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14.05.2013

So vertagt man Probleme

Es ist zwar löblich, dass die Regierung den zweiten Demografiegipfel veranstaltete und signalisiert, die Probleme erkannt zu haben. In ihrer Politik ist davon aber wenig spürbar.

Der Bevölkerungsrückgang und die Überalterung der Gesellschaft werden dramatische Auswirkungen auf die Wirtschaft und die sozialen Sicherungssysteme haben. Was das bedeutet, lässt sich schon jetzt auch in Bayern – in Unter- und Oberfranken sowie der Oberpfalz – beobachten: anhand von leer stehenden Geschäften oder der sinkenden Zahl von Vereinen. Es ist absehbar, dass Bundesländer, Regionen, Kreise und Städte künftig stark miteinander um Bewohner und Finanzmittel konkurrieren werden. Eine Gesellschaft kann das zerreißen.

Seit Jahrzehnten diskutieren Wissenschaftler über den demografischen Wandel. Die Politik hat sich des Themas erst vor wenigen Jahren ernsthaft angenommen, auf Bundesebene allerdings noch immer nicht mit dem nötigen Nachdruck. Es ist zwar löblich, dass die Regierung den zweiten Demografiegipfel veranstaltete und damit signalisiert, die Probleme erkannt zu haben. In ihrer Politik ist davon aber wenig spürbar. Statt Reformen des Renten- oder Pflegesystems durchzusetzen, die den Namen Reform verdienen, setzt sie auf eine unverbindliche Gipfelei: Reden kostet nichts, täuscht jedoch Handeln vor. Es ist typisch für Treffen dieser Art, dass hehre Ziele definiert werden, nicht aber konkrete Lösungen. So werden Probleme vertagt.

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