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Aislingen

04.12.2020

Die Seelsorge war seine Berufung

Manfred Ringmayr war von 2003 bis 2014 als Pfarrer am Aschberg tätig. Die seelsorgerische Tätigkeit war seine Berufung. Nun ist er im Alter von 70 Jahren gestorben.
Bild: Andreas Schwarzbauer (Archiv)

Plus Manfred Ringmayr, der ehemalige Pfarrer der Aschberggemeinden, ist gestorben. Sein Weg begann als Fernsehtechniker.

Der ehemalige Aschbergpfarrer Manfred Ringmayr ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Er hatte sich vor sechs Jahren in der Weisinger Kirche von seinen Gemeinden verabschiedet. Nun starb Ringmayr am 19. November in Lauterbach.

Vom Fernsehtechniker zum Seelsorger am Aschberg

Seine Entscheidung, Priester zu werden, habe er nie bereut, wie er in einem Gespräch mit unserer Zeitung vor sechs Jahren betonte: „Ich habe einen Platz gefunden, wo ich als Mensch gebraucht werde und mich geborgen fühle.“ Doch Manfred Ringmayr hatte erst über Umwege zu seiner Berufung gefunden: Der gebürtige Landsberger entschied sich erst mit 33 Jahren für den kirchlichen Weg – bis dahin hatte er als Fernsehtechniker gearbeitet. In einem Gespräch blickte er einst auf sein Leben als Fernsehtechniker zurück: „Ich habe nach dem tieferen Sinn meines Lebens gefragt. Ich wollte etwas tun, das mir mehr Zufriedenheit gibt.“

Zu dieser Zeit sei er sehr in seiner Münchner Pfarrgemeinde verwurzelt gewesen. Deshalb kam Ringmayr auf die Idee, Pfarrer zu werden. Er besuchte sechs Jahre lang ein Priesterseminar in der Nähe von Bonn. 1989 wurde er schließlich zum Priester geweiht. Der Mann mit dem grauen Rauschebart betreute einige Pfarreien. Besonders geprägt habe ihn die Zeit als Krankenhausseelsorger in Günzburg. Fünf Jahre lang begleitete er Menschen dort durch schwierige Lebenssituationen. „Ich konnte mich in dieser Zeit sehr intensiv um einzelne Personen kümmern“, so Ringmayr. Dann folgte seine letzte berufliche Station, im Landkreis Dillingen: Seit 2003 betreute er die Pfarreien Altenbaindt, Glött und Aislingen. In dieser Funktion beteiligte er sich an der Renovierung des Aislinger Pfarrhofs, der für ihn einer Ruine glich. Heute nutzen verschiedene Gruppen das Gebäude.

Ringmayr leitete mit Pfarrer Kühn die Pfarreiengemeinschaft Aschberg

Nach sechs Jahren wurde die Pfarreiengemeinschaft Aschberg gegründet. Gemeinsam mit Pfarrer Josef Kühn war er nun zusätzlich für die Gemeinden in Holzheim, Weisingen, Ellerbach und Eppisburg zuständig. Pfarrer Kühn schätzte Ringmayr: „Die Zusammenarbeit war immer angenehm. Ich bin ihm dankbar dafür, dass er mir die Möglichkeit gab, die Pfarreiengemeinschaft zu leiten.“ Sein Kollege sei sehr bescheiden gewesen und habe sich nie in den Vordergrund gespielt, so Kühn. Als zweiter Priester der Gemeinde habe er sich mit großer Zuneigung um die Krankenbesuche und seelsorgerische Arbeit am Aschberg gekümmert. Diese Eigenschaften hätten die Zusammenführung der Pfarreien unter seiner Leitung enorm erleichtert. Auch bei den Gemeindemitgliedern kam Ringmayr gut an, wie Kühn weiß: „Die Menschen haben seine Gottesdienste sehr geschätzt.“ Er habe immer die richtigen Worte gefunden.

Nach 25 Jahren als Priester ging Ringmayr 2014 mit 64 Jahren in den Ruhestand. In seiner Abschiedsrede würdigte er seine Hauswirtschafterin Sigrid Ratz als große Stütze, die ihm für seine seelsorgerlichen Tätigkeiten stets den Rücken freigehalten und durch ihre Impulse sein Denken und Handeln positiv beeinflusst habe. Kontakt mit seiner Aschberggemeinde hatte er laut Pfarrer Kühn danach nicht mehr.

Auch Bischof Bertram Meier meldet sich zu Wort: „Pfarrer Ringmayr hat auf einem längeren Weg seine Berufung gesucht und im Priestertum gefunden. In den letzten Jahren hat er auch die Grenzen seiner Gesundheit schmerzlich zu spüren bekommen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums.

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