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Kommentar: Abkehr von klaren Inzidenzregeln war größter Fehler der vierten Welle

Kommentar

Abkehr von klaren Inzidenzregeln war größter Fehler der vierten Welle

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    Die Sieben-Tage-Inzidenz sagt noch immer mehr aus die Hospitalisierungsrate.
    Die Sieben-Tage-Inzidenz sagt noch immer mehr aus die Hospitalisierungsrate. Foto: Julian Stratenschulte, dpa

    Der Wendepunkt, an dem Bayerns Kliniken an den Rand des Kollapses gerieten, war der 14. Oktober. Bis dahin lag die Sieben-Tage-Inzidenz einen Monat konstant bei etwa 100. Dann explodierten die Zahlen.

    Binnen einer Woche stiegen sie um 50 Prozent. Und dann in ähnlichem Tempo nochmals und nochmals und nochmals. Nach fünf Wochen waren Bayerns Intensivstationen völlig überlastet. Die Politik aber war überrascht und begann nur sehr langsam zu handeln.

    Wo lag der Fehler? Es war sicher nicht vernünftig, dass Bayerns Koalition zehn Tage vor dem 14. Oktober die Maskenpflicht an den Schulen lockerte, worauf die Infektionen unter Kindern explodierten.

    Hospitalisierungsinzidenz funktioniert bis heute nicht

    Der größte Fehler lag aber im Versagen des Frühwarnsystems. Hätte die Politik bundesweit die Sieben-Tage-Inzidenz mit der Impfrate nach oben angepasst und als zentralen Warnwert beibehalten, wäre die Katastrophe zigtausender verschobener Operationen in ganz Deutschland vermeidbar gewesen.

    Die neue „Hospitalisierungsinzidenz“ funktioniert aber bis heute nicht, wie der alte Kanzleramtschef Helge Braun einräumte. Daran festzuhalten, wäre ein großer Fehler der nächsten Omikron-Welle.

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