lebensmittelampel" prüft Julia Klöckner alternative Modelle zur Unterscheidung von gesund und ungesund.

Über die Kennzeichnung von Lebensmitteln nach gesund und ungesund wird seit Jahren gestritten. Gegner wenden ein, dass diese überflüssig sei. Jeder dürfe schließlich selbst entscheiden, was er isst, selbst wenn er seiner Gesundheit damit schadet. Diese Position hat sich nicht halten können. Ärzte schlagen Alarm.

Der Verbraucher muss die Information leicht erfassen können

Ein Viertel der Bevölkerung leidet unter krankhaftem Übergewicht. Krebs, Diabetes und Herzkrankheiten können die Folge sein. Die Behandlung dieser schweren Krankheiten kostet Milliarden und diese werden über das Gesundheitssystem von der Allgemeinheit getragen. 

Deshalb soll in Deutschland noch in diesem Jahr eine Lebensmittelampel beschlossen werden, die die Hersteller auf die Verpackungen drucken müssen. Sinnvoll ist das nur, wenn man durch diese Kennzeichnung auf den ersten Blick erkennt, ob Essen gut oder bedenklich ist. Genau deshalb hat sich der Begriff der Ampel dafür etabliert. Grün heißt gut und Rot heißt stopp. Der Verbraucher muss diese grundlegende Information leicht erfassen können. Ein Diplom in Lebensmittelchemie sollte dafür nicht notwendig sein.

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Sterne statt Farben? Julia Klöckner lässt vier Varianten bewerten

Teile der Lebensmittelindustrie wollen die Farbenlehre verhindern. Die Unternehmen fürchten, dass zu viel Rot ihr Geschäft kaputt macht. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat deshalb nach dem Einspruch der Hersteller von ihren Beamten eilig eine Alternative entwerfen lassen. Sie arbeitet nicht mit Farben, sondern mit Sternen. Außerdem werden Informationen über den Nährwert, Salz und Fett in kleinen Waben angezeigt. Übersichtlich ist dieser Lebensmittel-Wegweiser nicht, weshalb er sein Ziel nicht erfüllt.

Im Herbst will sich Klöckner für ein Modell entscheiden und eine Empfehlung an die Hersteller abgeben. Vier Varianten lässt sie derzeit durch Verbraucher in Befragungen bewerten. Wegen der leichten Verständlichkeit dürfte es auf die Lebensmittelampel hinauslaufen, die schon Jahre im Gespräch ist. Klöckner hätte dadurch im Verbraucherschutz zwar Zeit verloren, könnte aber den Gegnern bei den Lebensmittelherstellern sagen: Ich kann nichts dafür, eure Kunden wollen es so.

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.08.2019

"Teile der Lebensmittelindustrie wollen die Farbenlehre verhindern. Die Unternehmen fürchten, dass zu viel Rot ihr Geschäft kaputt macht. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat deshalb nach dem Einspruch der Hersteller von ihren Beamten eilig eine Alternative entwerfen lassen. Sie arbeitet nicht mit Farben, sondern mit Sternen. Außerdem werden Informationen über den Nährwert, Salz und Fett in kleinen Waben angezeigt. Übersichtlich ist dieser Lebensmittel-Wegweiser nicht, weshalb er sein Ziel nicht erfüllt."

Muss man das noch weiter kommentieren? Wieder ein Beispiel, wie diese Frau mit der Wirtschaft kooperiert und zu Diensten ist. Nicht der Verbraucher ist hier wichtig, sondern die Interessen der Hersteller (und das sind in der Regel die Riesen im Geschäft), die mit schwachsinnigen und nicht nachvollziehbaren "Informationen" auftreten wollen.
Auf einen Blick muss für jedermann erkennbar sein was Sache ist und kein stundenlanges Studium im Laden. Mittlerweile dürfte die Masse der Verbraucher erfahren genug sein, gut von schlecht zu unterscheiden!

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15.08.2019

"Übersichtlich ist dieser Lebensmittel-Wegweiser nicht, weshalb er sein Ziel nicht erfüllt."

Umso mehr erfüllt er die Ziele dieser Blendgranate Klöckner: Verwirren, vernebeln und sich bei den Konzernen lieb Kind machen. Was im Hinblick auf einen späteren lukrativen Job kein Fehler sein kann.

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