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09.03.2007

Radikale Reform

Selbstverständlich kann man trefflich darüber streiten, ob Lehrer zwingend Beamte sein müssen. Die Forderung des Aktionsrats Bildung, Schulen zwar weiterhin öffentlich zu finanzieren und in privater Trägerschaft zu organisieren, zielt jedoch exakt auf die Abkehr vom Berufsbeamtentum mit all den Folgen für andere Berufsgruppen.

 Die Lehrerverbände laufen schon jetzt Sturm gegen den, zugegeben, völlig unausgegorenen Vorschlag. Denn letztlich sollen die Schulen ja in staatlicher Verantwortung bleiben. Und eine Teilprivatisierung garantiert noch längst nicht das Ende der ungleichen Bildungschancen.

Geradezu unsinnig mutet der Vorstoß der Experten an, Pädagogen grundsätzlich nur noch befristet zu beschäftigen. Natürlich gibt es engagierte und weniger engagierte Lehrer, nehmen es die einen mit der Fortbildung genauer als andere. Doch auch Pädagogen sollten eine gewisse Anstellungssicherheit haben und nicht ständig von Schule zu Schule wechseln müssen - auch im Interesse der Kinder.

Denkverbote darf es in der Bildungspolitik nicht geben. Die jetzt geforderte Radikalreform des Systems ist jedoch widersprüchlich und kein Patentrezept.

Jörg Sigmund

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