Monitoring bedeutet: Man schaut sich etwas genau an, spricht mit den Beteiligten und wertet schließlich die Erkenntnisse aus. Normalerweise lässt man dann die Ergebnisse in die Weiterentwicklung einfließen.
Die Mittelstufe des achtjährigen Gymnasiums wird nun „gemonitort“. Sollte dabei herauskommen, dass die Schüler in der vorgegebenen Zeit nicht mit der Stoffmenge zurechtkommen, dass sie zwischen Schule und Hausaufgaben keine Zeit mehr für private Hobbys haben, dass die Eltern Unsummen in Nachhilfestunden stecken, dann müssen die richtigen Schlüsse gezogen werden.
Falsch wäre es nämlich, jetzt wieder den Stoff „entrümpeln“ zu wollen, wie einst der ehemalige Ministerpräsident und Pate des G8, Edmund Stoiber, es nannte. Natürlich ist aus Schülersicht vieles verzichtbar – auch wenn man die Schule schon viele Jahre hinter sich hat. Aber die Aufgaben, die das Leben für einen jeden von uns bereithält, sind so vielfältig, dass man gar nie genug lernen und wissen kann.
Früher ging in Bayern, hat jemand das Wort „Ganztagsschule“ in den Mund genommen, sofort die rote Lampe an: Ideologieverdacht. Heute weiß man auch hier, dass die Realität nicht vor den weißblauen Grenzen haltmacht, dass sich die Lebenswirklichkeit in vielen Familien verändert hat. Es sitzt nämlich nicht überall die treu sorgende, bestenfalls auch gebildete Mutter zu Hause und macht mit ihren Kindern die Hausaufgaben.
In einer Ganztagsschule, mit über den Tag verteilten Unterrichtsstunden, ist Zeit zum Lernen, zum Üben und für Sport und Spiel. Das Zuhause gehört dann nur der freien Zeit.