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Aichach-Friedberg
13.12.2017

Riesiger Damm soll verheerende Hochwasser künftig verhindern

Das Pfingsthochwasser 1999 richtete nicht nur in Augsburg Schäden an.
Foto: Anne Wall (Archiv)

Im Merchinger Ortsteil Steinach wird ein riesiger Damm errichtet. Wie das Projekt vor Hochwasser schützen soll und warum es auf Kritik stößt.

Das verheerende Hochwasser hat sich tief in das Gedächtnis vieler Menschen im Süden des Landkreises Aichach-Friedberg eingebrannt. Große Teile Merings und Kissings standen damals an Pfingsten im Jahr 1999 unter Wasser. Experten schätzen, dass ein Schaden in Höhe von 46 Millionen Mark angerichtet wurde.

Nun haben – über 18 Jahre später – im Merchinger Ortsteil Steinach die Arbeiten an einem wichtigen Baustein in Sachen Hochwasserschutz an der Paar begonnen. Südwestlich der Bahntrasse zwischen Augsburg und München wird ein Damm mit einem Rückhaltebecken errichtet. Das Bauwerk soll laut Wasserwirtschaftsamt Donauwörth 720 Meter lang und teilweise über fünf Meter hoch werden. Im Notfall kann das Wasser dann auf einer Fläche von 105 Hektar aufgestaut werden. Mit einem Durchlass wird die Menge, die durch den Steinbach in die Paar fließt, gesteuert. „Das Becken ist der wesentliche Schlüssel für den maßgeblichen Schutz der Unterlieger“, sagt Steve Gallasch vom Wasserwirtschaftsamt. Damit sind die Gemeinden Mering und Kissing im Norden gemeint, aber auch Paaranwohner in der Stadt Friedberg sollen profitieren.

Damm in Steinach soll guten Schutz bieten

Weiter im Süden am Rande der Gemeinde Steindorf ist bereits 2007 das Rückhaltebecken Putzmühle in Betrieb genommen worden. Die Standortfindung für die beiden Anlagen war ein aufwendiger Prozess für das Wasserwirtschaftsamt. Über mehrere Jahre wurden aus elf möglichen Lagen die besten ermittelt. Ursprünglich sollte es noch ein drittes Becken in Hofhegnenberg geben. Dieser Standort wurde aber inzwischen komplett verworfen. Laut Wasserwirtschaftsamt hätte es nur eine geringe Schutzfunktion bewirkt.

In Steinach wird zurzeit mit einem Bagger das obere Erdreich abgehoben. Damit soll gewährleistet werden, dass der Untergrund für den späteren Damm auch tragfähig genug ist. Schließlich werden dort ab Mitte Juni 80.000 Kubikmeter Erdreich und andere Materialien aufgetragen. Weil Stromleitungen den Damm queren, müssen zwei Masten angehoben und einer erneuert werden.

Mitte des Jahres 2019 soll die gesamte Schutzanlage in Betrieb gehen. Mit diesem Bau aber werden die Hochwasserschutzmaßnahmen nicht abgeschlossen sein: In Mering und Kissing wird danach die Paar ausgebaut. Allerdings gibt es vonseiten des Wasserwirtschaftamtes und der Gemeinden im Süden immer wieder Kritik. Es heißt, dass besonders in Mering Bebauung im potenziellen Überschwemmungsgebiet neben dem Fluss zugelassen worden ist. Seit Jahren wächst die Gemeinde im Einzugsgebiet der Metropole München.

Katastrophe wie beim Pfingsthochwasser 1999 soll sich nicht wiederholen

Zudem wird der Bau des Damms in Steinach in der Gemeinde nicht gern gesehen. Der Kritikpunkt: Merching muss zwar die Lasten tragen, aber das Rückhaltebecken bietet keinen Schutz für den Ort. Auch Merching war 1999 von dem Pfingsthochwasser betroffen. Die Baustelle werden die Lastwagen wohl vorbei an bestellten Feldern anfahren.

Merchings Bürgermeister Martin Walch sagt immer wieder: „Dort liegen Äcker mit bester Bonität. Wenn die Maßnahmen mit hoher Staubbelastung über den Sommer gehen, weiß man nicht, wie es gehen soll.“ Die betroffenen Landwirte befürchten Ernteausfälle. Laut dem Wasserwirtschaftamt sollen aber alle finanziellen Einbußen entschädigt werden.

Walch fürchtet auch um den Zustand der Straßen. Die Baustelle liegt zwar an der B2. Walch glaubt aber, dass die Lastwagen über die Staatsstraße 2052 fahren und damit mitten durch Merching.

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